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Aspirin beugt offenbar auch Thrombosen vor

Wissenschaftler haben einen zusätzlichen Effekt von Aspirin entdeckt: eine entzündungshemmende Wirkung, die offenbar auch Thrombosen vorbeugt. Die neuen Erkenntnisse wurden jetzt Europäischen Kardiologiekongress (ESC) 2017 in Barcelona vorgestellt.
Der Klassiker Aspirin: Niedrig dosiertes ASS wirkt offenbar auch entzündungshemmend und anti-thrombotisch

Der Klassiker Aspirin: Niedrig dosiertes ASS wirkt offenbar auch entzündungshemmend und anti-thrombotisch

Aspirin ist nicht nur als Schmerzmittel bekannt, sondern wird fast ebenso häufig bei der Koronaren Herzerkrankung (KHK) eingesetzt. Jetzt wurde ein weiterer Effekt entdeckt, den Düsseldorfer Kardiologen soeben auf dem Europäischen Kardiologiekongress (ESC) 2017 in Barcelona vorgestellt haben. Demnach trägt die Plättchen-hemmende Wirkung von niedrig dosierter Acetylsalicylsäure (ASS) auch zu einer zusätzlichen Entzündungshemmung bei. Diese positive Wirkung könnte für die Vorbeugung von Thrombosen bedeutsam sein, erklärte Dr. Annemarie Mohring vom Universitätsklinikum Düsseldorf. Diese Schlussfolgerung ist neu.

ASS hat antientzündliche Wirkung

Verschiedene Studien hatten bereits Hinweise geliefert, dass ASS eine antientzündliche Wirkung hat. Allerdings war unklar, ob die antientzündliche Wirkung mit der verklumpungshemmenden Wirkung verbunden ist. Die Düsseldorfer Forscher konnten nun zeigen: Wenn eine ausreichende Thrombozytenfunktions-Hemmung durch ASS gegeben ist, funktioniert auch die Entzündungshemmung.

In der Studie wurden 402 KHK-Patienten unter Dauertherapie mit 100 Milligramm ASS pro Tag untersucht. Zur Erfassung der antientzündlichen Wirkung wurden die C-Reaktive Protein (CRP)-Level von Patienten mit ausreichender ASS-Wirkung mit jenen von Patienten mit HTPR verglichen. HTPR („High on-treatment platelet reactivity) bedeutet eine Aspirin-Resistenz, also eine eingeschränkte Thrombozyten-Funktionshemmung.

 

Thrombozytenfunktions-Hemmung entscheidend

Die untersuchte Patientengruppe hatte ein Alter von durchschnittlich 73 Jahren, 27 Prozent waren übergewichtig, 27 Prozent waren aktive Raucher, 6 Prozent hatten Bluthochdruck und 17 Prozent Diabetes mellitus Typ II. Patienten mit unzureichender Verklumpungshemmung durch ASS (HTPR) zeigten signifikant höhere Werte des Entzündungsmarkers CRP im Vergleich zu Patienten mit ausreichender ASS-Wirkung.

„Wir konnten zeigen, dass eine suffiziente Thrombozytenfunktions-Hemmung durch ASS maßgeblich für die Entzündungshemmung ist. Das unterstreicht, dass niedrig-dosiertes ASS Effekte vermittelt, die über eine reine Hemmung der Thrombozyten-Aggregation hinausgehen“, betonte Kardiologin Mohring in Barcelona.  Dies sollte bei der Entscheidung über das optimale antithrombotische Regime bedacht werden.

Aspirin steht auf der „Liste der unentbehrlichen Arzneimittel“ der WHO. Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure wird seit 1899 unter dem Markennamen Aspirin vom Pharmakonzern Bayer vermarktet.

Foto: ©Siam - stock.adobe.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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