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10.08.2019

Bei Rheuma tierisches Eiweiß drastisch reduzieren

Eine gesunde Ernährung spielt auch bei Rheuma eine große Rolle. Fleisch, Wurst, Milch und Eier sind wegen ihres hohen Gehalts an Arachidonsäure schlecht für Rheumakranke. Fachleute raten, tierisches Eiweiß drastisch zu reduzieren.
Rheuma, tierisches Eiweiß verzichten

Bei Rheuma sollte viel Obst und Gemüse auf den Teller. Tierisches Eiweiß fördert die Entzündung

Die richtige Ernährung spielt auch bei Rheuma eine wichtige Rolle. Zwar ist keine Ernährungsform in der Lage, erbliche Grundlagen zu ändern und die rheumatische Krankheit zu heilen. Mit einer ausgewogenen, vitamin- und eiweißreichen Ernährung lässt sich der Verlauf einer entzündlichen rheumatischen Erkrankung jedoch positiv beeinflussen. Umgekehrt gilt, dass Rheumakranke auf Lebensmittel mit Arachidonsäure möglichst ganz verzichten sollten. Aus diesem Stoff werden im Körper entzündungsfördernde Botenstoffe gebildet, die Schmerzen, Schwellung und Überwärmung der Gelenke verursachen.

Arachidonsäure fördert die Entzündung

Arachidonsäure kommt ausschließlich in tierischem Eiweiß vor, also in Fleisch, Wurst, Milchprodukten und Eiern. Experten der Deutschen Rheumaliga raten deshalb, die Zufuhr von tierischem Eiweiß drastisch zu reduzieren. Bereits mit zwei kleinen Fleischmahlzeiten pro Woche werde die maximal empfohlene Wochenmenge von 350 mg erreicht. Die darüber hinaus aufgenommene Arachidonsäure wird fast vollständig in die Körperzellen eingebaut und zur Bildung der entzündungsfördernden Botenstoffe verwendet. Auf Eier sollte möglichst ganz verzichtet werden, raten die Experten und bei Milchprodukten sollten allenfalls die fettarmen Varianten verwendet werden.

 

Ernährungstipps für Rheumakranke

Diese und andere wichtige Informationen zur Ernährung bei Rheuma gibt die Deutsche Rheumaliga in ihrer Broschüre. "Die richtige Ernährung bei Rheuma". Dort erfahren Betroffene, worauf sie achten sollen, wenn sie den Speiseplan zusammenstellen. Es gibt zum Beispiel eine Pro- und Contra-Liste zum Thema Fasten und eine Anleitung, die zeigt, wie Patienten ihren rheumatisch bedingten Mangel von Kalzium oder Eisen ausgleichen können. Alle Empfehlungen sind durch Studien belegt. Außerdem enthält die Broschüre Rezepte zum Nachkochen.

Online-Chat zum Thema Ernährung

Zum Thema "Ernährung und Rheuma" bietet die Deutsche Rheuma-noch bis zum 15. August unter „rheuma-liga.de/forum ein kostenfreies Online-Chat mit Experten an. Fragen beantworten die beiden Rheumatologen Prof. Dr. Stefan Schewe (München) und Prof. Dr. Gernot Keyßer (Halle/ Saale) sowie die beiden Ernährungsmediziner Prof. Dr. Olaf Adam (München) sowie Edeltraud Heinlein.

Zu den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen gehören unter anderem die rheumatoide Arthritis, Fingerpolyarthrose, Morbus Bechterew (Ankylosierende Spondy litis), Psoriasisarthritis und Begleitarthritiden bei entzündlichen Darmerkrankungen sowie bei der Stoffwechselerkrankung Gicht.

Foto: © M.studio - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
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