Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Bei Diabetes die Netzhaut untersuchen

Bei den meisten Diabetes-Patienten treten irgendwann Schäden an der Netzhaut auf. Daher sollten sie regelmässig zur Kontrolle beim Augenarzt gehen.
Diabetes führt häufig zu Schädigungen der Netzhaut

Diabetes führt häufig zu Schädigungen der Netzhaut

Bei über 80 Prozent aller Diabetes-Patienten entstehen im Lauf der Jahre Schäden an der Netzhaut, die sogenannte diabetische Retinopathie. Bei Typ-2-Diabetikern sind in einem Drittel der Fälle die Schäden bereits bei der Diagnosestellung zu erkennen. Daher sollte jeder Patient mit Typ-2-Diabetes sofort nach Bekanntwerden der Erkrankung eine Untersuchung der Netzhaut vornehmen lassen. Danach sollte die Untersuchung in jährlichen Abständen erfolgen. Menschen mit Typ-1-Diabetes sollten sich ab dem fünften Jahr der Erkrankung beim Augenarzt auf mögliche Schädigungen untersuchen lassen. Dazu rief der Dachverband diabetesDE anlässlich des diesjährigen Sehbehindertentages auf.

Bei der diabetischen Retinopathie kommt es zu einer Veränderung der kleinen Blutgefässe. Es können Blutungen sowie Einlagerungen von Flüssigkeit im Gewebe der Netzhaut entstehen. Im weiteren Verlauf kann es unter anderem zu einer Netzhautablösung kommen. Auch kann sich der Augendruckerhöhung erhöhen, wodurch die Gefahr eines Grünen Stars (Glaukom) gegeben ist. In Europa und Nordamerika ist die diabetische Retinopathie die häufigste Erblindungsursache bei Menschen zwischen 20 und 65 Jahren. Durchschnittlich erblinden zwei Prozent der Diabetiker daran. Hauptrisikofaktoren für die Netzhautschäden sind eine lange andauernde Zuckerkrankheit sowie eine schlechte Kontrolle des Blutzuckerspiegels.

Einstellung des Diabetes ist der beste Schutz für das Auge

Eine wirkliche Heilung der diabetischen Retinopathie ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich. Dennoch lässt sich durch verschiedene Behandlungsmassnahmen, wie Lasertherapie, Operation oder Injektionen eine Besserung oder zumindest ein Stillstand der Erkrankung erreichen. Die wichtigste Voraussetzung für einen Behandlungserfolg ist eine strenge Einstellung des Diabetes. Auch kann dadurch die Entstehung einer diabetischen Retinopathie verzögert oder sogar verhindert werden. Allgemein gilt: Je früher die Schädigungen an der Netzhaut erkannt werden und je eher Gegenmassnahmen ergriffen werden, desto besser sind die Erfolgsaussichten.

Erhebungen zufolge sind in Deutschland etwa fünf Millionen Menschen an Diabetes erkrankt. Die Dunkelziffer wird auf weitere zwei bis drei Millionen geschätzt. Zwischen dem Beginn eines Diabetes und der Diagnosestellung vergehen im Schnitt sieben Jahre. In dieser Zeit können schon Organschäden auftreten. Daher sind bei vielen Betroffenen schon zum Zeitpunkt der Diagnose Folgeschäden der Erkrankung nachzuweisen. Neben der diabetischen Retinopathie gehören Bluthochdruck, Neuropathie und Herzinfarkt zu den häufigsten Begleit- und Folgeerscheinungen eines Diabetes.

Bild: lightpoet/fotolia.com

 
Autor:
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Diabetes , Auge
 

Weitere Nachrichten zum Thema Diabetes

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten
Kinder reagieren besonders sensibel auf Giftstoffe im Tabakrauch. Ihr Körper kann Gifte dazu noch schlechter abbauen. Wer als Erwachsener in Gegenwart von Kindern raucht, erhöht deren Risiko, Asthma und andere Krankheiten zu bekommen. Darauf weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) anlässlich des Deutschen Lungentags am 25. September hin.


 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin