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02.07.2017

Augenlasern: Gründliche Voruntersuchung unbedingt notwendig

Rund 140.000 Menschen lassen sich hierzulande pro Jahr ihre Fehlsichtigkeit per Laser-Operation korrigieren. Langfristige Nebenwirkungen sind zwar selten, aber nicht ausgeschlossen. Häufig treten sie dann auf, wenn der Patient bereits vor der Operation an Beschwerden litt.
Augenlasern

Wer bereits unter trockenen Augen leidet, sollte sich nicht einer LASIK-OP unterziehen

Viele der 40 Millionen Deutschen, die aufgrund einer Kurz- oder Weitsichtigkeit auf Brille oder Kontaktlinsen angewiesen sind, würden gerne darauf verzichten. Darum lassen sich Jahr für Jahr über 100.000 Menschen ihre Fehlsichtigkeit korrigieren. Am meisten verbreitet ist dabei die LASIK-Operation (Laser-in-situ-Keratomileusis). Mit einer Patientenzufriedenheit von 95 Prozent gilt die LASIK als sehr erfolgreich. Doch die Statistiken zeigen auch, dass eine nicht unerhebliche Anzahl von Patienten mit den Operationsergebnissen nicht zufrieden ist. Das liegt in den meisten Fällen an Nebenwirkungen wie trockenen Augen oder Blendeffekten.

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) macht nun darauf aufmerksam, dass diese Nebenwirkungen vor allem dann auftreten, wenn die Patienten schon vorher unter Beschwerden litten. Die DOG verweist daher auf bestehende Empfehlungen zur Qualitätssicherung der LASIK und rät zu ausführlichen Voruntersuchungen und entsprechenden Aufklärungsgesprächen.

Trockene Augen in den ersten Wochen häufig

Bei der LASIK-Methode öffnet der Augenarzt mit Hilfe eines Laserstrahls die Hornhaut des Auges und entfernt einige tausendstel Millimeter Hornhautgewebe, um die Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Dadurch verändert sich die Lichtbrechung im fehlsichtigen Auge und im Idealfall kann eine normale Brechkraft (Refraktion) erreicht werden. Viele Patienten sind nach dem Eingriff sehr zufrieden, doch einige klagen dauerhaft über störende Nebenwirkungen.

So wurde in den sogenannten PROWL-Studien berichtet, dass rund ein Drittel der Behandelten drei Monate nach der OP über trockene Augen mit Fremdkörpergefühl und Brennen sowie über schlechte Nachtsicht klagt. In den ersten Wochen nach der Behandlung sei dies aber nicht unüblich, da sich die Nervenbahnen in der Hornhaut neu aufbauen müssen, erklärt DOG-Präsident Professor Thomas Kohnen. „Bei fast allen Patienten verschwinden die Beschwerden nach spätestens sechs Monaten“, so der Experte, der die Kommission Refraktive Chirurgie (KRC) der DOG und des Berufsverbands der Augenärzte leitet.

 

Nicht jeder ist für die LASIK geeignet

Ausnahmen bilden nach Angaben von Kohnen Patienten, die bereits vorher an trockenen Augen litten. Die DOG berichtet, dass nur ein bis zwei Prozent der behandelten Patienten mit dem Ergebnis unzufrieden sind. Das sei vor allem dann der Fall, wenn die Betroffenen trotz des Eingriffs noch eine Brille benötigen. „Da jedes Auge unterschiedlich heilt, kann bei etwa einem von zehn operierten Augen ein Restfehler von 0,5 Dioptrien bleiben“, erklärt Kohnen. Dieser könne aber nach drei Monaten Erholungszeit durch eine zweite Laser-OP korrigiert werden.

„Die meisten Komplikationen entstehen nicht durch Operationsfehler, sondern durch schlechte Patientenauswahl“, betont Kohnen. Der Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Frankfurt verweist daher auf die Richtlinien der KRC. Diese empfiehlt die Laseroperation generell nur bei einer Fehlsichtigkeit von +3 bis -8 Dioptrien oder bei einer Hornhautverkrümmung bis zu 5 Dioptrien. Ist die Hornhaut ausreichend dick, können auch Fehlsichtigkeiten von +4 bis -10 Dioptrien korrigiert werden. Wer eine zu dünne Hornhaut hat, an einer Augenerkrankung leidet oder jünger als 18 Jahre ist, sollte auf die Behandlung verzichten.

Foto: © Syda Productions - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
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