Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Arzneimittelverbrauch weiter gestiegen

Noch nie wurden in Deutschland so viele Arzneimittel verschrieben wie heute. Eine Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt, dass in 2013 jeder Versicherte pro Tag 1,5 Arzneimittel eingenommen hat. Das sind fast 50 Prozent mehr als im Jahr 2004.
Arzneimittelverbrauch weiter gestiegen

68.000 verschiedene Arzneimittel und 2.500 Wirkstoffgruppen sind derzeit auf dem Markt

Mit insgesamt 642 Millionen Arzneimittelpackungen, was umgerechnet einer Tagesdosis von 1,5 Arzneimitteln pro Kopf entspricht, haben die 70 Millionen gesetzlich Versicherten in 2013 einen historischen Rekord seit Aufzeichnung des Arzneimittelverbrauchs erzielt. Das geht aus einer aktuellen Analyse hervor, die das Wissenschaftliche Instituts der AOK (WIdO) am Dienstag vorgelegt hat. Demnach ist der Arzneimittelverbrauch kontinuierlich gestiegen - seit 2004 sogar um 48,3 Prozent. Den größten Anteil an dieser Steigerung haben erwartungsgemäß Arzneimittel gegen die großen Volkskrankheiten wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Vorhofflimmern oder Diabetes. 

Herz-Kreislauf-Mittel belegen den Spitzenplatz

Der Analyse zufolge bekamen die Versicherten mit Abstand am häufigsten Mittel gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen verordnet. Diese Mittel machten mit 18,5 Milliarden fast die Hälfteder der insgesamt 38,1 Milliarden verordneten Tagesdosen aus. Ein gutes Fünftel der im Jahr 2013 verordneten Tagesdosen entfielen allein auf die Bluthochdruckmittel der Wirkstoffklassen ACE-Hemmer und Sartane. Nach den Mitteln gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurden am häufigsten Mittel gegen Magen-Darm-Erkrankungen und Diabetes verschrieben.

 

Arzneimittelverbrauch in den ostdeutschen Bundesländern am größten

Die WIdO-Analyse zeigt auch große regionale Unterschiede im Arzneimittelverbrauch auf. In den östlichen Bundesländern ist der Verbrauch demnach wesentlich höher als in den westlichen. So wurden etwa an die Versicherten in Sachsen-Anhalt pro Kopf rund 30 Prozent mehr Arzneimittel als im Bundesdurchschnitt verordnet, in Bremen hingegen waren es rund 30 Prozent weniger. Die Wissenschaftler des WIdO erklären die Unterschiede zum Teil damit, dass die Versicherten in den östlichen Bundesländern im Durchschnitt deutlich älter und in der Folge häufiger krank sind.

Das WIdO analysiert seit 1981 mit dem GKV-Arzneimittelindex den deutschen Arzneimittelmarkt. Die aktuellen Analysen basieren auf der überarbeiteten Anatomisch-therapeutisch-chemischen Klassifikation (ATC-Klassifikation) mit Tagesdosen für das Jahr 2014. Anhand dieser Klassifikation konnten die Wissenschaftler herausfinden, welche der knapp 68.000 verschiedenen verordneten Arzneimittelpackungen mit welchen der rund 2.500 unterschiedlichen Wirkstoffen und Wirkstoffkombinationen in welchen Mengen im Jahr 2013 verbraucht wurden.

Foto: © Ingo Bartussek - Fotolia.com

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Arzneimittel , Herz-Kreislauf-System , Bluthochdruck , Diabetes
 

Weitere Nachrichten zum Thema Arzneimittel

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten
Vitamin C ist das bekannteste Vitamin überhaupt. Es ist an über 150 Stoffwechselprozessen beteiligt, gut für Zähne und Knochen, die Verdauung und die Entgiftung der Leber. Und es hemmt die Bildung von krebsauslösenden Nitrosaminen. Anders als vielfach angenommen, hat seine wichtigste Wirkung aber nicht mit dem Schutz vor Erkältungen zu tun – sondern mit Anti-Aging.

Reizüberflutung und Stress sind die Schattenseiten der Digitalisierung. Da hilft nur die digitale Entgiftung. Ein Psychologe gibt Tipps, wie der Entzug trotz Homeoffice und Homeschooling umgesetzt werden kann.

Zahnpflege ist wichtig. Auf lange Sicht natürlich zum Schutz vor Zahnausfall; aber auch, weil Entzündungen im Mund Krankheiten im gesamten Körper begünstigen können. Manche Lebensmittel aber schwächen beim Essen vorübergehend die Widerstandskraft des Zahnschmelzes. Deshalb gilt hier: Eine halbe Stunde warten. Oder die Zähne VOR dem Essen putzen – beim Frühstück vor allem.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin