Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
30.08.2018

Bei COPD Vitamin D-Mangel vermeiden

Vitamin-D-Mangel könnte bei der Entstehung von COPD eine größere Rolle spielen als bislang gedacht. Auch könnte das fehlende Sonnenvitamin das Fortschreiten der Lungenkrankheit begünstigen. Darauf weisen neueste Forschungserkenntnisse hin.
COPD, Vitamin D

COPD: Vitamin D scheint eine wichtige Rolle bei der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit zu spielen

Wie entsteht eine COPD?

Die chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD) geht meist aufs Rauchen zurück. Möglicherweise könnte außerdem ein Vitamin-D-Mangel Einfluss auf die Entstehung und das Fortschreiten der Krankheit haben. Zum einen ist bekannt, dass viele COPD-Patienten einen solchen Mangel haben. Zum anderen stärkt Vitamin D das Immunsystem und ist an vielen Körperfunktionen beteiligt, es stärkt zum Beispiel Muskeln und Knochen und ist wichtig für die Herzgesundheit. Außerdem gibt es Hinweise auf einen Zusammenhang zur Lungenfunktion und ihrer Abnahme.

Forscher sind nun der Frage nachgegangen, welche Rolle das Sonnenvitamin bei COPD spielen könnte und suchten dazu in einer wissenschaftlichen Datenbank nach passenden Fachartikeln. Und tatsächlich fanden sie Belege für einen Zusammenhang zwischen COPD und Vitamin D. Die Ergebnisse wurden im "Clinical Respiratory Journal" veröffentlicht.

 

Vitamin D reguliert Entzündungsvorgänge

Demnach können die Effekte von Vitamin D als gesteigerte Produktion von antimikrobiellen Eiweißen, Regulation von Entzündungsvorgängen und Umbauprozesse der Atemwege zusammengefasst werden, berichten die Autoren. In der Fachliteratur fanden das Team um Nurdan Kokturk von der Gazi Universität Ankara Belege, dass Vitamin D die Produktion von verschiedenen entzündungsfördernden Botenstoffen hemmt. Gleichzeitig wird auch die Reaktion bestimmter Immunzellen unterdrückt, die vermutlich dazu beitragen, dass eine COPD entsteht.

Ferner könnte ein Vitamin-D-Mangel das Immunsystem schwächen, sodass chronische Atemwegsinfektionen und die Besiedelung der Atemwege mit schädlichen Mikroorganismen begünstigt werden, so eine weitere Erkenntnis aus der Literaturanalyse.

Lässt sich eine COPD mit dem Sonnenvitamin aufhalten?

Die Empfehlung der Forscher lautet daher, den Vitamin-D-Spiegel von COPD-Patienten in den Normalbereich zu heben. Dadurch könnte die bakterielle Belastung und die damit verbundenen akuten Verschlechterungen reduziert werden. Ausreichend Vitamin D ist dem Bericht nach auch für die Kontrolle von häufigen Begleiterkrankungen einer COPD wichtig. Dazu gehören etwa Osteoporose, Muskelschwäche oder  Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Allerdings seien weitere Studien nötig, um den positiven Einfluss von Vitamin D auf die Entwicklung einer COPD zu verifizieren.

Foto: pixelcaos/fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: COPD , Lungenerkrankungen , Immunsystem
 

Weitere Nachrichten zum Thema COPD

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Weil Corona so oft asymptomatisch verläuft, kann über die Dunkelziffer nur spekuliert werden. Licht ins Dunkel bringt nun eine Studie Helmholtz Zentrums München. Danach waren in zweiten Corona-Welle waren drei- bis viermal mehr Kinder in Bayern mit SARS-CoV-2 infiziert, als über PCR-Tests gemeldet.


Die einen werden kleingemacht, die anderen gepampert: „Toxische Führung“ in der Arbeitswelt kann Belegschaften spalten und schadet auch den Unternehmen. So paradox es klingt: Vom Chef oder von Vorgesetzten anderen gegenüber offen bevorzugt zu werden, kann für Mitarbeiter unerträglich werden und sie in die Kündigung treiben. Das zeigt eine Studie der privaten „Kühne Logistics University“.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin