Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
27.09.2017

Bei Fernreisen Tollwut Risiko beachten

Tollwut? Die gibt es doch gar nicht mehr. Das gilt nur hierzulande. In vielen anderen Ländern ist das gefährliche Virus nach wie vor weit verbreitet. Deshalb gilt es bei Fernreisen, das Tollwut Risiko zu beachten.
Bei Fernreisen Tollwut Risiko beachten

Bei manchen Fernreisen kann eine Tollwut-Impfung angezeigt sein.

Das Centrum für Reisemedizin (CRM) rät dazu, sich vor jeder Fernreise über die Tollwutgefahr im Reiseland zu informieren. Wer in Regionen reist, in denen Tollwut übertragen wird, sollte sich vorab impfen lassen, so das CRM. Denn in vielen Reiseländern sind nach Angaben der Experten hochwertige Impfstoffe nicht regelhaft verfügbar.

Tollwut ist eine Viruserkrankung, die von Tieren auf Menschen übertragen werden kann. Oft überträgt sich das Virus durch Bisse. Es kann aber auch mit dem Speichel übertragen werden, etwa wenn ein wilder Hund eine Wunde an der Hand eines Menschen schleckt.

Welches Tollwut Risiko besteht bei Fernreisen?

In Deutschland gilt die Tollwut bereits seit 2008 als ausgerottet. Nur bei wilden Fledermäusen findet sich das Virus hierzulande noch vereinzelt. In vielen Ländern Afrikas und Asiens ist Tollwut jedoch noch weitverbreitet. Neben Fledermäusen übertragen dort auch streunende Hunde, wilde Katzen und Affen das Virus. Weltweit sterben deshalb immer noch rund 55.000 Menschen jedes Jahr an einer Tollwutinfektion.

Nicht jede Tollwutinfektion muss zu einer Erkrankung führen, sagen Experten. Doch wenn die Krankheit ausbricht, verläuft sie in der Regel tödlich. Denn ein Heilmittel gibt es nicht. In der Regel erfolgt die Erkrankung nach einer Inkubationszeit von drei bis acht Wochen. „In Einzelfällen kann es sogar mehrere Jahre dauern, bis die Krankheit ausbricht“, sagt CRM-Chef Professor Tomas Jelinek.

 

Was tun bei Verdacht auf eine Tollwut Infektion?

Bei Verdacht auf eine Tollwut-Infektion sollte daher so schnell wie möglich eine Impfung erfolgen. „Allerdings sind in den meisten Schwellen- und Entwicklungsländern hochwertige Zellkulturimpfstoffe und Immunglobuline nur sehr eingeschränkt erhältlich“, so Jelinek. Er empfiehlt Reisenden vor Ort gegebenenfalls Kliniken mit westlichem Standard in den großen Metropolregionen aufzusuchen.

Bei Reisen in Länder mit unzureichender medizinischer Versorgung, bei Langzeitaufenthalten oder bei einem möglichen Kontakt zu Tieren, etwa weil Nationalparks besucht werden, empfiehlt das CRM aber, sich schon im Vorfeld der Reise gegen Tollwut impfen zu lassen.

Damit der Schutz vollständig ist, wird der Impfstoff auf Basis von Zellkulturen in drei Dosen innerhalb von mehreren Wochen verabreicht. Ist die Zeit knapp, kann der Impfstoff bei der sogenannten Schnellimmunisierung, innerhalb von einer Woche geimpft werden. Nach Kontakt mit einem tollwutverdächtigen Tier muss dennoch sicherheitshalber nochmals geimpft werden.

Mit dem Welt Tollwut Tag soll jedes Jahr am 28. September das Bewusstsein für die tödliche Viruserkrankung gesteigert werden.

Foto: Alexander Raths – fotolia.com

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Reisemedizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Tollwut Risiko

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Bei starkem Übergewicht kann ein Magenbypass zu einer bedeutenden Gewichtsabnahme führen. Ärzte aus Gießen nutzen für die Operation jetzt den OP-Roboter daVinci. Das sind die Vorteile.

Geschwollene Hubbel, kreisförmige Rötungen und – besonders lästig – der Juckreiz: Mit ihrer zarten Haut und ihren zarten Gefühlen haben Mückenstiche für Kinder eine ganze andere Dramatik als für Erwachsene. Hier ein paar Tipps für Eltern, um schnell und wirksam etwas dagegen zu tun.

 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin