. Gerichtsurteil

Aus für Billig-Medikamente aus dem Ausland

Nach Auffassung des Bundesgerichtshofs gilt die Preisbindung für rezeptpflichtige Medikamente auch für ausländische Versandapotheken. Internetapotheken wollen jetzt vor EU-Gericht ziehen.
Aus für Billig-Medikamente aus dem Ausland

Aus für Billig-Medikamente aus dem Ausland

Aufatmen bei Verbraucherschützern und Apothekern: In allen Apotheken - auch ausländischen Versandapotheken - gelten dieselben Preise für rezeptpflichtige Medikamente. Der Gemeinsame Senat der Obersten Gerichtshöfe des Bundes in Karlsruhe hatte am Mittwoch, 22. August, einheitliche Preise für rezpetpflichtige Arzneimittel bestätigt und Rabatte verboten.

"Wir begrüssen das Votum des Gerichts, das endlich die Voraussetzungen für fairen Leistungswettbewerb zwischen in- und ausländischen Apotheken schafft", sagt Heinz-Günter Wolf, Präsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, zur Karlsruher Entscheidung. "Der Wettbewerb der Apotheken findet über Qualität, Leistung und Service statt. Das ist aktiver Verbraucherschutz."

Keine Rabatte für rezeptpflichtige Medikamente

Alle Apotheken sind laut Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) verpflichtet, ihre Abgabepreise für rezeptpflichtige Arzneimittel bundesweit nach einem vorgeschriebenen System zu errechnen. Ein und dasselbe Arzneimittel ist somit nach Vorlage des Rezepts in jeder Apotheke zum selben Preis erhältlich. Diese Reglung soll Patienten und Krankenkassen die Sicherheit vor Übervorteilung und Apotheken vor ruinösem Preiswettbewerb schützen.

Nach dem Entscheid der Karlsruher Richter haben sich auch Internetversandhändler aus dem EU-Ausland an die Festpreisbindung zuhalten. Geklagt hatte ein deutscher Apotheker gegen eine niederländische Internet-Apotheke, die bis zu drei Prozent Rabatt gewährte.

Der Europäische Verband der Versandapotheken (EAMPS) kündigte an, eine Beschwerde bei der EU-Kommission einzureichen. Die Mitgliedsapotheken würden auch künftig ihren Kunden in Deutschland Preisvorteile anbieten, schreibt der EAMPS  in einer Stellungnahme. Man warte mit Spannung auf die endgültige Rechtssprechung vor dem Europäischen Gerichtshof.

Foto: AOK Mediendienst

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Arzneimittel

Weitere Nachrichten zum Thema Medikamente

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Rauchen ist ein bekannter Risikofaktor für Parodontitis. Wie groß der Einfluss wirklich ist und wie viele Parodontitisfälle auf den Tabakkonsum zurückzuführen sind, haben nun Zahnmediziner der Charité – Universitätsmedizin Berlin, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel berechnet.
Der Konsum von Computer, Smartphone und Co. könnte bei Kleinkindern zu Verhaltensauffälligkeiten wie Hyperaktivität und Unaufmerksamkeit führen. Das haben Wissenschaftler der Universität Leipzig herausgefunden. Sie warnen vor einem regelmäßigen Gebrauch elektronischer Medien durch kleine Kinder.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.