. Flüchtlingshilfe

Balsam-Projekt der Charité wird fortgesetzt

Dank einer neuen Finanzspritze wird das auch als „CharitéHelp4Syria“ bekannte „Balsam-Projekt“ für drei weitere Jahre fortgesetzt. Von der Hilfe profitieren traumatisierte Flüchtlinge in jordanischen Flüchtlingscamps.
Psychologische Hilfe für syrische Flüchtlinge: Balsam-Projekt der Charité bildet Traumatherapeuten in Jordanien aus

Psychologische Hilfe für syrische Flüchtlinge: Balsam-Projekt der Charité bildet Traumatherapeuten in Jordanien aus

Drei Jahre nach Start geht das "Balsam-Projekt" der Charité in die Verlängerung. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützt das Programm mit 1,8 Millionen Euro für weitere drei Jahre. Damit kann die Ausbildung von arabischen Psychiatern, Psychologen und Allgemeinmedizinern fortgesetzt werden, die sich in jordanischen Flüchtlingscamps um traumatisierte Menschen kümmern. Derzeit leben in diesen Camps rund 640.000 Flüchtlinge aus Syrien.

Nach Auskunft des Projektkoordinators Prof. Malek Bajbouj sind mentale Erkrankungen bei syrischen Flüchtlingen in den Camps häufig. Viele Frauen, Männer und Kinder litten unter Angststörungen, Depressionen oder posttraumatische Belastungsstörungen. „Wenn die Seele schmerzt, reicht eine Grundversorgung mit Nahrung und Medikamenten allein nicht aus“, sagt der Psychiater „Diese Menschen sind dringend therapiebedürftig.“

Traumaassoziierte Störungen vor Ort behandeln

Bereits seit 2013 unterstützen Psychiater der Charité Kollegen vor Ort. Bisher konnten mehr als 50 Ärzte erfolgreich zum Traumatherapeuten ausgebildet werden. Die Ausbildung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem jordanischen Gesundheitsministerium und der Hilfsorganisation „Help – Hilfe zur Selbsthilfe“ in Amman. Nach der Ausbildung werden die frisch gebackenen Traumatherapeuten durch Fachkräfte der Charité weiter bei ihrer praktischen Tätigkeit begleitet. Sie arbeiten dann in den Flüchtlingscamps oder in jordanischen Gesundheitszentren.

 

Jordaniens Gesundheitssystem am Limit

Charité-Mitarbeiter reisen daher regelmäßig nach Jordanien, wo es derzeit an geeigneten Therapeuten mangelt. „Wir wollen vor Ort helfen und Multiplikatoren ausbilden, die wiederum ihr Wissen weitergeben können“, erklärt Projektkoordinator Prof. Malek Bajbouj. Durch den Ausbau des Projekts könnten bis Ende 2018 Dutzende weitere Fachkräfte geschult werden. „Wir werden so tausende Patienten behandeln können und lernen selber viel für die medizinische Versorgung der Flüchtlinge in Deutschland.“

2014, also ein Jahr nach Start, wurde das Projekt „Balsam“ mit dem Else Kröner Fresenius Preis für Medizinische Entwicklungszusammenarbeit ausgezeichnet. Das Projekt ist übrigens auch unter dem Namen "CharitéHelp4Syria" bekannt und startete mit einer Ausbildungsoffensive im Libanon.

Foto: © ChristArt - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Berlin , Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Flüchtlinge

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
Der Verzehr roher Karotten löst bei vielen Menschen Allergien aus. Entgegen einer weit verbreiteten Auffassung können aber auch gekochte Karotten diesen Effekt haben. Das ergibt sich aus einer Studie der Universität Bayreuth. Personen, die hier sensibel reagieren, raten die Wissenschaftler deshalb dazu, auf den Verzehr von Karotten ganz grundsätzlich zu verzichten.
Wie genau sich das Coronavirus SARS-CoV-2 über Aerosole in Innenräumen ausbreitet, ist immer noch nicht genau erforscht. Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass auch die Luftfeuchtigkeit eine Rolle spielen könnte. Das könnte vor allem im kommenden Winter zu Problemen führen.
 
 
. Kliniken
. Interviews
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.