. Versorgungsforschung

Bayern führt digitales Demenzregister ein

Bayern geht einen neuen Weg in der Versorgungsforschung: Ein neues digitales Demenzregister soll Angehörige unterstützen und den Langzeitverlauf von Behandlungen untersuchen. Im Januar startet das mit über zwei Millionen Euro geförderte Forschungsprojekt.
Demenzregister, Bayern

Mit einem neuen Demenzregister möchte die bayerische Staatsregierung die Versorgung von Patienten in Bayern verbessern

Schon heute leiden fast 1,6 Millionen Menschen in Deutschland an Demenz. Jedes Jahr kommen rund 40.000 Neuerkrankungen dazu. Die Versorgung und Pflege dieser Menschen ist nicht nur für das Gesundheitssystem eine Herausforderung, sondern auch für die Gesellschaft – vor allem für die Angehörigen. Bayern führt deshalb noch im Januar ein Demenzregister ein. Das Digitale Demenzregister Bayern (DigiDEM)“ soll einerseits Angehörige unterstützen und andererseits den Langzeitverlauf von Behandlungen untersuchen.

Digitale Hilfen für Betroffene und Angehörige

Ziel ist es, die Versorgung von Demenzkranken zu verbessern. Dafür werden digitale Angebote für Menschen mit Demenz und kognitiven Beeinträchtigungen bereitgestellt sowie ein digitaler Wegweiser für Betroffene und deren pflegende Angehörige eingerichtet. Weiter soll eine digitale Unterstützungsplattform für das ehrenamtliche Engagement in der Betreuung von Menschen mit Demenz aufgebaut und eine digitale Form der Partizipation für die Bürger Bayerns zu schaffen. DigiDEM baut auf den Ergebnissen des kürzlich durchgeführten Projekts „Bayerischer Demenz Survey (BayDem)“ mit insgesamt über 700 Teilnehmern (Menschen mit Demenz und pflegende Angehörige) auf.

 

Versorgungsforschung bei Demenz verbessern

Neben den konkreten Unterstützungsmaßnahmen soll DigiDEM der  Versorgungsforschung dienen. Das digitale Register, das jetzt aufgebaut wird, soll helfen, die klinische Komplexität und den Langzeitverlauf demenzieller Erkrankungen besser zu verstehen. Dazu werden flächendeckend Langzeitdaten zur Behandlung, Versorgung und Angebotsnutzung von Menschen mit Demenz sowie zur Belastung pflegender Angehöriger in allen sieben Regierungsbezirken Bayerns erhoben. Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die Lebensverhältnisse der Menschen mit Demenz und ihrer pflegenden Angehörigen insbesondere in den ländlichen Regionen Bayerns zu verbessern.

2,2 Millionen Euro Fördergelder für die ersten zwei Jahre

Das Projekt wird von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), des Universitätsklinikums Erlangen und des Innovationsclusters Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg von der Bayerischen Staatsregierung gefördert. Den Förderbescheid über 2,2 Millionen Euro für die ersten zwei Jahre hat Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml nun in Nürnberg übergeben. DigiDEM ist Teil der ressortübergreifenden Bayerischen Demenzstrategie der Bayerischen Staatsregierung.

In Bayern leben derzeit mehr als 240.000 Menschen mit Demenz. Aufgrund der demografischen Veränderungen wird  bis 2030 ein Anstieg auf 300.000 Patienten erwartet.

Foto: © Miriam Dörr - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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