. OP-Risiken minimieren

Aortenaneurysma: Sichere OP durch spezielle Gefäßprothese

Die Operation eines Aortenaneurysmas birgt einige Risiken. Doch eine spezielle Gefäßprothese, die ohne Unterbrechung des Blutkreislaufs eingesetzt werden kann, minimiert diese Risiken. Sie wurde in Deutschland entwickelt und wird mittlerweile weltweit eingesetzt.
Gefäßprothese bei Aortenaneurysma

Eine Gefäßprothese kann das Reißen eines Aortenaneurysmas verhindern

Das Aortenaneurysma ist eine Aussackung der Hauptschlagader, die sehr groß werden und schließlich einreißen kann. Die Gefahr einer solchen Ruptur steigt mit dem Durchmesser des Aneurysmas. Ab einer Größe von mehr als fünf Zentimetern ist das Risiko besonders hoch; dann sollte sofort operiert werden. Bei der Operation wird als Gefäßersatz eine Prothese eingesetzt, die das defekte Gefäß stabilisiert. Doch der Eingriff ist nicht ganz ungefährlich.

Lange Zeit wurde nur eine „offene“ Operation zur Behandlung des Aortenaneurysmas durchgeführt. Dabei muss zum Einsetzen der Gefäßprothese der Blutkreislauf unterbunden werden. Das wiederum kann schwerwiegende Folgen für alle Organe und sogar für das Rückenmark haben. Bei dem offenen Verfahren kommt es bei 10 bis 30 Prozent der Patienten zu schweren Komplikationen.

OP des Aortenaneurysmas ohne Unterbrechung des Blutkreislaufs

„Die Gefahr besteht in einer Schädigung durch diese sogenannte Ischämie, also die dauerhafte Gewebeschädigung durch Mangeldurchblutung“, erklärt Professor Hubert Schelzig, Gefäßchirurg und Leiter der Klinik für Gefäß- und Endovaskularchirurgie am Universitätsklinikum Düsseldorf. „Wenn man sich klarmacht, dass die Aorta lebenswichtige Organe wie z.B. Nieren und Darm versorgt, wird das Risiko schnell deutlich.“

Zusammen mit einem spezialisierten Hersteller hat Schelzig, damals noch an der Uniklinik Ulm, eine Gefäßprothese entwickelt, die bei schlagendem Herzen und bestehendem Blutkreislauf im gesunden Aortenteil verankert werden kann. Die Prothese stabilisiert von innen dauerhaft das defekte Blutgefäß. Dadurch, dass sie innerhalb der Aorta an der geschädigten Stelle fest verankert werden kann, ist es nicht mehr nötig, während der OP den Blutkreislauf für den notwendigen Gefäßersatz zu unterbinden. Das minimiert die Risiken. Heute gilt dieses Operationsverfahren als das sicherste bei kritischen Aortenaneurysmen.

Hoher Blutdruck und Arteriosklerose begünstigen Aortenaneurysma

Durch die Prothese kann der Blutdruck die geschädigte Gefäßwand nicht mehr zum Einreißen bringen. Eine besondere Metalllegierung mit Memo-Charakter, die sich bei Körpertemperatur auf einen definierten Durchmesser ausdehnt, hält die Aorta dauerhaft durchlässig. Das Verfahren hat sich mittlerweile weltweit durchgesetzt.

Die Hauptursachen für die Bildung eines Aortenaneurysmas sind Arteriosklerose und Bluthochdruck. Aber auch eine angeborene Bindegewebsschwäche kann das Risiko für ein Aortenaneurysma erhöhen. Kommt es zu einer Ruptur, fließen sofort sehr große Mengen Blut in den Brust- oder Bauchraum. Der anschließende Volumenmangel im Kreislaufsystem führt dann zum Schock. Weniger als zehn Prozent der Patienten überleben eine Aortenruptur.

Foto: © 7activestudio - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
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