. Empfehlung der Schilddrüsen-Liga:

Bei Kindern in der Vorsorge auch auf die Schilddrüse achten!

Müde, antriebslos und schlapp? Zeigen Kinder solche Symptome, könnte das auch eine Störung der Schilddrüse sein. Diese Werte werden bei Kindern oft nicht untersucht, bemängelt die Schilddrüsen-Liga Deutschland e.V.

Lustlos und Lernschwach? Das könnte auch an der Schilddrüse liegen!

Der 25. Mai ist von der International Thyroid Federation deshalb zum „Internationalen Tag der Schilddrüse“ (International Thyroid Day) ausgerufen worden.

Hintergrund ist, dass angeborene Schilddrüsenfunktionsstörungen in Deutschland zwar durch Untersuchungen kurz nach der Geburt, noch im Krankenhaus, rechtzeitig erkannt werden. Bei später hinzukommenden Funktionsstörungen sei dies leider anders, so die Patientenorganisation. Messungen der Schilddrüsenhormonwerte seien nach der Neugeborenen-Periode nicht Bestandteil der üblichen Vorsorgeuntersuchungen – zwischen der U1 und J1 könnten so 12-14 Jahre liegen, in denen „von Amts wegen“ keine Schilddrüsenuntersuchungen gemacht werden.

Schilddrüsenfunktionsstörung äußert sich bei Kindern ganz unspezifisch

Die Schilddrüsen-Liga Deutschland e.V. setzt sich daher dafür ein, dass nach der Screening-Untersuchung (2.-5. Tag nach der Geburt), auch in den folgenden Kinder- und Jugenduntersuchungen die Laborparameter für Schilddrüsenerkrankungen überprüft werden.

„Bis dies zum Standard wird, kann diese einfache Untersuchung auf Verlangen aber auch vom Haus- oder Kinderarzt vorgenommen werden, wenn der Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung besteht oder wenn Schilddrüsenerkrankungen in der Familie bekannt sind“, empfiehlt der Verein. Eine Schilddrüsenunterfunktion bei Kindern äußert sich oft wenig charakteristisch, z.B. durch Antriebslosigkeit, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen sowie durch Übergewicht. 

Auch bei Lernschwäche kann die Ursache eine Fehlfunktion der Schilddrüse sein

Auch, wenn ein Kind in der Schule mit Lernschwäche auffällt, könnte die Ursache eine Schilddrüsenfunktionsstörung sein. Ist das der Fall, lässt sich solch eine Fehlfunktion heutzutage gut behandeln und die Symptome verschwinden umgehend.

„Die Diagnose einer Schilddrüsenfunktionsstörung ist leicht zu stellen, eine kleine Blutprobe ist ausreichend“, betonen die Selbsthilfe-Verantwortlichen und raten: „Insbesondere, wenn Schilddrüsenerkrankungen in der Familie bekannt sind, aber eben auch wenn Symptome bestehen, sollte zum Wohle der Kinder und für deren gesunde Zukunft die regelmäßige Untersuchung der Schilddrüse nicht verzögert werden oder unterbleiben.“ Schließlich könnten so nicht nur viele Folgeschäden vermieden, sondern den Kindern auch ein gesundes Heranwachsen ermöglicht werden.

Foto: Fotofreundin - fotolia.com

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Kinder, Vorsorge

| Viele Frauen weisen zu Beginn einer Schwangerschaft einen Mangel an Schilddrüsenhormonen auf, weil sie zu wenig Jod mit der Nahrung aufnehmen. Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch sollten daher auf ihre Schilddrüsenfunktion und eine ausreichende Jodzufuhr achten.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Wer regelmäßig Sport treibt, wird seltener krank und kann den Alterungsprozess in einigen körperlichen Bereichen um zehn Jahre zurückdrehen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Langzeitstudie „Gesundheit zum Mitmachen“.
Die (hATTR) Amyloidose ist eine seltene Erbkrankheit mit einer geringen Lebenserwartung. Hoffnung macht jetzt ein neues Medikament, das bereits die klinischen Phase III erfolgreich absolviert hat. Die Zulassung könnte schon nächstes Jahr erfolgen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.