Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
05.07.2017

AOK-Kampagne gegen übermäßigen Zuckerkonsum

Immer mehr Kinder leiden unter Übergewicht und Diabetes. Häufig sind dies die Folgen eines zu hohen Zuckerkonsums. Die AOK hat daher unter dem Motto „süß war gestern“ eine nationale Kampagne zur Zuckerreduktion gestartet.
Zuckergehalt von Lebensmitteln

Viele Menschen unterschätzen den Zuckergehalt von Lebensmitteln

Je stärker Eltern den Zuckergehalt von Lebensmitteln unterschätzen, umso höher ist der Body-Maß-Index ihrer Kinder. Zu diesem Ergebnis kam eine wissenschaftliche Untersuchung des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Zusammenarbeit mit der Universität Mannheim, die auf dem 1. Deutschen Zuckerreduktionsgipfel am 28. Juni 2017 in Berlin vorgestellt wurde. Bei der Veranstaltung diskutierten auf Initiative des AOK-Bundesverbandes Vertreter aus Politik, Industrie, Wissenschaft und der Gesundheitsbranche über Wege, den Anteil von Zucker, aber auch von Salz und Fett in Lebensmitteln zu verringern.

Eltern haben oft zu wenig Wissen

Derzeit liegt der Zuckerverbrauch in Deutschland bei 90 Gramm pro Person und Tag. Zum Vergleich: Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt höchstens 50 Gramm für Erwachsene und 25 Gramm für Kinder. Das größte Problem ist nach Angaben der AOK der künstlich zugesetzte Zucker in Lebensmitteln. Die Folgen des hohen Zuckerkonsums sind unter anderem die Zunahme von Übergewicht und Diabetes – auch schon bei Kindern. Um dem entgegenzuwirken, hat die AOK unter dem Motto "süß war gestern“ eine nationale Kampagne zur Zuckerreduktion gestartet.

Vor allem wenn es darum geht, den Zuckerkonsum von Kindern zu reduzieren, spielen offenbar das Wissen und die Einstellung der Eltern eine große Rolle. So unterschätzen 92 Prozent der Eltern den Zuckergehalt eines handelsüblichen 250-Gramm-Fruchtjoghurts. Dabei gehen sie im Durchschnitt von nur vier statt der tatsächlich vorhandene elf Zuckerwürfel in einem Joghurtbecher aus. Diese Fehleinschätzung macht sich im Gesundheitszustand der Kinder bemerkbar und kann bei ihnen zu Übergewicht führen, wie die Studie des Max-Planck-Instituts gezeigt hat.

 

Forderungen an Politik und Industrie

Angesichts dieser Ergebnisse fordert der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, von Politik und Lebensmittelindustrie deutlich mehr Anstrengungen zur wirksamen Zuckerreduktion: "Wir brauchen einfach mehr Transparenz über versteckten Zucker. Um angemessene Ernährungsentscheidungen treffen zu können, müssen Eltern abschätzen können, wie viel Zucker in Essen und Getränken enthalten ist.“ Litsch kritisiert dabei vor allem auch die Lebensmittelindustrie, die sich seit Jahren gegen eine laienverständliche Lebensmittelkennzeichnung sträube. Unterdessen verarbeite sie weiter unnötig viel Zucker in den Produkten und werbe flächendeckend mit gezieltem Kindermarketing. Die AOK erhofft sich von ihrer Kampagne eine Gegenbewegung zu dieser Entwicklung.

Foto: © Thomas von Stetten - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ernährung , Übergewicht , Diabetes
 

Weitere Nachrichten zum Thema Zucker

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
In Deutschland gibt es ein weltweit einmaliges System von mehr als 12.000 Betriebsärzten – eine Option, um die schleppend laufende Breitenimpfung gegen COVID-19 in Schwung zu bringen. Eine große Mehrheit der Beschäftigten würde ein Impfangebot ihres Arbeitgebers begrüßen. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV.


Alkohol kann im weiblichen Körper schneller Schäden anrichten als im männlichen. Darauf weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März hin. So kommt es bei Frauen leichter zu alkoholbedingten Leberschäden. Als besonders schädlich gilt auch das Trinken in der Schwangerschaft.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin