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Antriebsarmut bei Kindern kann Folge einer Schilddrüsenunterfunktion sein

Zwischen 2010 bis 2014 wurde bei Kindern unter 12 Jahren mehr als 90.000 mal eine Hashimoto-Thyreoditis diagnostiziert. Die Erkrankung kann zu Antriebsarmut und Aggressivität führen. Die Schilddrüsen-Liga Deutschland fordert daher eine frühere Routine-Diagnostik.
Niedergeschlagenen Junge

Eine Fehlfunktion der Schilddrüse kann zu Niedergeschlagenheit und Antriebsarmut führen

Die Erkrankungs-Zahlen basieren auf einer Statistik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Bei immer mehr Kindern würden Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse (Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow) diagnostiziert. „Warum muss das Kind erst in den Brunnen fallen?“, fragt Liga-Vorsitzende Barbara Schulte.

Sie fordert den früheren Einstieg in Schilddrüsenuntersuchungen: Nicht erst bei der Vorsorgeuntersuchung  J 1 (12 bis 13 Jahre), sondern eine Diagnostik mit TSH-Bestimmung  bereits bei der U 9 (Einschulung). Um Fehlentwicklungen (Verzögerung der geistigen und körperlichen Entwicklung) zu vermeiden, sei eine möglichst frühzeitig einsetzende Diagnostik und eine sofortige Therapie mit dem Schilddrüsenhormon Thyroxin absolut notwendig.

Schilddrüsenunterfunktion bei Kindern führt zu Antriebsarmut

Antriebsarmut, Konzentrationsstörungen, massiver Stress, Aggressivität, Rückzug aus dem sozialen Leben, Schulverweigerung, Abbruch von Ausbildungen, Resignation – das alles könne Hashimoto auslösen. Für die Schilddrüsen-Liga  „ein Teufelskreis, den die Kinder und Jugendlichen nicht mehr bewältigen können und aus dem dann auch die gesamte Familie nicht mehr herauskommt“. Das lasse sich vermeiden.

Durch eine Früherkennung einer Schilddrüsenerkrankung würden außerdem unnötige medizinische Untersuchungen oder nicht indizierte Psychotherapien verzichtbar.

 

Hashimoto-Thyreoditis ist eine Autoimmunerkrankung

Bei der Hashimoto- oder Autoimmun-Thyreoditis liegt eine dauerhafte Entzündung der Schilddrüse vor, bei der sich das körpereigene Abwehrsystem fälschlicherweise gegen sich selbst richtet und das Gewebe der Schilddrüse angreift und schädigt. Im Blut der Betroffenen lasen sich dann Auto-Antikörper gegen Schilddrüsengewebe nachweisen. Die Erkrankung führt meist zu einer Schilddrüsenunterfunktion.

Foto: Tomsickova

Autor: red
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