. Chirurgie

Bei Schulter-Schmerzen ist OP oft überflüssig

Bei Schulter-Schmerzen raten Ärzte nicht selten zur Operation. Bei einer Arthroskopie wird dann überschüssiges Gewebe entfernt. Dieser Eingriff ist oft überflüssig, meinen britische Forscher.
Physiotherapie

Eine Physiotherapie kann bei Schmerzen durch die so genannte Schulterenge helfen

Schulterschmerzen sind nicht nur unangenehm, sondern führen zu Bewegungseinschränkungen und damit zu Einschränkungen im Alltag. Die Ursache von Schulter-Schmerzen werden oft im Raum zwischen dem Schulterblatt (Acromion) und dem darunterliegenden Schultereckgelenk verortet. Ist dieser Spalt durch überschüssigen Knochen und/oder Weichgewebe verengt, wird die dort verlaufene Sehne gereizt.

Dieser Befund, sie so genannte Schulterenge, wird auch als Impingement-Syndrom bezeichnet. Dann wird oft versucht, dem Schmerz mit einer minimalinvasiven Operation - der arthroskopischen subacromialen Dekompression - beizukommen. Einige Studien ließen aber bereits Zweifel daran aufkommen, ob die OP bei dem subacromialen Schmerz effektiver ist als eine konventionelle Behandlung wie etwa eine Physiotherapie.

Arthroskopie mit und ohne Entfernung von Knochen udn Gewebe

Wissenschaftler von der University of Oxford wollten das genauer wissen. Sie führten eine randomisierte und placebo-kontrollierte Studie an 313 Patienten in 32 britischen Krankenhäusern  mit 51 Chirurgen durch. Die Probanden litten seit mindestens 3 Monaten an Schulter-Schmerzen. Zuvor hatten sie Bewegungs-Übungen absolviert und mindestens eine Steroid-Injektion erhalten.

Bei einer Gruppe wurde nun die arthroskopische subacromiale Dekompression durchgeführt, eine zweite Gruppe wurde nur arthroskopisch untersucht, ohne dass dabei Knochen oder Weichgewebe entfernt wurde, eine dritte Gruppe erhielt keine Behandlung. Nach 6 Monaten wurden die Patienten nachuntersucht.

 

Bei Schulter-Schmerzen OP oft überflüssig

Dabei stellte sich heraus, dass die OP ebenso wirksam war wie die reine Untersuchung. Die Arthroskopie mit und ohne Entfernung von Gewebe war zwar geringfügig wirksamer als gar keine Behandlung, aber die Differenz war klinisch nicht von Bedeutung. Auch bei der Komplikationsrate gab es keine Unterschiede zwischen den Gruppen.

Fazit der Forscher: Bei Schulter-Schmerzen mit dieser Indikation ist die OP überflüssig. Eine Physiotherapie und/oder Schmerzmittel könnten ebenso wirksam sein. Dies sollte den Patienten während des gemeinsamen Behandlungs-Entscheidungsprozesses mitgeteilt werden. Die entsprechende Studie erschien im Fachmagazin Lancet.

Eine andere Schmerz-Ursache liegt bei der Kalkschulter vor. Hier hat sich die Behandlung mit einer Stoßwellentherapie als wirksam erwiesen.

Foto: RioPatuca Images/fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Chirurgie
 

Weitere Nachrichten zum Thema Gelenke

| Die Stoßwellentherapie bei Kalkschulter gehört zu den sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen („IGeL“), die ein Patient selbst bezahlen muss. Der Medizinische Dienst des GKV-Spitzenverbandes hat für diese Behandlungsmethode nun „Hinweise auf einen erheblichen Nutzen“ festgestellt.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Mitarbeiter in den Alten- und Pflegeheimen haben Angst, sich mit Corona zu infizieren. Angehörige dürfen ihre Pflegebedürftigen nicht mehr besuchen. Bei Covid-19 Erkrankungen in einem Pflegeheim müssen betroffene Pflegebedürftige von den übrigen Bewohnern isoliert werden. Über die Situation in der stationären und ambulanten Pflege sprach Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus.
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin Mehrzweckraum, EG
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Work-Life-Balance, geregelte Arbeitszeiten – in altersgemischten Stationsteams prallen Welten aufeinander. Wie sich der Generationenkonflikt im Krankenhaus lösen lässt, weiß Professor Wolfgang Kölfen, Chefarzt und Kommunikationsberater aus Mönchengladbach.
Die Universitätsmedizin Essen ist Smart Hospital und aktiv am Aufbau des virtuellen Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Über die Chancen der digitalen Transformation und die Hürden auf diesem Weg hat Gesundheitsstadt Berlin mit der Digital Change Managerin der Universitätsmedizin Dr. Anke Diehl gesprochen.