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16.08.2017

Arbeitslosigkeit erhöht Risiko für psychische Erkrankungen

Für psychisch kranke Menschen ist ein sicherer Arbeitsplatz besonders wichtig. Gleichzeitig erhöht Arbeitslosigkeit das Risiko für psychische Erkrankungen. Experten bemängeln jedoch, dass es bei der beruflichen Wiedereingliederung Betroffener immer noch Defizite gibt.
Arbeitslosigkeit und psychische Erkrankungen

Der Verlust des Arbeitsplatzes kann psychische Störungen hervorrufen oder verstärken

Nach wie vor fallen viele psychisch erkrankte Menschen in Deutschland aus der Arbeitswelt heraus. Dabei ist nachgewiesen, dass Arbeit zur Stabilisierung von psychischen Erkrankungen entscheidend beitragen kann, denn Arbeit ist zeitstrukturierend, sinnstiftend, statusvermittelnd, sozialisierend sowie zielführend. Umgekehrt kann der Verlust des Arbeitsplatzes das Risiko für psychische Erkrankungen erhöhen oder vorhandene seelische Störungen verstärken. Daten des aktuellen BKK-Gesundheitsreports belegen, dass stressbezogene Symptome, Depressionen, Angst und psychosomatische Beschwerden bei Arbeitslosen häufiger diagnostiziert werden als bei Berufstätigen. Häufig kommen dann finanzielle Sorgen, Motivationsprobleme und Antriebsschwäche hinzu. Das Zusammenspiel dieser Komponenten erschwert wiederum oft die Arbeitssuche.

Berufliche Wiedereingliederung fördern

Eine der wichtigsten Maßnahmen, um Rückfällen bei psychischen Erkrankungen vorzubeugen, ist die Vermittlung einer neuen Beschäftigung. Das betont die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. in einer Mitteilung. Das Präventionsgesetz habe zwar die Rahmenbedingungen zur Förderung der psychischen Gesundheit von Arbeitslosen verbessert. Doch nach wie vor gebe es Optimierungsbedarf. Trotz erfolgreicher Maßnahmen bestehen den Experten zufolge weiterhin Umsetzungsdefizite bei der Prävention und der beruflichen Wiedereingliederung für Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Defizite gibt es laut Dr. Dietrich Munz, Präsident der Bundesärztekammer, noch bei der Kooperation zwischen Arbeitsvermittlern, Psychotherapeuten und Betriebsärzten. Mitarbeiter in Jobcentern sollten daher geschult werden, um besser auf die Bedürfnisse von Menschen mit psychischen Beschwerden eingehen zu können. Eine motivierende Ansprache sei unter Umständen hilfreicher als die Betonung der Mitwirkungspflicht.

 

Ärzte und Therapeuten stärker miteinbeziehen

Munz betont zudem, dass der berufliche Wiedereinstieg für die Betroffenen meist anstrengend ist. Betriebsärzte und Psychotherapeuten können diesen erleichtern, indem sie beratend zur Seite stehen. Sie sollten daher stärker von Unternehmen einbezogen werden, um geeignete Maßnahmen für psychisch Erkrankte zu erarbeiten.

Problematisch ist auch, dass nach wie vor viele Menschen aus Angst vor Stigmatisierung ihre psychischen Probleme verheimlichen und sich keine professionelle Hilfe suchen. Nach Auffassung der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin ist daher eine bessere Aufklärung der Bevölkerung und die Bekämpfung von Vorurteilen ein weiterer wichtiger Schritt bei der Prävention von psychischen Erkrankungen.

Foto: © Stockfotos-MG - Fotolia.com

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Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Medizin
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