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05.07.2018

Auch im Urlaub auf richtige Blutdruckeinstellung achten

Nicht wenige Patienten machen gerne mal „Medikamentenferien“, auch bei ihren Blutdruckmedikamenten. Zudem wissen viele nicht, wie sich beispielsweise große Hitze oder Langstreckenflüge auf den Blutdruck auswirken. Die Deutsche Hochdruckliga gibt daher zu Beginn der Urlaubssaison Tipps zum richtigen Umgang mit Bluthochdruck.
Bluthochdruck richtig einstellen, Blutdruck im Sommer

Auch im Urlaub müssen Patienten ihren Blutdruck im Blick behalten

Ist es sinnvoll, im Sommer die Medikamentendosis gegen Bluthochdruck zu reduzieren? Und wie verhält es sich bei Langstreckenflügen? Viele Patienten mit Bluthochdruck sind nicht richtig informiert, wie sie sich im Sommerurlaub verhalten sollen und verändern dann eigenmächtig ihre Medikamenteneinnahme. Doch das kann gefährlich werden, warnt die Deutsche Hochdruckliga. Wichtig sei es daher, den Blutdruck täglich zu überprüfen – gerade im Sommer.

Bei hohen Temperaturen erweitern sich die Blutgefäße, es kommt zu vermehrten Verlusten von Kochsalz und Wasser beim Schwitzen und in der Folge fällt der Blutdruck ab. Das kann zur Folge haben, dass bei einigen Patienten die „normale“ Dosis der blutdrucksenkenden Medikamente bei Hitzeperioden zu hoch ist und es zu Schwindel, Müdigkeit und Schwäche kommen kann. Wenn sich eines dieser Symptome bei Hochdruckpatienten im Sommer einstellt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Blutdruckmedikamente für die Jahreszeit zu stark dosiert sind. „Das ist der Grund, warum wir die tägliche Selbstmessung vor allem in den Sommermonaten empfehlen“, erklärt Professor Bernhard Krämer, Präsident der Deutschen Hochdruckliga.

Vor dem Urlaub mit dem Hausarzt sprechen

Ist der Blutdruck deutlich niedriger als üblich bei gleicher Medikamenteneinnahme, empfiehlt Krämer den Gang zum Hausarzt. Der kann dann einen neuen Dosierungsplan für die heißen Tage erstellen. „Patienten sollten es erst gar nicht so weit kommen lassen, dass ihr Blutdruck im Sommer (oder im Urlaub) unter normaler Dosierung zu stark abfällt, dass sich Symptome wie Schwindel entwickeln“, so der Experte. Gerade wenn ein Urlaub in warmen Gefilden geplant ist, sollte das vorab mit dem Hausarzt besprochen werden.

„Vor Ort ist es immer schwierig, einen Arzt zu finden, zumal oft auch Verständigungsschwierigkeiten dazu kommen. Außerdem möchte man den Urlaub ja auch genießen und nicht beim Arzt sitzen“. Daher empfiehlt es sich, vorher mit dem Arzt zu sprechen und einen reduzierten Einnahmeplan dabei zu haben, für den Fall, dass der Blutdruck unter der normalen Blutdruckmedikation zu weit abfällt. „Ein Blutdruckmessgerät gehört bei Patienten mit Bluthochdruck sowieso ins Reisegepäck“, so der Experte, „denn Bluthochdruck macht keine Ferien!“

 

Bei großer Zeitverschiebung Medikamentendosis anpassen

Auch beim Thema „Langzeitflüge“ sind viele Hochdruckpatienten unsicher. So kann es durch die Zeitverschiebung zu Änderungen kommen. Grundsätzlich gelten Flüge, die zu einem Zeitunterschied von bis zu drei Stunden führen, als problemlos. Die Einnahme kann wie gewohnt erfolgen. Wer also in Deutschland seine Medikamente morgens um neun Uhr einnimmt, kann dies am Urlaubsort genauso tun.

Bei Langstreckenflügen, die zu einem Zeitunterschied von mehr als drei Stunden führen, kommt es darauf an, in welche Richtung der Flug geht. Eine Zeitverschiebung von mehr als drei Stunden bei Flügen in Richtung Osten führt dazu, dass der Reisetag deutlich verkürzt ist. Bleibt man an dem Tag beim normalen Einnahmeschema, kann das zu einer Überdosierung der Medikamente führen. Dann sollte eine Reduktion der Standardmedikation oder Verschiebung des Einnahmezeitpunktes erwogen werden.

Umgekehrt kommt es bei langen Flügen in Richtung Westen zu einer Verlängerung des Tages, die eventuell eine Zusatzdosis notwendig macht. Vor einem Langstreckenflug sollten sich Bluthochdruck-Patienten von ihrem Hausarzt beraten lassen, wie sie während des Flugs und auf der Reise ihre Medikamente einnehmen sollten.

Wichtige Medikamente immer ins Handgepäck

Ein wichtiger Tipp der Hochdruckliga zum Schluss: Nehmen Sie Ihre Medikamente immer im Handgepäck mit. Denn sollte einmal der Koffer verloren gehen, ist sichergestellt, dass Sie das Wichtigste, Ihre Medikamente, bei sich haben. Da einige Länder restriktive Zoll-Einfuhrbestimmungen haben, empfiehlt es sich auch, eine Bescheinigung des Arztes mitzuführen, die bestätigt, dass die Medikamente für den eigenen Gebrauch sind.

Foto: © jd-photodesign - Fotolia

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Hauptkategorie: Medizin
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