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Asthma: Mit der Doppelstrategie gegen die Atemnot

Acht Millionen Deutsche sind an Asthma erkrankt. Damit gehört Asthma zu den häufigsten chronischen Atemwegserkrankungen. Etwa 5.000 Menschen sterben jedes Jahr daran. Dabei ist Asthma gut behandelbar.
Frau verwendet Asthmaspray

Sprays gegen Atemnot: Entzündungshemmende Medikamente sollen asthmatischen Beschwerden vorbeugen, krampflösende bei einem Atemnotsanfall die Bronchien wieder frei machen.

Asthma macht Schlafstörungen und depressiv, beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz und die Qualität des Liebeslebens. Rund acht Millionen Menschen sind nach Auskunft des „Deutschen Allergie- und Asthmabundes“ (DAAB) allein in der Bundesrepublik von dieser Erkrankung betroffen. Um die Öffentlichkeit über die Krankheit aufklären und über Therapieoptionen zu informieren, hat die „Global Initiative for Asthma“ (GINA) den ersten Dienstag im Mai jeden Jahres zum Welt-Asthma-Tag erklärt. 2019 ist es der (morgige) 7. Mai.

Asthma: Chronische Entzündung und Überempfindlichkeit

Asthma ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege mit dauerhaft bestehender Überempfindlichkeit. Bei entsprechend veranlagten Personen führt die Entzündung von Bronchialgewebe und -schleimhaut zu einer periodischen und schlimmstenfalls anfallsartigen Atemnot. Das schwere Atmen und das Engegefühl in der Brust wird durch vermehrte Sekretion von zähem Schleim, eine Verkrampfung der Bronchialmuskulatur und Bildung von Ödemen der Bronchialschleimhaut verursacht. Typisch für das Asthma sind ein erhöhter Widerstand beim Ausatmen und Atemgeräusche wie Pfeifen, Rasseln oder Knarren. Teilweise tritt ein trockener Reizhusten auf, auch in Form von Hustenanfällen.

 

Hausstaub, Tabakrauch, kalte Luft, Veranlagung: Vielfältige Ursachen

Die Medizin unterscheidet zwischen drei Sorten von Asthma. Die am häufigsten auftretende Form ist das allergiebedingte Asthma. Bei einer Umfrage des Deutschen Allergie- und Asthmabundes gaben 70 Prozent der Teilnehmer an, an dieser Variante der Atemwegserkrankung zu leiden. Sie ist häufig erblich bedingt und beginnt häufig schon im Kindes- oder Jugendalter. Die Bronchien reagieren hier auf in der Luft umherschwirrende Allergene. Das nicht-allergische Asthma dagegen tritt häufig nach einer Virusinfektion auf und hängt mit der (schlechten) Qualität der eingeatmeten Luft zusammen. Es beginnt fast immer im Erwachsenenalter. Ebenfalls erst bei Erwachsenen ist die dritte Form zu beobachten – eine Mischung aus den beiden schon genannten Krankheitstypen mit einer besonderen Empfindlichkeit gegen beide Gruppen von Auslösern.

Auslöser von allergischem Asthma

  • Pflanzenpollen
  • Hausstaub
  • Milbenkot
  • Tierhaare
  • Schimmelpilzsporen

Auslöser von nicht-allergischem Asthma

  • Infektionen
  • Rauchen
  • kalte Luft/Zugluft
  • Duftstoffe
  • Abgase

Am Anfang der Behandlung einer asthmatischen Erkrankung steht die diagnostische Abklärung, von welcher Form der Patient betroffen ist. Das Ziel dabei ist es, die Allergieauslöser (wie Pollen) beziehungsweise die Verstärkungsfaktoren (wie Tabakrauch) zu identifizieren, damit man ihnen medizinisch entgegentreten oder sie im Alltag meiden kann.

Therapieziel: Asthma unter Kontrolle halten

„Asthma-Patienten und Ärzte haben das gemeinsame Ziel, ein kontrolliertes Asthma zu erreichen“, heißt es beim DAAB. „Patienten können mit einem individuellen Asthma-Management viel zu einer guten Asthmakontrolle beitragen.“ Wie bei anderen chronischen Erkrankungen auch, spielt die konsequente Mitwirkungsbereitschaft des Patienten eine entscheidende Rolle beim Therapieerfolg. So ist die regelmäßige und richtige Einnahme der vom Arzt verschriebenen Medikamente besonders wichtig.

Asthmamedikamente: entzündungshemmend und bronchienerweiternd

In der Asthma-Therapie werden zwei Medikamentengruppen eingesetzt: entzündungshemme Langzeitmedikamente, die Asthmaanfälle und -symptome präventiv verhindern sollen; und Bedarfsmedikamente, die bei akuten Asthmabeschwerden bronchienerweiternd wirken. Typische Wirkstoffe sind die Cromoglicinsäure bei den entzündungshemmenden Präparaten und das Salbutamol bei den krampflösenden Akutmedikamenten. Bei allergiebedingtem Asthma, etwa gegen Pollen oder Hausstaubmilben, ist die „Hyposensibilisierung“ die einzige Therapieform, die die Ursachen bekämpft. Bei dieser über mehrere Monate laufenden „Allergieimpfung“ soll der Körper schrittweise an das Allergen gewöhnt werden, mit dem Ziel, langfristig die Überreaktion des Immunsystems auf das Allergen zu beenden.

Um eine Asthmaerkrankung unter Kontrolle zu halten, ist es wichtig, dass Ärzte die Medikamente in der richtigen Dosis verordnen und Patienten ihre Medikamente gewissenhaft regelmäßig einnehmen. Wenn die typischen Asthmasymptome auftauchen wie pfeifende Atmung oder Husten, wenn die Symptome einem den Schlaf rauben oder die Beschwerden einen bei der Arbeit oder bei Alltagsaktivitäten beeinträchtigen, ist es Zeit, den Haus- beziehungsweise Facharzt aufzusuchen.

Foto: © WavebreakmediaMicro - Fotolia.com

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Autor: zdr
Hauptkategorie: Medizin
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