Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

BA.5 ist jetzt die dominierende Variante - hohe Fallzahlen im Nordwesetn

Montag, 4. Juli 2022 – Autor:
Die Omikron-Sublinie BA.5 war zuletzt für 66 Prozent der Corona-Infektionen verantwortlich. Sie ist damit die dominierende Variante. Mit ihr steigen die Covid-19-Fallzahlen, besonders im Nordwesten Deutschlands.
Die Virusvariante BA.5 hat sich in Deutschland durchgesetzt

– Foto: Pixabay/Geralt

 

Der Anteil der Omikron-Sublinie BA.5 an allen Corona-Infektionen lag zuletzt bei 66 Prozent. Sie ist damit die dominierende Variante. Ein Aminosäure-Austausch im Spike-Protein sorgt bei ihr für eine erhöhte Übertragbarkeit. Folglich steigen die Covid-19-Fallzahlen. Das meldet das Robert Koch-Institut (RKI). Auch Geimpfte und in den ersten Monaten des Jahres an Corona erkrankte können sich anstecken.

Die meisten Fälle in allen Altersgruppen gibt es derzeit in den nordwestlichen Bundesländern. Die 7-Tage-Inzidenz (Stand: 1. Juli) lag in Schleswig-Holstein bei 1052. Wegen der zahlreichen Corona-Fälle bei den Mitarbeitern schloss das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein an den Standorten Kiel und Lübeck jetzt ganze Stationen.

Bei den Inzidenzen folgen Niedersachsen mit 980, Saarland mit 868 und Bremen mit 816. Am wenigsten Fälle gab es in Thüringen mit einer Inzidenz von 283. Der Bundesschnitt liegt bei 682. Betrachtet man das Alter gibt es die meisten Infektionen bei den 35- bis 59-jährigen, gefolgt von den 15- bis 34-jährigen.

Nichtgeimpfte haben vermutlich Infektion durchgemacht

Der geringere Anteil schwerer Erkrankungen und die niedrigere Zahl der mit Covid-19 assoziierten Todesfälle seien auf die zunehmende Grundimmunität in der Bevölkerung zurückzuführen sowie einen grundsätzlich geringeren Anteil schwerer Erkrankungen bei Infektionen durch die Omikron-Variante, heißt es weiter beim RKI.

Die Impfquote ist seit mehreren Wochen fast unverändert: 76 Prozent haben eine vollständige Impfung. Hochgerechnet 7,3 Millionen Bürger in der Altersgruppe 18 bis 59 Jahre und rund 2 Millionen in der Altersgruppe ab 60 Jahre sind noch nicht geimpft. Es müsse jedoch davon ausgegangen werden, dass ein Großteil dieser Personen durch eine durchgemachte Infektion ein gewisses Maß an Immunität erworben hat.

In anderen Ländern können andere Varianten vorherrschen, in den USA zum Beispiel die Variante BA.2.12.1. Wer hierzulande eine Infektion durchgemacht hat, könnte sich bei einer Reise womöglich erneut infizieren. Höhere Fallzahlen innerhalb Europas gibt es derzeit in Frankreich, Italien, Österreich, Portugal, Teilen Spaniens und Island. Die Daten stammen vom European Centre of Disease Prevention and Control.

 

BA.5 ist jetzt die dominierende Variante

Die Impfung habe aufgrund ihrer hohen Schutzwirkung vor einem schweren Verlauf auch bei Erkrankungen durch Omikron nicht an Bedeutung verloren, betont das Institut. Auch wenn sich BA.5 als dominierende Variante durchgesetzt hat, die mit einer vergleichsweise geringeren Krankheitslast verbunden ist. Risikogruppen und Menschen ab 70 Jahren sollten sich mit der 2. Booster-Impfung vor Covid-19-Komplikationen schützen.

Zugleich liegt die Rate akuter Atemwegserkrankungen derzeit über den Werten der vorpandemischen Jahre. Parallel zu SARS-CoV-2 zirkulieren Atemwegserreger wie Rhino-, Parainfluenza- und Influenzaviren. Circa 4,5 Millionen Bundesbürger waren in der Kalenderwoche 25 an einer Atemwegsinfektion erkrankt.

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus , Impfen , Atemwegserkrankungen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Coronavirus

11.06.2022

Wer eine Fernreise plant, sollte sich mit Impfungen und Medikamenten gegen exotische Krankheiten wappnen. Der Grund: In vielen Ländern Asiens, Afrikas und Südamerikas wurde der Kampf gegen Tropenkrankheiten aufgrund der Corona-Pandemie vernachlässigt.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Husten gehört zu den Symptomen einer virale Atemwegsinfektion. Er kann mehrere Wochen andauern und die Lebensqualität beeinträchtigen. Forscher stellten fest, dass ein Extrakt der südafrikanischen Kapland-Pelargonie gegen Husten hilft.

Finden Sie Krebsvorsorge sinnvoll? Ja, sagen 94 Prozent der Deutschen. Nur: Viele schieben sie dennoch vor sich her. Dabei können die Krebsfrüherkennungsangebote der gesetzlichen Krankenkassen viel Leid verhindern und Leben retten.

 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin