. Asthma

Azithromycin kann Asthma-Exazerbationen verhindern

Das Antibiotikum Azithromycin kann Asthma-Symptome positiv beeinflussen. Doch kann es auch akuten Verschlechterungen, sogenannten Exazerbationen, entgegenwirken? Dieser Frage ist nun ein australisches Forscher-Team nachgegangen.
Azitrhomycin bei Asthma

Asthma kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen

Anhaltende Asthma-Anfälle beeinflussen die Lebensqualität von Betroffenen stark. Und auch wer regelmäßig Medikamente wie Kortikosteroide oder Bronchodilatatoren einnimmt, kann immer wieder akute Verschlechterungen der Krankheit (Exazerbationen) erleben. Forscher aus Australien haben diesbezüglich nun das Antibiotikum Azithromycin unter die Lupe genommen, da frühere Studien bereits Hinweise geliefert haben, dass das Medikament Asthma-Symptome positiv beeinflussen kann. In ihrer Studie, die sie in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichten, konnten die Wissenschaftler nun zeigen, dass Azithromycin akute Verschlechterungen bei anhaltendem unkontrolliertem Asthma verhindern kann. Das berichtet der Lungeninformationsdienst.

Antibiotikum konnte Lebensqualität steigern

Für ihre Studie untersuchten die Forscher 420 erwachsene Personen, die alle an anhaltendem Asthma litten, welches trotz Behandlung mit Medikamenten nicht kontrollierbar war. Fast ein ganzes Jahr lang erhielten die Probanden dreimal wöchentlich entweder 500 Milligramm Azithromycin als Tablette oder ein Placebopräparat. Bei den regelmäßigen Untersuchungen wurden Parameter wie Asthma-Symptome, die Zahl der Exazerbationen und die Lungenfunktion erfasst sowie die Lebensqualität mit Hilfe eines Fragebogens analysiert.

Das Ergebnis: Azithromycin konnte die Zahl an Exazerbationen signifikant senken. Im Durchschnitt kam es in der Azithromycin-Gruppe zu 1,07 Exazerbationen pro Personenjahr, in der Kontroll-Gruppe zu 1,86. Während des gesamten Studienzeitraums hatten statistisch gesehen 64 von 100 Personen der Kontrollgruppe mindestens eine Exazerbation, in der Antibiotika-Gruppe waren es nur noch 44 von 100. Unterschiede bei den Nebenwirkungen gab es kaum. Lediglich die Zahl an Personen, die an Durchfall litten, war unter der Antibiotika-Behandlung signifikant höher als in der Kontroll-Gruppe (34 gegen 19 Prozent). Dies hatte aber keinen Einfluss auf die Lebensqualität. Diese zeigte unter Azithromycin vielmehr eine signifikante Verbesserung.  

Grundsätzlich ist vor dem Hintergrund der zunehmenden Resistenzen der Einsatz von Antibiotika kritisch zu hinterfragen. Doch die Autoren der aktuellen Asthma-Studie konnten bei ihrer Untersuchung keine Entwicklung von Antibiotika-Resistenzen feststellen. Sie kommen daher zu dem Schluss, dass Azithromycin als gut verträgliches Antibiotikum eine nützliche Zusatz-Therapie für Menschen mit anhaltendem unkontrolliertem Asthma sein könnte.

 

Keine Herzrhythmusstörungen durch Azithromycin

Azithromycin, das häufig bei bakteriellen Infektionen der Atemwege oder des Urinaltrakts verschrieben wird, war lange Zeit umstritten, da es im Verdacht stand, das Risiko für gefährliche Herzrhythmusstörungen zu erhöhen. Im Jahr 2013 hatte die amerikanische Behörde für Lebensmittelüberwachung und Arzneimittelzulassung FDA sogar eine Sicherheitswarnung für Azithromycin herausgegeben und darauf aufmerksam gemacht, dass Azithromycin insbesondere bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse nur unter Vorsicht verwendet werden sollte. In einer großen europäischen Studie, die kürzlich im Canadian Medical Association Journal veröffentlicht wurde, konnten diese Bedenken jedoch nicht bestätigt werden. Hier konnte kein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen festgestellt werden.

Foto: © highwaystarz - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Asthma , Atemwegserkrankungen , Allergie
 

Weitere Nachrichten zum Thema Asthma

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Die Sepsis – gemeinhin als Blutvergiftung bezeichnet – ist eine unterschätzte, gefährliche medizinische Notfallsituation. Mit der durch das Coronavirus ausgelösten COVID-19 Erkrankung hat die Sepsis eine größere Aufmerksamkeit bekommen. Sehr häufig entwickeln Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf von COVID-19 eine tödlich verlaufende Sepsis. Über das rechtzeitige Erkennen einer Sepsis, qualifizierte Kliniken zur Therapie sowie die notwendige Aufklärung der Bevölkerung über die Sepsis hat Gesundheitsstadt Berlin mit Prof. Dr. Konrad Reinhart, Gründungsdirektor der Deutschen Sepsis Gesellschaft und der Global Sepsis Alliance, in einem Podcast gesprochen.
 
 
. Interviews
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.