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Antipsychotika bei Schizophrenie: Forscher sehen mehr Nutzen als Schaden

Antipsychotika stehen unter Verdacht, bei langfristiger Einnahme das Gehirn zu verändern und Psychosen wie Schizophrenie sogar zu verschlimmern. Eine Studie aus den USA widerlegt nun diese Bedenken.
Antipsychotika sind umstritten. Eine neue Studie sieht jedoch mehr Vorteile für die Behandlung von Schizophrenie

Antipsychotika sind umstritten. Eine neue Studie sieht jedoch mehr Vorteile für die Behandlung von Schizophrenie

Rund sieben Millionen Amerikaner nehmen Antipsychotika gegen Schizophrenie und ähnliche Psychosen. Die Medikamente sollen die Krankheitssymptome lindern und Rückfälle verhindern. Doch immer wieder werden Bedenken laut, die antipsychotischen Medikamente könnten toxische Effekte auf das Gehirn und negative Langzeiteffekte haben.

Ob das stimmt, hat nun ein internationales Forscherteam um den US-amerikanischen Psychiater Dr. Jeffrey Lieberman vom Columbia University College of Physicians and Surgeon in New York untersucht. Die Forscher werteten dafür zahlreiche klinische Studien aus, die die Effekte von Antipsychotika auf das klinische Outcome sowie Veränderungen in der Hirnstruktur mittels Neuroimaging untersuchten.

Autoren finden Evidenz für positives klinisches Otutcome

Dabei gelangten sie zu dem Schluss, dass Antipsychotika keine negativen Langzeitwirkungen auf das Gehirn haben. Die anaylsierten Daten zeigten auch, dass eine Verzögerung oder ein Aussetzen der Behandlung mit schlechteren langfristigen Therapieergebnissen in Zusammenhang steht. Darüber hinaus konnten die Forscher keine Hinweise auf ein erhöhtes Rückfallrisiko finden.

„Die Mehrheit der Patienten mit Schizophrenie profitiert von antipsychotischen Medikamenten sowohl zu Beginn der Erkrankung als auch auf lange Sicht“, fasst Liebermann die Ergebnisse zusammen. Die Evidenz sei eindeutig und belege, dass der therapeutische Nutzen weitaus größer sei als ein potenzieller Schaden durch Nebenwirkungen. "Jeder, der diese Schlussfolgerung bezweifelt, sollte mit Menschen sprechen, deren Symptome sich durch die Behandlung verringert haben und denen im wahrsten Sinn des Wortes ihr Leben zurückgegeben wurde", so Lieberman.

Nebenwirkungen in Kauf nehmen

Laut Lieberman gibt es derzeit keine Möglichkeit, jene Patienten zu identifizieren, die sich nach einer ersten psychotischen Episode erholt haben und denen es auch ohne Medikamente weiter gut gehen würde. "Dabei handelt es sich um eine sehr kleine Gruppe von Patienten, daher würde ein Vorenthalten der Behandlung für die meisten Betroffenen von Nachteil sein."

Die Autoren räumen allerdings ein, dass Antipsychotika das Risiko für das metabolische Syndrom erhöhen, das wiederum Herzerkrankungen und Schlaganfälle begünstigt. Hierzu wurde in der Studie "The Long-Term Effects of Antipsychotic Medication on Clinical Course in Schizophrenia" keine Nutzen-Risiko-Analyse gemacht.

Die Ergebnisse sind soeben im American Journal of Psychiatry erschienen.

Foto: © Patrick Daxenbichler - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Gesundheitspolitik
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