Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Anstrengungsbedingte Überhitzung – diese Folgen kann sie haben

Aufgrund der steigenden Durchschnittstemperaturen in Deutschland ist mit einer wachsenden Zahl von „Hitzetoten“ zu rechnen. Doch nicht nur die äußere Temperatur kann Probleme verursachen. Auch anstrengungsbedingte Überhitzung kann gefährlich sein und sogar zum Tod führen.
Überhitzung, Hitzschlag

Viel Wasser zu trinken hilft, mit Hitzestress besser fertigzuwerden

Aufgrund des Klimawandels ist in Deutschland mit immer mehr „Hitzetoten“ zu rechnen. Doch Hitzestress und Hitzeerkrankungen treten nicht nur bei erhöhten Umgebungstemperaturen auf. Auch körperliche Arbeit steigert die Wärmeproduktion im Organismus um ein Vielfaches: Bei unzureichender Wärmeabgabe droht eine anstrengungsbedingte Überhitzung. Forscher um Dieter Leyk haben in einer Übersichtsarbeit Einflussfaktoren, besonders gefährdete Personengruppen sowie Diagnostik und Therapie von Hitzeerkrankungen dargestellt. Erschienen ist die Arbeit im Jahr 2019 im Deutschen Ärzteblatt

Muskelarbeit führt zu enormer Wärmesteigerung

Die Kombination aus Hitze und körperlicher Arbeit ist eine große Belastung für den menschlichen Organismus. Was viele nicht wissen: Durch die arbeitende Muskulatur kann die Wärmebildung um mehr als das Zehnfache des Ruhewerts ansteigen. So können bei hohen Belastungsintensitäten bereits nach 20 Minuten Körperkerntemperaturen von über 39 Grad Celsius erreicht werden.

Neben der muskulären Wärmeproduktion gibt es auch weitere Faktoren, die einzeln oder in Kombination zu Hitzestress führen können. Dazu gehören individuelle Merkmale, aber auch die Bekleidung. Da die Schweißverdunstung die effektivste Methode der körpereigenen Kühlung ist und enge Kleidung diese behindern kann, kommt einer leichten und locker sitzenden Kleidung eine große Bedeutung beim Schutz vor Überhitzung zu.

 

Langsame Akklimatisation kann helfen

Auch die Akklimatisation spielt eine große Rolle und kann die Hitzetoleranz verbessern. Klassische Anpassungszeichen sind eine höhere Schweißrate, eine geringere Herzfrequenz sowie niedrigere Körperkerntemperaturen. Für eine wirksame Akklimatisation werden jedoch im Durchschnitt sieben bis zehn Tage benötigt. Abrupte Hitzewellen oder Klimazonenwechsel erhöhen somit das Risiko eines Hitzezwischenfalls.

Kinder und ältere Menschen besonders gefährdet

Weitere Faktoren, die zu einer geringeren Hitzetoleranz führen, sind Übergewicht, geringe Fitness, akute Infekte, Erkrankungen, Dehydratation sowie die Einnahme bestimmter Menschen. Auch das Alter spielt eine große Rolle.  

Neben Kindern sind insbesondere Senioren gefährdet, einen Hitzschlag zu erleiden. Das liegt unter anderem daran, dass die Durchblutung der Haut im Alter geringer und die Umverteilung von Blutvolumen aus retroperitonealen Venengeflechten in das Kapillarbett der Haut vermindert ist. Zudem schwitzen ältere Menschen später und weniger und verspüren oft weniger Durst.

Bei Hitzschlag sofort handeln!

Hitzeerkrankungen sind deshalb so gefährlich, weil sie sich schlagartig zu einem lebensbedrohlichen Hitzschlag weiterentwickeln können. In diesem Fall ist das sofortige Einleiten effizienter Kühlmaßnahmen erforderlich, wie die Autoren der Übersichtsarbeit betonen. Je länger die zu hohe Körperkerntemperatur bestehe, desto schlechter sei das zu erwartende Outcome. Noch besser als jede Behandlung sei aber die Prävention sowie das rechtzeitige Beenden des Hitzestresses.

Foto: © kieferpix - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Umwelt und Ernährung , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Hitze , Klimawandel
 

Weitere Nachrichten zum Thema Hitze

02.08.2018

Viele Menschen leiden unter der Hitze und in den Kliniken neben dehydrierungsbedingte Notfälle zu. Dazu gehören Kreislaufprobleme, Herzrasen, aber auch akutes Nierenversagen. Jetzt ist es besonders wichtig, viel zu trinken. Dabei kommt es nicht nur auf das Wasser an, sondern vor allem auch auf die Mineralstoffe.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Noch nie haben sich in Deutschland so viele Menschen nach Zeckenbissen im Grünen mit Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) angesteckt wie 2020 – und Experten befürchten eine weiter steigende Tendenz. Neu ist: Die nur durch Zecken übertragene und im schlimmsten Fall tödliche Form der Hirnhautentzündung wandert Richtung Norden – und tritt in der Natur verstärkt in größeren Höhen auf.


In den vergangenen 30 Jahren hat sich der Anteil der Geburten per Kaiserschnitt in Deutschland fast verdoppelt – auf zuletzt fast 30 Prozent. Der Richtwert der WHO liegt bei 15 Prozent. Geburtsspezialisten der Medizinischen Hochschule Hannover raten jedoch, pro und contra in jedem Einzelfall besonnen gegeneinander abzuwägen. Ein Kaiserschnitt sei „nicht automatisch besser“ und „in vielen Fällen medizinisch nicht notwendig“.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin