. Demenz

Beginn von Menstruation und Wechseljahren beeinflusst Demenz-Risiko

Frauen, bei denen die Menstruation spät beginnt und die Wechseljahre früh einsetzen, haben ein höheres Risiko, an Demenz zu erkranken. Das zeigt zumindest eine US-Studie.
wechseljahre, menopause, klimakterium, hitzewallungen

Ein früher Beginn der Wechseljahre kann mit einem erhöhten Demenz-Risiko verbunden sein

Frauen, bei denen die Menstruation spät beginnt und die Wechseljahre früh einsetzen, haben möglicherweise ein höheres Risiko, an einer Demenz zu erkranken. Das zeigt eine US-Studie, die im Fachmagazin Neurology erschien. Dafür wurden die Gesundheitsdaten von 6.137 Frauen ausgewertet.

Frauen erkranken häufiger an Alzheimer als Männer - die Forscher waren nun auf der Suche nach speziellen Risiko-Faktoren beziehungsweise möglichen Präventionsmaßnahmen. Dabei scheint der Östrogenspiegel eine große Rolle zu spielen. Die Sexualhormone werden während der Fortpflanzungszeit von den Eierstöcken ausgeschieden.

Anzahl der fruchtbaren Jahre wurde berechnet

Anhand von Fragebögen und medizinischen Untersuchungen war festzustellen, wann die Probandinnen ihre erste Regelblutung hatten, wann sie in den Wechseljahre kamen, und ob sie einer Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) unterzogen wurden. Die Forscher berechneten danach für jede Teilnehmerin die Anzahl der reproduktiven beziehungsweise fruchtbaren Jahre.

Das Durchschnittsalter bei der ersten Periode betrug 13 Jahre, das Durchschnittsalter beim Eintritt der Wechseljahre lag bei 45 Jahren, und die durchschnittliche Gesamtzahl der reproduktiven Jahre betrug 32 Jahre. 34 Prozent der Frauen gaben eine Gebärmutterentfernung an.

 

Von allen Frauen entwickelten 42 Prozent später eine Demenz

Betrachtet man nur Frauen, die keine Hysterektomie hatten, betrug das Durchschnittsalter der Menopause 47 Jahre und die durchschnittliche Gesamtzahl der reproduktiven Jahre 34 Jahre.

Von allen Teilnehmerinnen entwickelten 42 Prozent später eine Demenz. Die Forscher fanden heraus, dass Frauen, die ihren ersten Menstruationszyklus im Alter von 16 Jahren oder älter hatten, ein um 23 Prozent höheres Demenzrisiko hatten als Frauen, die ihren ersten Menstruationszyklus im Alter von 13 Jahren hatten. Frauen, die vor dem 47. Lebensjahr eine natürliche Menopause hatten, hatten ein um 19 Prozent höheres Demenzrisiko als Frauen, die im Alter von 47 Jahren oder älter die Menopause durchgemacht hatten.

Beginn von Menstruation und Wechseljahren beeinflusst Demenz-Risiko

Die Zeitspanne zwischen Menstruation und Wechseljahren beeinflusste also das Demenz-Risiko. Betrachtet man die gesamten reproduktiven Jahre, hatten Frauen, bei denen diese weniger als 34 Jahre betrugen, ein um 20 Prozent höheres Demenzrisiko als Frauen, die 34 oder mehr reproduktive Jahre hatten. Frauen, die Hysterektomien hatten, hatten ein um 8 Prozent höheres Demenzrisiko als jene, die keine hatte. Anderere Einflussfaktoren, die das Demenzrisiko beeinflussen könnten, wie Rauchen, Diabetes und Bluthochdruck, wurden herausgerechnet.

"Der Östrogenspiegel kann während des gesamten Lebens einer Frau auf und ab gehen", sagte Studienautorin Paola Gilsanz, von der Forschungsabteilung der Gesundheitsunternehmens Kaiser Permanente (Oakland). "Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine geringere Exposition gegenüber Östrogen im Laufe des Lebens mit einem erhöhten Demenzrisiko verbunden ist." Der Östrogenspiegel wird auch durch Schwangerschaften, eine Hormonersatztherapie oder die Pille beeinflusst - inwieweit diese Faktoren Auswirkungen auf das Demenz-Risiko haben, müssten weitere Studien untersuchen.

Foto: Rido/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Demenz
 

Weitere Nachrichten zum Thema Demenz

| Viele demenzerkrankte Menschen werden nicht fachgerecht diagnostiziert. Dabei ist eine möglichst frühe Diagnose wichtig, um alle therapeutischen Möglichkeiten auszuloten. Zudem können Symptome, die auf eine Demenzerkrankung hinweisen, ganz andere Ursachen haben, die festgestellt werden sollten.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Die Corona-Pandemie hat unser Leben radikal verändert. Familien leben auf engem Raum zusammen. Alleinstehenden brechen die sozialen Kontakte weg. Experten befürchten eine Zunahme häuslicher Gewalt. Über Hilfestellungen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Psychiater und Stressforscher Prof. Dr. Mazda Adli gesprochen.
Der Deutsche Ethikrat hält die gegenwärtigen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie in Deutschland für gerechtfertigt. Jedoch müssten die Restriktionen bald schrittweise gelockert werden. Wie das geschehen kann, hat das Gremium in seiner Ad-hoc-Empfehlung "Solidarität und Verantwortung in der Corona-Krise" beschrieben.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin Mehrzweckraum, EG
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Work-Life-Balance, geregelte Arbeitszeiten – in altersgemischten Stationsteams prallen Welten aufeinander. Wie sich der Generationenkonflikt im Krankenhaus lösen lässt, weiß Professor Wolfgang Kölfen, Chefarzt und Kommunikationsberater aus Mönchengladbach.
Die Universitätsmedizin Essen ist Smart Hospital und aktiv am Aufbau des virtuellen Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Über die Chancen der digitalen Transformation und die Hürden auf diesem Weg hat Gesundheitsstadt Berlin mit der Digital Change Managerin der Universitätsmedizin Dr. Anke Diehl gesprochen.