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Auch Väter leiden am Baby-Blues

Auch Väter können am Baby-Blues leiden. Das geht aus einer US-Studie hervor. Schon lange bekannt ist, dass einige Mütter nach der Entbindung eine sogenannte postpartale Depression entwickeln.
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Auch Väter können an einer sogenannten Wochenbettdepression erkranken

Schon lange bekannt ist, dass einige Mütter nach der Entbindung eine sogenannte postpartale Depression entwickeln. Doch auch Väter können am Baby-Blues leiden. Das ergab eine Analyse von Daten aus dem Child Health Improvement through Computer Automation-Programm (CHICA). Dies ist ein standardisierter Fragenkatalog zur gesundheitlichen Entwicklung eines Kindes.

Tablets mit dem Fragenkatalog wurden an Eltern im Wartezimmer ausgeteilt. Einbezogen waren Eltern mit Kindern im Alter von bis zu 15 Monaten, die zwischen August 2016 und Dezember 2017 eines von fünf kommunalen Gesundheitszentren in Indianapolis besuchten, um bei ihrem Kind eine Routine-Untersuchung durchführen zu lassen.

Auch Väter leiden am Baby-Blues

Der Fragenkatalog war um eine modifizierte Drei-Punkte-Version der "Edinburgh Postnatal Depression Scale" (EPDS-3) ergänzt worden, mit denen postpartale Depressionen der Mutter mit großer Zuverlässigkeit entdeckt werden können. Ergebnis: Bei 4,4 Prozent der Väter wurde eine Depression festgestellt. Also auch Väter können am Baby-Blues leiden.

Dieser Wert ist vergleichbar mit der Rate bei Müttern (5 Prozent). Der Anteil der Väter an den Eltern mit Depressions-Diagnose machte insgesamt 11,7 Prozent aus. Das berichtet Studienleiterin Dr. Erika R. Cheng von der Indiana University in Indianapolis.

 

4,4 Prozent der Väter litten an postpartaler Depression

Väter waren bei 30,8 Prozent der Arztbesuche (2.946 von 9.572) anwesend und füllten den Fragenkatalog bei 8,4 Prozent der Besuche aus. Insgesamt 36 Väter zeigten eine Depression, verglichen mit 273 Müttern. Da CHICA Depressionen nur für ein Elternteil bewertet, könnten einige Fälle von väterlicher Depression übersehen worden sein, fügten die Forscher hinzu.

Dazu kommt, dass die Studie nur krankenversicherte Eltern erfasste, wodurch sozial schlechter gestellte Bevölkerungsgruppen nicht abgebildet wurden. Diese dürften eher noch häufiger betroffen sein, da Armut oder Erwerbslosigkeit das Risiko für Depressionen erhöhen.

Kinderärzte könnte auf mögliche Depression der Eltern achten

"Pädiatrische Kliniken sind optimal geeignet, um bei beiden Elternteilen im Rahmen eines familienzentrierten Versorgungskonzepts gegen Depressionen vorzugehen", resümieren Dr. Cheng und ihre Ko-Autoren. Wenn die Kinderärzte in die Lage gebracht würden, postpartale Depressionen bei Müttern oder Vätern zu erkennen, könnte die sich anschließende Behandlung die Situation für die Betroffenen deutlich verbessern. Die Studie wurde im Fachmagazin JAMA Pediatrics veröffentlicht.

Foto: tiagozr/fotolia.com

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