Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
19.02.2021

Bedenken gegen AstraZeneca-Impfstoff unbegründet

Lieber keinen Covid-19-Schutz als sich mit dem AstraZeneca-Impfstoff impfen lassen? Experten halten diese Einstellung für unbegründet. Es gibt Nebenwirkungen, die Wirksamkeit ist im Vergleich geringer. Aber er schützt.
Der Impfstoff von AstraZeneca wirkt und schützt

Lieber gar keinen Covid-19-Schutz als sich mit dem AstraZeneca-Impfstoff impfen lassen? Zuletzt häuften sich Fälle, in denen medizinisches Personal aus der Impf-Prio-Gruppe 1 die Impfung aus dem Grund ablehnte. Experten halten diese Einstellung für unbegründet. Was stimmt: Es gibt Nebenwirkungen und die Wirksamkeit ist geringer als bei den mRNA-Impfstoffen, die auf einem anderen Wirkprinzip beruhen als der schwedisch-britische Vektor-Impfstoff.

Sie wird mit 60 Prozent angegeben, die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna liegen bei 93 und 95 Prozent. Das heißt, er schützt in geringerem Maß vor einer Ansteckung. Nach bisherigen Erkenntnissen schützt er jedoch zu 100 Prozent vor schweren Krankheitsverläufen und Hospitalisierung. Weiterer Vorteil: Er kann bei Kühlschranktemperaturen gelagert werden.

AstraZeneca-Impfstoff wirkt gegen britische Virus-Mutante

Der AstraZeneca-Impfstoff wirkt wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge auch gegen die in Großbritannien zuerst entdeckte Mutante des SARS-CoV-2-Virus (B.1.1.7.). Anders verhält es sich mit der in Südafrika entdeckten Mutante (B.1.351.). Hier fällt die Schutzwirkung gering aus und liegt einer Studie zufolge nur bei 10 Prozent.

Ein weiterer Punkt sorgte für Verunsicherung: Der AstraZeneca-Impfstoff darf nur an Personen bis 64 Jahren verimpft werden. An den Zulassungsstudien hatten zuwenig Senioren teilgenommen, so dass keine sichere Aussage über Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs in der höheren Altersklasse getroffen werden konnte, erklärt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut.

 

Krankenhauspersonal bekam Fieber und Schüttelfrost

Dass bei einer Impfung Reaktionen aufteten, ist nicht ungewöhnlich. Die treten auch bei Biontech/Pfizer und Moderna auf, eher bei der zweiten als bei der ersten Dosis. Bei AstraZeneca sind die Reaktionen auf die erste Impfdosis stärker. Sie zeigen, dass die Impfung funktioniert und das Immunsystem aktiviert.

In den  Fällen, die derzeit durch die Medien gehen, wurde Krankenhauspersonal geimpft. Bei vielen Betroffenen trat Fieber und Schüttelfrost auf. Das führte zu Massenkrankschreibungen und der daraus resultierende Personalmangel sorgte für Probleme. Einige Kliniken wollen nun gestaffelt oder freitags impfen, um sich gegen größere Ausfälle zu wappnen. Es soll aber weiterhin geimpft werden.

Bedenken gegen AstraZeneca-Impfstoff unbegründet

"Dieser Impfstoff ist wirksam und in jedem Fall besser als gar kein Impfstoff. Außerdem wird er derzeit in Großbritannien in hohen Mengen erfolgreich verimpft", betonte der Bundesvorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Deutschlands (Virchowbund), Dr. Dirk Heinrich. Die Bedenken gegen den AstraZeneca-Impfstoff sind also unbegründet.

Heinrich hat auch eine Erklärung für die höhere Nebenwirkungsrate bei AstraZeneca. Dies liege an der stärkeren Immunantwort in der geimpften Altersgruppe der bis zu 65-Jährigen. Zudem sei diese Altersgruppe noch vorwiegend berufstätig und meldet sich daher auch eher krank als ältere.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat nun einen Vorschlag gemacht, wie man den nicht abgefragten Impfstoff an den Mann bringen könnte: Er wird Lehrern, Erziehern, Polizei und Feuerwehr angeboten. Auch Impfungen für den Einzelhandel und Mitarbeiter im Nahverkehr seien denkbar, sagte er im Tagesspiegel. "Diese Berufsgruppen haben täglich Hunderte Kontakte".

Foto: Adobe Stock/alex.pin

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus , Impfen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Corona-Impfung

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen. Im Profi-Sport wird den Zellbausteinen seit ein paar Jahren besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Durch spezielle Trainingsmaßnahmen und Nahrungsergänzungsmittel lässt sich die körperliche Leistungsfähigkeit offenbar enorm steigern.

Mitarbeiter im Gesundheitswesen kämpfen an vorderster Front: Viele kamen während der Pandemie an die Grenzen dessen, was Menschen aushalten können. Eine Studie der Universität Bonn zeigt: Besonders in einer Berufsgruppe haben Ängste und Depressionen behandlungsbedürftige Dimensionen erreicht.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin