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23.11.2017

Bei Schulter-Schmerzen ist OP oft überflüssig

Bei Schulter-Schmerzen raten Ärzte nicht selten zur Operation. Bei einer Arthroskopie wird dann überschüssiges Gewebe entfernt. Dieser Eingriff ist oft überflüssig, meinen britische Forscher.
Physiotherapie

Eine Physiotherapie kann bei Schmerzen durch die so genannte Schulterenge helfen

Schulterschmerzen sind nicht nur unangenehm, sondern führen zu Bewegungseinschränkungen und damit zu Einschränkungen im Alltag. Die Ursache von Schulter-Schmerzen werden oft im Raum zwischen dem Schulterblatt (Acromion) und dem darunterliegenden Schultereckgelenk verortet. Ist dieser Spalt durch überschüssigen Knochen und/oder Weichgewebe verengt, wird die dort verlaufene Sehne gereizt.

Dieser Befund, sie so genannte Schulterenge, wird auch als Impingement-Syndrom bezeichnet. Dann wird oft versucht, dem Schmerz mit einer minimalinvasiven Operation - der arthroskopischen subacromialen Dekompression - beizukommen. Einige Studien ließen aber bereits Zweifel daran aufkommen, ob die OP bei dem subacromialen Schmerz effektiver ist als eine konventionelle Behandlung wie etwa eine Physiotherapie.

Arthroskopie mit und ohne Entfernung von Knochen udn Gewebe

Wissenschaftler von der University of Oxford wollten das genauer wissen. Sie führten eine randomisierte und placebo-kontrollierte Studie an 313 Patienten in 32 britischen Krankenhäusern  mit 51 Chirurgen durch. Die Probanden litten seit mindestens 3 Monaten an Schulter-Schmerzen. Zuvor hatten sie Bewegungs-Übungen absolviert und mindestens eine Steroid-Injektion erhalten.

Bei einer Gruppe wurde nun die arthroskopische subacromiale Dekompression durchgeführt, eine zweite Gruppe wurde nur arthroskopisch untersucht, ohne dass dabei Knochen oder Weichgewebe entfernt wurde, eine dritte Gruppe erhielt keine Behandlung. Nach 6 Monaten wurden die Patienten nachuntersucht.

 

Bei Schulter-Schmerzen OP oft überflüssig

Dabei stellte sich heraus, dass die OP ebenso wirksam war wie die reine Untersuchung. Die Arthroskopie mit und ohne Entfernung von Gewebe war zwar geringfügig wirksamer als gar keine Behandlung, aber die Differenz war klinisch nicht von Bedeutung. Auch bei der Komplikationsrate gab es keine Unterschiede zwischen den Gruppen.

Fazit der Forscher: Bei Schulter-Schmerzen mit dieser Indikation ist die OP überflüssig. Eine Physiotherapie und/oder Schmerzmittel könnten ebenso wirksam sein. Dies sollte den Patienten während des gemeinsamen Behandlungs-Entscheidungsprozesses mitgeteilt werden. Die entsprechende Studie erschien im Fachmagazin Lancet.

Eine andere Schmerz-Ursache liegt bei der Kalkschulter vor. Hier hat sich die Behandlung mit einer Stoßwellentherapie als wirksam erwiesen.

Foto: RioPatuca Images/fotolia.com

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