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30.03.2017

Basalzellkarzinom: Hautcreme statt OP?

Das Basalzellkarzinom gehört zu den hellen Hautkrebsen. Forscher prüften, ob die Hautcreme Imiquimod auch langfristig eine Alternative zur OP sein könnte.
Heller Hautkrebs

Beim Basalzellkarzinom könnte auch die Creme-Therapie langfristig eine Option sein

Die entsprechenden Studie wurde im Journal of Investigative Dermatology veröffentlicht wird. Das Basallzellkarzinom (Basaliom) ist der weltweit häufigste Hautkrebs. Mit einer wachsenden alternden Bevölkerung steigen die Fall-Zahlen – derzeit jährlich um 10 Prozent pro Jahr.

Der Gold-Standard der Behandlung ist eine chirurgische Entfernung, dafür ist der Einsatz eines Dermatologen oder plastischen Chirurgen nötig. Viele Eingriffe bei solch einem mit geringem Risiko verbundenen Krebs könnte Ressourcen, die für ernstere und schwierigere Fälle benötigt werden, binden, argumentieren die Wissenschaftler der Universität von Nottingham. Daher untersuchten sie die Langzeitwirkung der konservativen Behandlung.

Imiquimod stärkt Immunantwort des Körpers

Die Hautcreme Imiquimod stärkt die Immunantwort des Körpers. In einer vorangegangenen, randomisierten, kontrollierten Studie hatten die Forscher Patienten in zwei Gruppen aufgeteilt. 213 erhielten über 6 – 12 Wochen einmal täglich Imiquimod, 188 erhielten eine Exzision. Nach drei Jahren ergab sich eine Erfolgsquote von 83,6 Prozent für die Patienten, die mit der Creme behandelt wurden gegenüber 98,4 Prozent, die einen klassischen chirurgischen Eingriff erhielten. Die Tumoren waren an Schläfe, Augenlid, Nase und Ohr aufgetreten, also in Bereichen, in denen das Risiko eines subklinischen Tumorwachstums gering ist.

Die Forscher verfolgten die Patienten nun über weitere zwei Jahre. Nach fünf Jahren lag die Erfolgs-Quote der 206 Imiquimod-Patienten bei 82,5 Prozent im Vergleich zu 97,7 Prozent bei den 177 Chirurgie-Patienten. Erfolg bedeutet, dass die Läsionen nicht mehr auftraten und es kein Rezidiv gab.

 

Basalzellkarzinom: Hautcreme statt OP?

Fazit von Studienleiter Prof. Hywel C. Williams: Die Creme-Therapie könne durchaus eine Alternative zur OP sein - wenn sie schnell anschlägt. Im Fünf-Jahres-Überblick zeigte sich, dass wenn die die Imiquimod-Behandlung im ersten Jahr erfolgreich war, ein Wiederauftreten des Basalzellkarzinoms unwahrscheinlich war. „Die meisten Behandlungsversagen traten im ersten Jahr der Behandlung auf“, so Williams. Und dann könne eben immer noch operiert werden.

Einige Mediziner befürchten, dass der Verzicht auf eine Exzision Patienten anfällig für so genannte „U-Boot-Läsionen“ mache, also invasiv wachsender Krebs, der klinisch lange unsichtbar bleibt. Das wurde durch die Studien-Daten nicht bestätigt. Für Patienten und Ärzte gäbe es somit die Entscheidungsmöglichkeit über eine einfacherer Behandlungs-Optionen, die auch das Gesundheitssystem weniger belaste, so Williams.

Eine Ursache ist UV-Strahlung

Basalzellkarzinome entstehen aus Zellen der so genannten Basalzellschicht der Haut und den Wurzelscheiden der Haarfollikel. Die Tumoren können in das umgebende Gewebe hineinwachsen und auch Knorpel und Knochen befallen. Hingegen siedeln sie sich extrem selten in anderen Organen an, bilden also praktisch keine Metastasen, heißt es bei der Deutschen Krebsgesellschaft. Die meisten Basalzellkarzinome entstehen im Kopf-Halsbereich. Eine starke UV-Belastung sowie eine erbliche Neigung im Zusammenhang mit einem hellen Hauttyp gelten als nachgewiesene Ursachen.

Foto: markus bormann/fotolia.com

Foto: Markus Bormann - Fotolia

Autor: bab
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