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Autismus bei Kindern: Neurofeedback kann helfen

Montag, 20. August 2018 – Autor: anvo
Autismus ist eine neurologische Entwicklungsstörung. Betroffene haben unter anderem Schwierigkeiten mit der sozialen Interaktion und neigen zu stereotypen Verhaltensmustern. Nun hat eine Studie gezeigt, dass der Einsatz von Neurofeedback dazu beitragen kann, die Symptome zu lindern.
Autismus, alternative Therapien, Neurofeedback

Die Mechanismen von Autismus sind nach wie vor zu großen Teilen nicht verstanden – Foto: ©Photographee.eu - stock.adobe.com

Autismus ist ein Phänomen, das immer noch wenig verstanden wird. Auch in wie vielen unterschiedlichen Ausprägungen autistische Störungen auftreten können, ist noch nicht hinlänglich bekannt. Im Allgemeinen haben Menschen, die unter Autismus leiden, Schwierigkeiten mit der sozialen Interaktion und emotionalen Kommunikation. Sie zeigen häufig stereotype Verhaltensweisen und sind auf ganz spezielle Themen oder Dinge fokussiert – oft solche, die für andere kaum bemerkenswert erscheinen. Gleichzeitig haben sie aber auch nicht selten ganz spezielle Fähigkeiten und Kenntnisse, sogenannte "Inselbegabungen".

Neben Verhaltenstherapien und – in einigen Fällen – medikamentösen Behandlungsansätzen werden mehr und mehr auch kreative Therapieansätze wie Musik- oder Kunsttherapie eingesetzt. Auch das Einbeziehen von Tieren kann hilfreich für die Entwicklung sein. Nun hat eine Studie gezeigt, dass der Einsatz von Neurofeedback für die Betroffenen hilfreich sein kann.

Auditives Neurofeedback soll Gehirnströme verändern

Untersucht wurde die Wirkung des „Mente Autism Systems“, eines Geräts für auditives Neurofeedback. Es besteht aus einem Stirnband, an dem fünf EEG-Elektroden befestigt sind, speziellen In-Ear-Kopfhörern, einer App fürs Tablet sowie einer Software-Komponente, wie das Unternehmen AAT Research mitteilt. Mit den EEG-Elektroden werden die Gehirnströme des Kindes gemessen, anschließend wandelt ein spezieller Algorithmus diese in angenehme individuelle Geräusche um, die das Kind über die Kopfhörer hört. Die Geräusche wirken auf die Gehirnströme und verändern sie. Das Konzept von Mente Autism beruht darauf, durch das auditive Neurofeedback die Gehirnfunktion zu regulieren.

An der Studie nahmen 38 Kinder und Jugendliche zwischen zwei und 17 Jahren teil, 34 von ihnen führten die Studie bis zum Ende durch. Bei allen Kindern war zuvor die Diagnose für eine Autismus-Spektrum-Störung gestellt worden. Vor und nach der Therapie, die sich über 12 Wochen erstreckte, unterzogen sie sich umfassenden Tests. Während eine Gruppe das Original-Gerät erhielt, bekam die Kontrollgruppe ein identisches Gerät, das die zu hörenden Geräusche jedoch nicht aus den gemessenen Gehirnströmen produzierte, sondern zufällig generierte.

 

Positive Ergebnisse nach 12 Wochen

Es zeigte sich, dass sich durch die Mente-Autism-Therapie die Hirnströme der Kinder normalisierten und sich auch neurologische Funktionen und das Verhalten der Probanden positiv veränderten. In der Kontrollgruppe wurden keine vergleichbaren Effekte beobachtet. Nach Ansicht der Studienautoren belegt die Untersuchung damit, dass die Neurofeedback-Therapie mit dem Mente-Autismus-System eine wirksame Hilfe für Kinder mit Autismus ist. Nach Angaben des Herstellers AAT Research könnte sie ergänzend zu anderen Therapieformen genutzt werden – allerdings immer von einem kompetenten Therapeuten begleitet und unterstützt. Die Ergebnisse der Studie wurden in Frontiers in Neurology veröffentlicht.

Foto: © Photographee.eu - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
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