Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Autismus: Familien brauchen professionelle Hilfe

Ist ein Kind von einer autistischen Störung betroffen, bedeutet das für die Familien eine besondere Herausforderung. Um die Situation dennoch zu bewältigen, sollten sie unbedingt professionelle Hilfe suchen. Doch dafür ist es zunächst wichtig, die Störung möglichst früh zu erkennen.
Welt-Autismus-Tag 2017

Autistische Kinder benötigen besonderes Verständnis

Bevor bei einem Kind die Diagnose Autismus gestellt wird, haben die Familien oft schon einen langen Leidensweg hinter sich. Denn Autismus ist nicht auf den ersten Blick erkennbar und die körperlich-geistige Entwicklung der Kinder scheint ganz normal zu verlaufen. Nur die ungewöhnlichen Verhaltensweisen lassen darauf schließen, dass etwas nicht stimmt. Doch bis die Diagnose gestellt wird, kann es lange dauern. Dabei ist die Früherkennung besonders wichtig, damit sich die betroffenen Familien spezifische Hilfe holen können. Um über das Thema Autismus aufzuklären und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, wurde der Welt-Autismus-Tag geschaffen, der jedes Jahr am 2. April stattfindet.

Autisten haben oft besondere Begabungen

Typisch für Autismus sind Beeinträchtigungen im Sozialverhalten, mangelndes Einfühlungsvermögen, ein starres Festhalten an gewohnten Verhaltensweisen sowie motorische Auffälligkeiten. Stärken weisen Autisten hingegen in den Bereichen Gedächtnis und Aufmerksamkeit auf. Oft nehmen sie Dinge war, die anderen gar nicht auffallen, und sind auf ganz bestimmten Gebieten besonders begabt.

Eine Form des Autismus ist das Asperger-Syndrom. Von Asperger betroffene Menschen weisen häufig eine besonders hohe Intelligenz auf, haben aber ähnliche zwischenmenschliche Schwierigkeiten wie andere Autisten. Nach wie vor beeinträchtigen autistische Störungen die Berufschancen erheblich, obwohl viele Experten mittlerweile davon ausgehen, dass Autisten bei entsprechender Aufgabenstellung außerordentlich gute Leistungen erbringen können.

 

Familien brauchen Verständnis und professionelle Unterstützung

Verständnis, Geduld und die Bereitschaft, sich auf die spezifischen Bedürfnisse der Betroffenen einzulassen, sind also die besten Voraussetzungen dafür, dass Autisten ein gutes Leben führen können, bei dem auch ihre speziellen Talente zum Tragen kommen. Besonders für die Familien von Autisten ist es wichtig, sich dafür rechtzeitig Unterstützung zu holen. Wie Dr. Christine Preißmann, Ärztin und selbst Asperger-Autistin, in einem Ratgeber erklärt, wird vor allem den Müttern von autistischen Kindern häufig vorgeworfen, sie hätten ihr Kinder nicht im Griff. Nicht selten führt das zur Isolation und Überforderung. Familien sollten sich also unbedingt professionelle Unterstützung suchen, um mit den besonderen Belastungen, die ihre Situation mit sich bringt, fertigzuwerden.

Der Welt-Autismus-Tag wurde von den Vereinten Nationen im Jahr 2007 beschlossen und ein Jahr später erstmals begangen. Er soll dazu beitragen, die Öffentlichkeit aufzuklären, die Früherkennung sowie die Erforschung der Erkrankung zu fördern sowie geeignete Unterstützungsmaßnahmen zu entwickeln, um die Situation von Autisten und ihrer Familien zu verbessern.

Foto: © altanaka - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Kinder , Autismus
 

Weitere Nachrichten zum Thema Autismus

Seit einiger Zeit wird der Frage nachgegangen, welche Rolle Spiegelneurone bei der Entstehung von Autismus spielen. Vieles ist dabei noch unklar. Eine neue Studie hat nun offenbar bestätigt, dass die Funktion der Spiegelneurone bei Menschen mit Autismus zumindest zum Teil eingeschränkt ist.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Vor der Covid-19-Impfung Schmerzmittel einzunehmen, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden, ist nicht ratsam. Denn Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol könnten die Wirkung des Impfstoffs beeinflussen. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln direkt nach der Impfung könnte die Immunantwort abschwächen.

Was viele sich lange wünschten, wurde unter dem Druck der Pandemie Wirklichkeit: Arbeiten im Homeoffice. Doch jetzt zeigt sich: Die neue Freiheit ist nicht immer auch gesund. Mehr als ein Drittel der Heimarbeiter klagt über Rückenschmerzen und andere Beschwerden. Auch der negative Stress wird mehr.
 
Kliniken
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin