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Antibabypille: Thromboserisiko durch Drospirenon erhöht

Wieder einmal ist die Antibabypille wegen des Thromboserisikos ins Visier der Behörden geraten. Diskutiert wird vor allem die Sicherheit derjenigen Pillen, die den Wirkstoff Drospirenon enthalten.
Antibabypille: Thromboserisiko durch Drospirenon erhöht

thingamajiggs/ fotolia.com

Drospirenon ist dem natürlich vorkommenden Hormon Progesteron sehr ähnlich. Enthalten ist der Wirkstoff in den Antibabypillen Yasmin/Yasminelle, Aida, Yaz und Petibelle. Aufgrund der antiandrogenen Wirkung werden diese Präparate häufig bei unreiner Haut eingesetzt und sind daher vor allem bei jungen Frauen beliebt. Kritik an dem Wirkstoff gibt es schon lange, da er im Verdacht steht, das Thromboserisiko und, falls sich ein Blutgerinnsel losreisst und in die Lunge gelangt, auch für eine Lungenembolie zu erhöhen. Allerdings waren die Studienergebnisse bisher nicht eindeutig. Dies scheint sich nun geändert zu haben.

Thromboserisiko

Zunächst hatten zwei vom Hersteller Bayer gesponserte Studien nahegelegt, dass das Thromboserisiko von Drospirenon dem des aus den sechziger Jahren stammenden Levonorgestrels entspräche. Doch vier andere unabhängige Studien kamen zu dem Ergebnis, dass das Risiko bei Drospirenon gegenüber dem bei Levonorgestrel um das 1,64- bis 3,3-Fache erhöht war. Daraufhin musste schon vor Monaten auf Anordnung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) die Packungsbeilage geändert und auf das erhöhte Risiko von Drospirenon hingewiesen werden.

Auswahl der Pille

Vor wenigen Wochen nun hat die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) den Ärzten dazu geraten, bei der Auswahl einer Pille auf das geringere Risiko für Thromboembolien zu achten. Dies gelte vor allem, wenn zusätzliche Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht bestünden. In der Bekanntmachung der Kommission heisst es weiter, dass in einer Fallkontrollstudie bei unter dreissigjährigen Frauen eine Erhöhung des Thromboserisikos um das Fünffache aufgefallen sei. Daher sollte gerade in dieser Altersgruppe bevorzugt das ältere Gestagen Levonorgestrel eingesetzt werden. Zudem sollten die Frauen auf das erhöhte Risiko sowie auf Warnzeichen für ein Blutgerinnsel hingewiesen werden. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe erklärte, dass sie derzeit an einer Stellungnahme arbeite.

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