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19.08.2016

Ausdauersport verlangsamt Alterungsprozess stärker als Krafttraining

Regelmäßiger Ausdauersport verzögert den Alterungsprozess stärker als Krafttraining. Offenbar wirkt er der altersbedingten Verkürzung der Telomere entgegen und zögert damit den Zelltod hinaus.
Ausdauersport verlangsamt Alterungsprozess

Ausdauersport kann den Alterungsprozess der Zellen verlangsamen

Studien zeigen, dass Sport den Alterungsprozess der Zellen verlangsamen kann. Doch was ist besser: Ausdauersport oder Krafttraining? In einer Studie von Forschern um den Kardiologen Dr. Christian Werner vom Universitätsklinikum des Saarlandes Homburg/Saar wurde diese Frage nun genauer untersucht. Die Studie wurde mit dem Wilhelm P. Winterstein-Preis der Deutschen Herzstiftung ausgezeichnet.

An der Untersuchung nahmen 124 gesunde Personen im Alter zwischen 30 und 60 Jahren teil, die bisher nicht sportlich aktiv gewesen waren. 89 Probanden trainierten über sechs Monate lang in drei verschiedenen Gruppen entweder ihre Ausdauer, ihre Kraft oder nahmen an einem Intervall-Training teil. Die anderen 35 Personen fungierten als Kontrollgruppe ohne sportliches Training.  

Telomerase schützt vor Zellalterung

Die Probanden der Sportgruppen trainierten jeweils dreimal in der Woche 45 Minuten lang. Das Ausdauertraining bestand aus Joggen im aeroben Bereich, das Intervalltraining umfasste im Wechsel vierminütige hohen Belastungsphasen mit anschließender dreiminütiger Erholung bei niedriger Belastung. In der Kraftgruppe wurde ein Zirkeltraining mit acht Übungen an verschiedenen Geräten durchgeführt.

Um den Alterungsprozess zu bestimmten, maßen die Forscher die Aktivierung des Enzyms Telomerase sowie die Steigerung Telomererhaltender und -schützender Proteine (TRF2, POT1, Ku70) in den Blutzellen der Probanden. Telomere sind die Chromosomen-Enden, die das Erbgut schützen. Sie werden mit jeder Zellteilung kürzer, bis sie schließlich nicht mehr funktionsfähig sind und der programmierte Zelltod eintritt. Doch die verlorengegangenen Telomerstücke können vom Reparaturenzym Telomerase wieder generiert werden. Telomerase wirkt damit der Telomerverkürzung während des Alterns entgegen.

 

Telomeraseaktivität durch Ausdauersport am höchsten

Es zeigte sich, dass in allen drei Sportgruppe die Telomeraseaktivität höher war als in der Kontrollgruppe, die sich nicht sportlich betätigte. Am höchsten war sie aber in der Ausdauertrainingsgruppe. „Moderate und regelmäßige Ausdauerbewegung bremst den Alterungsprozess der Zellen im Gefäßsystem und erhöht so den Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, kommentierte Studienleiter Dr. Werner die Ergebnisse. „Joggen und Intervalltraining sind dabei dem Krafttraining anscheinend deutlich überlegen. Allerdings verbessern alle Trainingsformen die körperliche Fitness", so der Experte. Am günstigsten sei daher ein regelmäßiges Ausdauertraining, das durch Krafttraining ergänzt wird.  

Foto: © elnariz - Fotolia.com

Autor: red
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