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Arzneimittelverordnungs-Report: Einsparpotenziale bleiben ungenutzt

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr Medikamente im Wert von 30,6 Milliarden Euro verschrieben. Zu viel, finden die Autoren des Arzneiverordnungs-Reports 2013. Es könnten Milliarden gespart werden, bei gleich guter Versorgung.
Arzneimittelverordnungs-Report: Einsparpotenziale bleiben ungenutzt

Arzneimittelverordnungs-Report: Einsparpotenzial von 3,7 Milliarden Euro blieb ungenutzt

Am Mittwoch wurde der Arzneiverordnungsreport 2013 vorgestellt. Demnach sind im Jahr 2012 die Arzneimittelausgaben moderat angestiegen auf 30,6 Milliarden Euro, was einer Erhöhung um 2,6 Prozent im Vergleich zu 2011 entspricht. 2011 konstatierte der Report noch rückläufige Kosten.

Der Herausgeber des Reports Prof. Dr. Ulrich Schwabe von der Universität Heidelberg kritisierte, dass Milliarden hätten gespart werden können, ohne dass Patienten schlechter versorgt worden wären. Wenn man auf teure sogenannte Analogpräparate verzichtet hätte, die nur geringfügig anders wirken als frühere Mittel, hätten allein 2,5 Milliarden Euro gespart werden können. Wäre jeweils das günstigste Generikum verordnet worden, hätten weitere 1,6 Milliarden eingespart werden können. Mit Hilfe von nationalen und internationalen Preisvergleichen haben die Herausgeber ein Einsparpotenzial von insgesamt 3,7 Milliarden Euro berechnet.

AMNOG Sparziel verfehlt

Auch die Nutzenbewertung neuer Arzneimittel, das im Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetzes (AMNOG) festgeschrieben ist, habe noch nicht sein volles Potenzial entfaltet, stellten die Autoren des  Arzneiverordnungs-Reports fest. Bisher hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) 48 neue Wirkstoffe bewertet, wodurch seither Einsparungen von 120 Millionen Euro erzielt wurden. Nur bei neun der geprüften neuen Arzneimittel hatten sie einen beachtlichen Zusatznutzen konstatiert.

„Die Einsparungen von 120 Millionen Euro reichen aber bei weitem nicht aus, um die in der Gesetzesbegründung des AMNOG genannten zwei Milliarden Euro zu realisieren“, sagte Schwabe. Obendrein seien Medikamente, die schon länger auf dem Markt seien, aber noch Patentschutz hätten, in Deutschland oftmals viel teurer als in anderen europäischen Ländern. Diese häufig verordneten Arzneimittel kommen nun allerdings verstärkt auch auf den Prüfstand des G-BA. Die Prüfung der Arzneimittel auf dem Bestandsmarkt hat im Frühjahr dieses Jahres begonnen.  

 

Weiterer Ausgabenanstieg in 2014

Für 2014 prognostiziert der Arzneiverordnungs-Report einen neuerlichen Anstieg der Ausgaben für Arzneimittel. Dazu sagte Birgit Fischer vom Verband der forschenden Pharma-Unternehmen: „Es bringt nichts, überhöhte Daumenschätzungen zu Arzneimittelausgaben des Jahres 2014 zu lancieren und darauf fußend den auslaufenden Zwangsrabatt verlängern zu wollen.“ Über die letzten vier Jahre seien die Ausgaben im Arzneimittelsektor sogar zurückgegangen. Nach Jahren des Rückganges werde es 2014 einen Ausgabenanstieg geben, aber keinen dramatischen.

Foto: © nikesidoroff - Fotolia.com

Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
 

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