Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
28.09.2017

Auch subklinische Hypothyreose geht aufs Herz

Eine Schilddrüsenunterfunktion erhöht das Risiko, an den Folgen einer Herzkrankheit zu sterben. Das ist auch der Fall, wenn sich die Hypothyreose noch im subklinischen Stadium befindet.
Schilddrüse

Eine Schilddrüsenunterfunktion erhöht das Risiko für Herzerkrankungen

Eine Schilddrüsenunterfunktion, auch im subklinischen Stadium, ist ein unabhängiger Risikofaktor für die Entwicklung einer ischämischen Herzkrankheit und Tod durch eine Herzerkrankung. Das zeigt eine Meta-Analyse, über die die Fachzeitschrift MMW-Fortschritte der Medizin berichtet.

Für ihre Untersuchung haben Kardiologen von der Capital Medical University in Peking die Daten von 55 Studien mit knapp 1,9 Millionen Patienten ausgewertet, heißt es weiter in MMW. Die meisten Studien wurden in Europa und Nordamerika durchgeführt und in den Jahren 2009 bis 2016 publiziert.

Erhöhter TSH-Spiegel unabhängig von Ft4-Werten

In den Studien war eine subklinische Hypothyreose definiert als erhöhter TSH-Spiegel und Werten von freiem Schilddrüsenhormon T4 (fT4) im Referenzbereich. Eine manifeste Hypothyreose lag definitionsgemäß vor, wenn die TSH-Spiegel erhöht, die Menge an fT4 dagegen verringert war. Im Fokus der Meta-Analyse lagen Patienten, die eine Schilddrüsenunterfunktion mit erhöhtem TSH-Spiegel unabhängig von der Höhe der fT4-Werte aufwiesen.

Nun suchten die Wissenschaftler nach Fällen von Angina pectoris, Herzinfarkt und chronisch ischämischer Herzkrankheit sowie nach Todesfällen aufgrund einer chronisch ischämischen Herzkrankheit, einer fortgeschrittenen Herzinsuffizienz, Arrhythmien, einem Herzstillstand oder aufgrund von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems.

 

Herztod-Risiko bei Schilddrüsenunterfunktion verdoppelt

Ergebnis: Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion hatten im Vergleich zu Patienten mit einer normal funktionierenden Schilddrüse (Euthyreose) ein fast verdoppeltes Herztodrisiko. Auch das Gesamtsterberisiko war signifikant erhöht, desgleichen das Risiko für eine ischämische Herzerkrankung und für Herzinfarkte. Auch das Gesamtsterberisiko ist bei den Herzkranken mit Hypothyreose erhöht.

Auch subklinische Hypothyreose geht aufs Herz

Die Subgruppenanalyse ergab, dass auch Patienten mit subklinischer Hypothyreose eine erhöhtes Herz-Risiko haben, wenn ihre TSH-Spiegel über 10 mIE/l liegen. Die Wahrscheinlichkeit für ischämische Herzerkrankungen beziehungsweise plötzlichen Herztod ist größer als bei Patienten mit normaler Schilddrüsenfunktion. Auswirkungen der Unterfunktion auf das Risiko für Schlaganfälle oder Herzinsuffizienz haben die chinesischen Ärzte nicht festgestellt. Die Meta-Studie erschien im Journal BMC Medicine.

Behandelt wird eine Schilddrüsenunterfunktion meist mit dem künstlich hergestellten Schilddrüsenhormon L-Thyroxin. Einige Experten sehen diese Hormon-Gabe insbesondere bei älteren Patienten kritisch.

Foto: glisic_albina/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Herz-Kreislauf-System , Schilddrüse
 

Weitere Nachrichten zum Thema Schilddrüsenunterfunktion

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten

Bei starkem Übergewicht kann ein Magenbypass zu einer bedeutenden Gewichtsabnahme führen. Ärzte aus Gießen nutzen für die Operation jetzt den OP-Roboter daVinci. Das sind die Vorteile.

Geschwollene Hubbel, kreisförmige Rötungen und – besonders lästig – der Juckreiz: Mit ihrer zarten Haut und ihren zarten Gefühlen haben Mückenstiche für Kinder eine ganze andere Dramatik als für Erwachsene. Hier ein paar Tipps für Eltern, um schnell und wirksam etwas dagegen zu tun.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin