. Ernährungsforschung

Ballaststoffe beugen Diabetes vor

Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) haben herausgefunden, dass eiweissreiche Kost das Diabetes-Risiko erhöht - und eine erhöhte Zufuhr von unlöslichen Ballaststoffen aus Getreide einen wertvollen Beitrag zur Diabetes-Prävention leisten kann. Die neuen Erkenntnisse wurden in einer klinischen Studie mit 111 Patienten gewonnen
Ballaststoffe beugen Diabetes vor

Ballaststoffe senken Diabetes-Risiko(Foto: © Jürgen Reitböck/ PIXELIO)

Wie eine aktuelle klinische Studie unter Führung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) jetzt zeigen konnte, verschlechtert eine hohe Eiweissaufnahme zumindest vorübergehend die Insulinwirkung übergewichtiger Menschen. Unlösliche Ballaststoffe aus Getreide verbesserten dagegen die Insulinempfindlichkeit der Studienteilnehmer. Die Studie zeigt zudem erstmals Wirkmechanismen auf, über welche die Eiweiss- und Ballaststoffaufnahme die Insulinwirkung und damit auch das Diabetes-Risiko beeinflussen könnten.


Grosse Beobachtungsstudien weisen seit längerem darauf hin, dass ein hoher Eiweissverzehr und eine hohe Aufnahme unlöslicher Ballaststoffe aus Getreide sich gegensätzlich auf die Insulinwirkung und damit auch auf das Diabetes-Risiko auswirken. Die ursächlichen Zusammenhänge waren bislang aber nur wenig erforscht.

Der Erstautor der Studie Martin O. Weickert, der bei der Studie mit dem DIfE zusammengearbeitet hat, erklärte: "Wie unsere Daten zeigen, könnte ein hoher Eiweissverzehr direkt die zelluläre Weiterleitung des Insulinsignals beeinflussen, da er zu einem Konzentrationsanstieg des Signalproteins S6K1 im Fettgewebe führt. Steigt der S6K1-Spiegel, so verschlechtert sich die Insulinwirkung. Die Befunde sind im Einklang mit Studien, bei denen die Probanden Aminosäure-Infusionen erhielten, und könnten erklären, wie eine eiweissreiche Kost trotz ihrer günstigen Effekte auf das Körpergewicht und die Blutfettwerte das Diabetes-Risiko erhöhen kann."

Professor Andreas F. H. Pfeiffer Leiter der Abteilung Klinische Ernährung am DIfE ergänzte: "Die Studienergebnisse geben zudem erstmals eine plausible Erklärung für die schützende Wirkung unlöslicher Ballaststoffe aus Getreide. Mithilfe verschiedener Untersuchungen stellten wir fest, dass unter einer Diät, die gleichzeitig viel unlösliche Ballaststoffe und viel Eiweiss enthält, weniger Eiweiss aus dem Darm aufgenommen wird. Die ungünstige Wirkung des Eiweiss könnte so durch die Ballaststoffe nachhaltig kompensiert werden. Die Resultate unterstützen damit die Annahme, dass eine erhöhte Zufuhr von unlöslichen Ballaststoffen aus Getreide einen wertvollen Beitrag zur Diabetes-Prävention leisten."

An der vorliegenden Studie nahmen 111 übergewichtige, Typ-2-Diabetes-gefährdete Erwachsene teil, wobei 84 Probanden bis zum Ende der Studie durchhielten. Die zweiphasige Intervention dauerte 18 Wochen. In dieser Zeit wurden die Probanden gezielt mit vier verschiedenen Diäten ernährt. Parallel führten die Forscher und Mediziner umfangreiche Stoffwechsel-Untersuchungen durch.

 

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