Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Augenärzte warnen: Autoscheinwerfer oft zu hell

Samstag, 17. Dezember 2016 – Autor: Anne Volkmann
Durch immer heller werdende Scheinwerfer fühlen sich viele Autofahrer geblendet. Vor allem für ältere Verkehrsteilnehmer lauern hier Gefahren. Davor haben nun Augenärzte in einer Mitteilung gewarnt.
Auotscheinwerfer

Vor allem ältere Verkehrsteilnehmer fühlen sich oft von Autoscheinwerfern geblendet – Foto: Mr Twister - Fotolia

Fast 80 Prozent der Verkehrsteilnehmer fühlen sich durch Scheinwerfer entgegenkommender Fahrzeuge geblendet. Das hat vor einiger Zeit eine Umfrage im Auftrag der Carl Zeiss AG ergeben. Auch neue Entwicklungen und modernste Technik ändern daran bisher nichts – nicht selten sogar im Gegenteil. Denn viele Autofahrer scheinen sich besonders stark durch moderne LED- und Xenon-Scheinwerfer gestört zu fühlen. Auch Augenärzte warnen nun vor den immer heller werdenden Scheinwerfern. „Ein Hochleistungsblendlicht gefährdet Verkehrsteilnehmer, weil sie nichts mehr sehen“, erklärte Professor Bernhard Lachenmayr, Sprecher der Verkehrskommission des Bundesverbands der Augenärzte Deutschlands und der Deutschen Ophtamologischen Gesellschaft, gegenüber der Pressagentur dpa. Vor allem für ältere Menschen sei das ein Problem.

Autofahrer für Sekunden blind

Das Gefühl des Geblendetseins ist nicht nur subjektiv. Wenn ein Autofahrer durch ein entgegenkommendes Fahrzeug geblendet wird, sieht er tatsächlich für den Bruchteil einer Sekunde nichts mehr, erklärte Lachenmayr. Bei älteren Verkehrsteilnehmern seien es sogar bis zu zwei Sekunden. Zwar werde den Augen dadurch nicht geschadet, so der Experte, doch die Sicherheit im Verkehr könne dennoch gefährdet sein.

„Wir haben immer mehr ältere aktive Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr“, betonte Lachenmayr weiter. „Die haben ab 50 aufwärts immer mehr Probleme mit dem Dämmerungssehen.“ Grund sei oft eine Linsentrübung, womit Objekte in der Dämmerung schlechter erkannt werden können. Das Ausmaß der Blendung hänge dabei von zwei Dingen ab, nämlich zum einen von der Leuchtdichte der Lichtquelle, die immer stärker werde. So haben moderne Leuchten eine Stärke von weit mehr als 1000 Candela pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Normale Bildschirme erreichen bis zu 200 Candela pro Quadratmeter. Außerdem werden die Leuchtquellen innerhalb der Scheinwerfer aus ästhetischen Gründen immer kleiner. Aber: „Je kleiner die Leuchtquelle, desto höher die Blendwirkung“, so Lachenmayr.

 

„Intelligente“ Scheinwerfer sollen Abhilfe schaffen

Auch eine falsche Einstellung der Scheinwerfer kann Grund für eine verstärkte Blendung sein. Immerhin arbeiten die Hersteller mittlerweile an neuen Systemen, welche die Probleme reduzieren sollen. Diese sogenannten „intelligenten“ Scheinwerfer schalten sich in Teilbereichen automatisch aus, wenn dem Fahrzeug andere Autos, Fahrradfahrer oder Fußgänger entgegenkommen. Bislang gibt es allerdings nur Prototypen für diese Funktion. Zudem wurde das digitale Licht bisher nur für die Fernlicht-Funktion entwickelt und ist in der Stadt somit noch nicht einsetzbar.

Foto: © Mr Twister - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Augenkrankheiten
 

Weitere Nachrichten zum Thema Augen

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Etwa 5 Prozent der Bevölkerung verträgt kein Gluten. Das ist ein Klebereiweiß, das in Getreide wie Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer, Emmer vorkommt. Doch Lebensmittel haben, wenn Getreide verarbeitet wurde, einen sehr unterschiedlichen Glutengehalt.


Ob in der Arztpraxis oder im Fitnessstudio: Der BMI gilt als beliebte Methode um festzustellen, ob jemand zu dick ist. Wissenschaftler kritisieren das. Der BMI unterscheide nicht zwischen Muskeln und Fett und sage nichts über die Fettverteilung aus.
 
Kliniken
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin