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Augenarzt: Pflegeheimbewohner schlecht versorgt

Donnerstag, 1. Dezember 2016 – Autor:
Knapp die Hälfte der Pflegeheim-Bewohner hat Sehprobleme. Die können Stürze und Knochenbrüche verursachen, unbehandelte Augenerkrankungen zur Erblindung führen. Eine bessere Augenarzt-Versorgung wäre nötig.
Sehprobleme

Fast die Hälfte der Senioren im Pflegeheim hat Sehprobleme – Foto: Giulio_Fornasar - Fotolia

Das fordert die Stiftung Auge, die jetzt die Ergbnisse der Studie OVIS vorstellte. Dafür wurden 600 Bewohner aus 32 Heimen untersucht. Ihr Durchschnittsalter betrug 83 Jahre. 46 Prozent klagten über Sehprobleme. Bei 61 Prozent der Senioren gab es behandlungsbedürftige Augenbefunde.

Am häufigsten wurden grauer Star, altersbedingte Makuladegeneration (AMD) und grüner Star (Glaukom) festgestellt. 31 Prozent der betagten Patienten wurde geraten, sich in den nächsten zwei Monaten bei einem Augenarzt vorzustellen, bei 6 Prozent war eine sofortige Vorstellung nötig. In vielen Fällen fehlten oft nur die richtige Brille oder eine einfache Behandlung, um wieder gut zu sehen. Die größte Hürde auf dem Weg in die Augenarzt-Praxis stellten die mangelnden Transportmöglichkeiten dar - das gaben 40 Prozent der Befragten an.

Augenarzt: Pflegeheimbewohner schlecht versorgt

“Regelmäßige augenärztliche Kontrollen helfen schwere Augenerkrankungen frühzeitig zu erkennen, bevor das Sehvermögen Schaden nimmt und der Grad der Pflegebedürftigkeit dadurch möglicherweise weiter zunimmt“, erklärt Prof. Frank G. Holz, Vorsitzender der Stiftung Auge und Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn.

Schlechtes Sehen beschleunigt soziale Isolation und das Fortschreiten einer möglichen Demenz. Dazu kommt: Übersehene Teppichkanten oder Stufen sind gerade bei älteren Menschen häufig Auslöser für Stürze. Deren Auswirkungen gestalten sich bei Senioren dramatischer als bei jüngeren Menschen, da die Knochen nicht mehr so stabil sind. Oft ist dadurch der Heilungsprozess langwierig.

 

Stürze und Frakturen können zu Pflegebedürftigkeit führen

Durch das hohe Alter der Betroffenen und eventuelle Begleiterkrankungen erholen sich viele von ihnen nicht mehr vollständig und werden pflegebedürftig, sagt Dr. Peter Heinz, Vorstandsmitglied der Stiftung Auge.

Eine Fraktur am Hüftgelenk ist der Hauptgrund für eine Einlieferung ins Krankenhaus bei über 85-jährigen Frauen. Rund die Hälfte der Patienten kann nach einem Oberschenkelhalsbruch nicht mehr in ihr altes häusliches Umfeld zurückkehren und ist nach dem Krankenhausaufenthalt auf Pflege angewiesen.

Foto: Giulio_Fornasar/Fotolia.com

Hauptkategorie: Pflege
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