. Schmerzen

Arthrose-Schmerzen - nur verspannte Muskulatur?

Ärzte gehen davon aus, dass der Gelenkverschleiß bei Arthrose zugleich die Schmerzursache ist. Die Autoren des neuen Buchs „Die Arthrose-Lüge“ sehen das anders. Demnach sind muskuläre und fasziale Überspannungen an den Schmerzen schuld.
Arthrose: Muskeln und Faszien spielen beim Schmerzgeschehen vermutlich eine größere Rolle als bislang gedacht

Arthrose: Muskeln und Faszien spielen beim Schmerzgeschehen vermutlich eine größere Rolle als bislang gedacht

Arthrose ist eine Volkskrankheit und weltweit die häufigste Gelenkerkrankung. Anders als bei der Arthritis spielen nicht Entzündungsprozesse eine Rolle, sondern ein Gelenkverschleiß. Darum sind ältere Menschen am häufigsten von Arthrose betroffen. Aber auch jüngere kann es treffen, etwa an den Knien und Hüften durch übermäßiges Joggen. Erst andauernde Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen zur Diagnose.

Während Mediziner gemeinhin davon ausgehen, dass der Gelenkverschleiß der Arthrose auch die Schmerzursache ist, haben die Autoren des Buchs „Die Arthrose-Lüge“ eine andere Theorie aufgestellt. Das Ehepaar Liebscher und Bracht, er Ingenieur, sie Ärztin, führen die Schmerzen auf überhöhten Spannungen an Muskeln und Faszien zurück. Lockert man diese gezielt am Knochenansatz durch gezielte manuelle Reize, würden sich die Spannungen wieder normalisieren, sagen die beiden. Ihre Schmerztherapie nennen sie „Osteopressur“.

Ohne Schmerzmittel, ohne Operation

„Die hoch wirksame Methodik ist in der Lage, über 90 Prozent auftretender Schmerzen ohne Schmerzmittel und Operation wirkungsvoll zu behandeln“, berichtet Dr. Petra Bracht. Zusammen mit ihrem Mann ist sie der Ansicht, dass die Annahme der Schulmedizin, wonach der Verschleiß für die Gelenkschmerzen der Patienten verantwortlich ist, nicht stimmt. Dies falsche Annahme habe fatalen Folgen: „Der Einsatz von Schmerzmitteln ist inzwischen Normalität, Operationen gehören zur Tagesordnung“. Der Erfolg sei aber dürftig, weil wirkungsvolle Therapie fehlten.

Für die These der muskulär-faszialen Verspannung könnte sprechen, dass ganz viele Mensch über 50 altersentsprechende Abnutzungserscheinungen an den Gelenken haben. Schmerzen haben aber bei weitem nicht alle. Und zugegeben: Die häufig verordnete Physiotherapie kann ein von Arthrose verschlissenes Gelenk auch nicht mehr ganz machen. Sie kann aber umliegende Muskeln und Faszien lockern und die Durchblutung fördern. Allein dadurch gehen bei vielen Patienten die Schmerzen zurück, während der Gelenkverschleiß fortbesteht.

Schulmedizin kann oft nicht helfen

„Wir rollen das Thema „Schmerz“ neu auf. Durch eine Kombination aus der so genannten Osteopressur und speziellen Liebscher & Bracht Übungen werden Millionen Leben künftig nicht mehr von Schmerzen bestimmt sein“, verspricht Roland Liebscher-Bracht. Es dürfte viele Menschen geben, die nach einer neuen Behandlungsmöglichkeit bei Arthrose suchen. Denn die Schulmedizin kann etlichen Arthrose-Geplagten nicht helfen. Ein Blick ins Buch, kann daher jedenfalls nicht schaden. Es gibt inzwischen auch Orthopäden, die nach Liebscher & Bracht behandeln. Bislang sind sie allerdings die Ausnahme. 

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Arthrose , Knie , Schmerzen

Weitere Nachrichten zum Thema Arthrose

| Kohlwickel sind ein bekanntes Hausmittel bei Gelenkschmerzen. Forscher der Universität Duisburg-Essen testeten ihre Wirksamkeit bei Knie-Arthrose. Die Kohlblätter beeinflussten Schmerz und Beweglichkeit.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Bei Frauen mit genetisch bedingtem Lungenhochdruck kann Östrogen eine Rolle bei der Erkrankung spielen. Experimente zeigen nun, dass Medikamente, die das Östrogen hemmen, der Erkrankung vorbeugen und auch zu ihrer Behandlung dienen können.
Knapp drei Millionen Tiere sterben in Deutschland jedes Jahr für die Forschung – viele davon umsonst, weil sich die Ergebnisse aus Tierversuchen oft nicht auf Menschen übertragen lassen. Nun wurde ein Modellsystem ausgezeichnet, das Tierversuche in der Schlaganfallforschung ersetzen soll.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.