. Umfrage der Initiative Gesundheit und Arbeit

Arbeitnehmer möchten mehr Gesundheitsförderung im Job

Etwa die Hälfte aller Beschäftigten wollen mehr Angebote der Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz. Das zeigt eine aktuelle Umfrage im Auftrag der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga), zu der sich mehrere Krankenkassenverbände und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) zusammengeschlossen haben.
Betriebliche Gesundheitsförderung wird gern genutzt

Die meisten Beschäftigten schätzen ihre Arbeit

In der repräsentativen Befragung äußerten vier von fünf Beschäftigten die Auffassung, dass ihr Beruf sie fit halte. Doch nur noch 45 Prozent gaben an, dass ihr Arbeitgeber sich um ihre Gesundheit kümmere. Das sind nach iga-Angaben deutlich weniger als in der Vergangenheit. Bei der Befragung im Jahr 2010 sagten 64 Prozent, dass ihr Unternehmen sich um ihre Gesundheit kümmere, und bei der ersten Befragung 2005 waren es auch immerhin 54 Prozent.

Je größer der Betrieb, desto mehr Gesundheitsförderung

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Größe des Unternehmens. Bei großen Firmen gaben 59 Prozent der Befragten an, dass ihre Gesundheit ein Thema für ihren Arbeitgeber sei, in kleineren Unternehmen dagegen nur 43 Prozent. Wo Gesundheitsförderung angeboten wird, nutzten die befragten Beschäftigten vor allem Betriebsarzt-Sprechstunden. Sie nahmen auch an Schulungen zu Stressbewältigung, Bewegung oder Ernährung und am Betriebssport teil.

„Für Kranken- und Unfallversicherung sind diese Signale Ansporn, die Zusammenarbeit bei der Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsverfahren und der betrieblichen Gesundheitsförderung weiter zu intensivieren“, so Walter Eichendorf, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

Arbeitszufriedenheit hängt mit Schulabschluss zusammen

Mit ihrer Arbeitssituation zeigen sich die Erwerbstätigen in Deutschland sehr zufrieden. 86 Prozent schildern sie als vielseitig, abwechslungsreich und sicher. Trotzdem kann nur jeder Zweite sich vorstellen, dass er seine aktuelle Tätigkeit bis zum Renteneintritt mit 65 oder67 Jahren fortsetzt. Außerdem bewerten nur 55 Prozent der Befragten das Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben als zufriedenstellend. „Diese beiden Einschätzungen sollten als Warnsignale für ein hohes Belastungsniveau verstanden werden, dem ein Teil der Beschäftigten auf Dauer nicht gewachsen ist“, so Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes.

Besonders gefährdet dürften den Umfrageergebnissen zufolge Beschäftigte mit niedrigem Bildungsniveau sein. Sie gewinnen vergleichsweise wenig Anerkennung aus ihrer Arbeit. Im Durchschnitt bejahten 82 Prozent der 2000 Befragten die Frage, ob ihre Arbeit ihnen Anerkennung verschafft. Von den Arbeitnehmern ohne Schulabschluss stimmten hier nur 51 Prozent zu. Unter den Befragten mit Hauptschulabschluss waren es 72 Prozent. Befragte mit (Fach-)Abitur stimmten dagegen zu 88 Prozent zu.

Foto: Robert Kneschke - Fotolia.com

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