. Atemwegserkrankungen

Asthma erhöht Infektionsrisiko auch außerhalb der Atemwege

Wer an Asthma leidet, hat ein deutlich höheres Risiko für Infektionskrankheiten – und nicht nur für solche der Atemwege. Das ist das Ergebnis einer dänischen Studie mit über 100.000 Teilnehmern, die im „Journal of Internal Medicine“ veröffentlicht wurde.
Asthma bronchiale

Wer Asthma hat, ist für weitere Infektionen anfälliger

Fast acht Millionen Deutsche leiden an Asthma. Trotz intensiver Forschungen kann die Erkrankung bis heute nicht geheilt werden. Dennoch ist Asthma in der Regel durch Medikamente gut behandelbar. Asthma ist häufig aber auch mit weiteren gesundheitlichen Problemen assoziiert, wie eine dänische Studie mit über 100.000 Teilnehmern nun gezeigt hat. Demnach haben Asthma-Patienten auch ein erhöhtes Risiko, wegen einer Infektion stationär behandelt zu werden. Dabei geht es nicht nur um Atemwegsinfektionen, sondern auch um Entzündungen außerhalb der Atemwege.

Infektionsrisiko auch bei Nichtrauchern erhöht

Für ihre Studie haben die Wissenschaftler die Probanden bis zu 23 Jahre lang begleitet und immer wieder untersucht. Im Durchschnitt wurden die Teilnehmer sechs Jahre lang beobachtet. 6.750 Probanden litten an Asthma bronchiale. Wie die Analyse, die im Fachmagazin Journal of Internal Medicine veröffentlicht wurde, zeigte, hatten die Asthma-Patienten ein deutlich höheres Risiko für eine Krankenhauseinweisung aufgrund einer Infektion als die Nichtasthmatiker.

Die Wissenschaftler untersuchten auch mögliche Unterschiede zwischen nichtrauchenden und rauchenden Studienteilnehmern. Es zeigte sich, dass auch Menschen mit Asthma, die nicht rauchten, ein deutlich höheres Infektionsrisiko trugen als nichtrauchende Gesunde. Insbesondere für Asthma-Patienten, deren Erkrankung schon vor dem 50. Lebensjahr ausgebrochen war, erhöhte sich das Risiko auch für Infektionen außerhalb der Atemwege, wie beispielsweise der Haut und der Harnwege. Dies galt für Nichtraucher und Raucher gleichermaßen.

Tabakverzicht wichtig bei Asthma

Die übliche Behandlung bei Asthma besteht unter anderem aus einer medikamentösen Therapie, die zum Ziel hat, die chronische Entzündung und die Verengung der Atemwege zu beheben. Aber auch unterstützende, nichtmedikamentöse Maßnahmen werden empfohlen, wie beispielsweise Patientenschulungen, bei denen die Betroffenen lernen, die Symptome besser einzuschätzen. Als besonders wichtig wird der Verzicht auf Tabakkonsum angesehen, denn Rauchen kann sowohl direkt Asthmaanfälle auslösen als auch die Entwicklung von Atemwegsinfektionen begünstigen. Zusätzlich wird Asthmatikern zu regelmäßiger Bewegung sowie gegebenenfalls zur Gewichtsreduktion geraten. Auch spezielle Atemtechniken können dazu beitragen, besser mit der Erkrankung umzugehen.

Foto: © Antonioguillem - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Asthma

Anzeige
 

Weitere Nachrichten zum Thema Asthma bronchiale

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Wer abnehmen möchte, greift gerne auf Obst zurück. Es ist vergleichsweise kalorienarm und lecker. Ernährungsexperten raten allerdings von zu vielen Obstmahlzeiten am Tag ab. Die zuckerhaltigen Snacks könnte den gegenteiligen Effekt bewirken.
In Flugzeugen lauern viele Keime – einige davon können unsere Gesundheit gefährden. Forscher der Friedrich-Schiller-Universität Jena legten nun eine erste systematische Übersichtsarbeit über Krankheitserreger auf Materialien in Flugzeugen vor.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Anzeige
 

. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin, Konferenzraum1
. Kliniken
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.