. Schütze Deinen Kopf

Bei Gehirnerschütterung Pause einlegen

Eine Gehirnerschütterung darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Davor warnt jetzt die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung mit ihren drei Spots „Schütz Deinen Kopf!“
Die Erklärfilme „Schütze Deinen Kopf“ zeigen, warum man sich bei einer Gehirnerschütterung schonen sollte

Die Erklärfilme „Schütze Deinen Kopf“ zeigen, warum man sich bei einer Gehirnerschütterung schonen sollte

Eine Gehirnerschütterung sieht man nicht. Trotzdem handelt es sich um eine zeitlich begrenzte Hirnfunktionsstörungen, die von neurologischen Auffälligkeiten begleitet wird. „Diese klingen nur dann zuverlässig ab, wenn der Patient sich schont“, sagt Prof. Dr. Eckhard Rickels, Chefarzt der Neurotraumatologie im Allgemeinen Krankenhaus Celle und medizinscher Berater der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung.

Wie wichtig es ist, sich nach einer Kopfverletzung zu schonen, darauf machen jetzt die Animationsfilme „Schütz Deinen Kopf!“ der Stiftung aufmerksam. In einem der Spots ist ein Eishockeyspieler zu sehen, der mit seinem Kopf gegen die Bande prallt. Obwohl er sich nur mühsam hochrappelt und benommen wirkt, zeigt er dem Mannschaftsarzt den erhobenen Daumen. Der Animationsfilm zeigt also, wie man es nicht machen sollte – und damit ein typisches Alltagsverhalten.

Nicht den starken Mann spielen

Zum Thema Gehirnerschütterungen bestehe noch viel Aufklärungsbedarf, betont Dr. Axel Gänsslen vom Klinikum Wolfsburg, Mannschaftsarzt des Eishockey-Bundesligisten Grizzlys Wolfsburg, der ebenfalls als medizinischer Berater in die Produktion involviert war. Viele spielten den starken Mann, weil sie ihr Team nicht schwächen wollten. Das sei aber grundlegend falsch, meint der Mediziner. „Die Filme verdeutlichen, warum die Sportler damit unrecht haben“, so Gänsslen.

In animierten Szenen wird dargestellt, wie Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder eine Verengung des Sichtfelds entstehen, je nachdem wo die Gehirnmasse gegen den Knochen stößt. Überdies wird gezeigt, welche Folgen ein Weiterspielen haben kann: Der Spieler wird langsamer und sein Risiko für weitere Stürze oder Zusammenstöße steigt.

 

Neue App zu Gehirnerschütterung

Die Produktion der drei neuen Spots wurde durch eine Spende der Pitzer Stiftung ermöglicht. „Wir hoffen, dass unsere Spende dazu beiträgt, Breiten- und Leistungssportler für die Problematik der nicht erkannten Gehirnerschütterungen zu sensibilisieren“, sagte deren Vorsitzender Dr. Helmut Häuser.

Derzeit entwickelt die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung eine App, mit der man eine mögliche Gehirnerschütterung schon auf dem Sportplatz identifizieren kann. Ab Mitte Dezember soll die App in allen App-Stores kostenlos zur Verfügung stehen.

Autor: ham
Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Schädel-Hirntrauma , Gehirnerschütterung , Gehirn
 

Weitere Nachrichten zum Thema Gehirnerschütterung

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Dass Facharzttermine gerne nach Versichertenstatus vergeben werden, war bisher vor allem ein Verdacht. Forscher des RWI Essen wollten jetzt einmal wissenschaftlich überprüfen, ob an diesem Verdacht tatsächlich etwas dran ist: Sie führten systematisch Testanrufe bei 1.000 Facharztpraxen in ganz Deutschland durch und gaben sich dabei als Patienten aus – mal gesetzlich, mal privat versichert.
 
 
. Interviews
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.