. Telomere

Ausdauertraining stärkt das Herz und verjüngt die Zellen

Dass Sport die Herzgesundheit verbessern kann, ist lange bekannt. Nun mehren sich auch die Hinweise, dass regelmäßige Bewegung den Alterungsprozess verlangsamen kann. Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover haben dies genauer untersucht.
Sport, Ausdauertraining, Telomere, Herzgesundheit

Mit Ausdauertraining tun wir unserer Gesundheit auf vielfältige Weise Gutes

Ausdauertraining fördert die Herzgesundheit und kann zur Verjüngung der Zellen beitragen. Das hat eine Studie der Medizinischen Hochschule Hannover, die im Fachmagazin Clinical Research in Cardiology veröffentlicht wurde, bestätigt. Demnach führt ein moderates, personalisiertes Ausdauersportprogramm über sechs Monate bei Frauen mit vorwiegend sitzender Tätigkeit zu einer Verbesserung von Parametern der kardiovaskulären Funktion, insbesondere der Blutgefäßelastizität und des diastolischen Blutdrucks. Darüber hinaus kann regelmäßiges Ausdauertraining die Zellen verjüngen, das Fortschreiten eines metabolischen Syndroms verhindern, das allgemeine Wohlbefinden fördern und die Arbeitsfähigkeit verbessern.

Länge der Telomere zeigt Zellalter an

An der Studie nahmen über 290 Mitarbeiterinnen der Medizinischen Hochschule Hannover im Alter von 45 bis 65 Jahren teil. Alle Probandinnen waren Nichtraucherinnen und hatten eine überwiegend sitzende Tätigkeit. Verglichen wurden die Daten zwischen einer Gruppe, die über einen Zeitraum von sechs Monaten ein Ausdauersportprogramm von 210 Minuten pro Woche absolvierte, mit einer Kontrollgruppe, die inaktiv blieb.

Als primärer Endpunkt der „Rebirth active women“-Studie wurde die Veränderung in der Telomerlänge nach sechs Monaten untersucht. Telomere sind die Chromosomen-Enden, die das Erbgut schützen. Sie werden mit jeder Zellteilung kürzer, bis sie schließlich nicht mehr funktionsfähig sind und der programmierte Zelltod eintritt. Die Länge der Telomere wird aus mononukleären Zellen aus dem Blut mittels Realtime-PCR bestimmt und gilt als Marker des biologischen Alters. Sekundäre Endpunkte der Studie waren Veränderungen der maximalen Sauerstoffaufnahme, kardiovaskuläre Parameter, sowie Messgrößen des metabolischen Syndroms, des allgemeinen Wohlbefindens und der Arbeitsfähigkeit.

Sport verbesserte Werte in sämtlichen Endpunkten

Das Ergebnis: Im Vergleich zur Kontrollgruppe verbesserte sich die Trainingsgruppe signifikant in Bezug auf maximale Sauerstoffaufnahme, Pulswellengeschwindigkeit, Arbeitsfähigkeit und metabolisches Syndrom. Zudem zeigte sich in der Sportgruppe eine signifikante Zunahme der Telomerlänge, während in der Kontrollgruppe keine relevante Änderung nachweisbar war.

Ein besonders starker Effekt der Telomerlängenzunahme zeigte sich bei den Probandinnen, die zu Beginn der Studie eine schlechte Ausgangsfitness aufgewiesen hatten, während die Trainingseffekte auf die Telomerlänge bei Teilnehmerinnen mit besserer Ausgangsfitness weniger deutlich waren. Die Studienautoren vermuten, dass hier ein intensiveres Ausdauertraining notwendig wäre, um die Telomerlänge und damit das Zellalter positiv zu beeinflussen.

Foto: © sabine hürdler - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Langes Leben , Herz-Kreislauf-System , Bluthochdruck , Herzinfarkt , Sport

Weitere Nachrichten zum Thema Sport und Gesundheit

| Wer von Kindheit an regelmäßig Sport treibt, entwickelt im späteren Leben seltener Bluhochdruck. Sport kann auch Älteren helfen, den Blutdruck zu normalisieren und so auf Medikamente zu verzichten.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.
Die Hausärzte im Seeheilbad Büsum waren damals alles Männer im oder kurz vorm Rentenalter, ihre Einzelpraxen wollte niemand übernehmen. Um einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, rang sich die Gemeinde dazu durch, selbst als Trägerin der örtlichen Arztpraxis aufzutreten – als erste bundesweit. In dem kommunalen Eigenbetrieb arbeiten heute fast nur junge Ärztinnen. Wie das ging und welche weiteren Modelle es gibt gegen den Ärztemangel auf dem Land, erzählt Initiator Harald Stender drei Jahre nach Gründung des Pioniermodells.