. Demenz

Angsterkrankung könnte erstes Anzeichen von Alzheimer sein

Eine Angsterkrankung bei älteren Menschen könnte ein Vorbote einer sich entwickelnden Alzheimer-Erkrankung sein. Das zeigen Untersuchungen amerikanischer Forscher. Die Ursachen für den Zusammenhang sind jedoch noch unklar.
Alzheimer, Demenz, Angststörung

Zunehmende Ängste könnten auf eine Alzheimer-Demenz hinweisen

Depressionen oder Angsterkrankungen treten häufig gemeinsam mit einer Demenz auf, und nicht immer sind die Erkrankungen leicht voneinander zu unterscheiden. Eine Depression kann aber auch eine spätere Demenz ankündigen – darauf haben Studien Hinweise geliefert. Nun sind Forscher der Frage nachgegangen, ob auch eine Angsterkrankung bei älteren Menschen ein Vorbote für eine entstehende Alzheimer-Demenz sein könnte. Die Ergebnisse ihrer Analyse veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachmagazin „American Journal of Psychiatry“.

Höhere Beta-Amyloid-Werte

An der Studie der Forscher um Nancy Donovan vom Brigham and Women’s Hospital in Boston nahmen 270 Erwachsene im Alter von 62 bis 90 Jahren teil, die normale kognitive Funktionen aufwiesen. Alle Probanden unterzogen sich während des Studienzeitraums von fünf Jahren im jährlichen Abstand einer Positronen-Emissions-Tomographie, um den Gehalt an Beta-Amyloid in ihrem Gehirn zu bestimmen. Beta-Amyloid wird eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Alzheimer zugeschrieben. Zudem wurden die Angst- und Depressionswerte mithilfe des „Geriatric Depression Scale“ erfasst.

Wie sich herausstellte, hatten Studienteilnehmer, bei denen die Angstsymptome innerhalb der fünf Jahre zunahmen, auch höhere Beta-Amyloid-Werte im Gehirn. Nach Auffassung der Studienautoren deutet ihr Fund darauf hin, dass eine Ver­schlech­terung der Angst ein frühes Anzeichen für eine Alzheimer-Erkrankung sein könnte. Allerdings konnten sie nicht zeigen, ob die betroffenen Probanden tatsächlich eine Alzheimer-Demenz entwickelten. Dies müsste in weiteren Studien überprüft werden, so die Forscher.

 

Zusammenhänge noch unklar

Bereits frühere Studien haben gezeigt, dass langsam zunehmende Depressionssymptome bei älteren Menschen auf ein frühes Demenzstadium hinweisen könnten. Wie beides genau zusammenhängt, ist aber noch unklar. So könnte es sein, dass bestimmte Depressionsverläufe die Entwicklung neurodegenerativer Erkrankungen begünstigen oder dass beide Phänomene einfach nur eine andere gemeinsame Ursache haben. Da Demenzerkrankungen ein immer größeres Problem darstellen, arbeiten Forscher unter Hochdruck daran, die Zusammenhänge weiter zu entschlüsseln.

Foto: © Photographee.eu - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Demenz , Alzheimer , Alter , Angst , Depression
 

Weitere Nachrichten zum Thema Alzheimer

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Bienen könnten die Polizeiarbeit unterstützen, so die Nachricht der Gewerkschaft Polizei (GdP). Die Insekten seien dank ihres außergewöhnlichen Geruchsinns hervorragend geeignet, Substanzen wie Drogen, aber auch Menschen aufzuspüren, teilte die Gewerkschaft in ihrer Mitgliederzeitschrift mit.
Künstliche Intelligenz in der Medizin nutzt digital vorliegende Informationen, um die Diagnose und Behandlung von Krankheiten zu erleichtern. Bereits heute trägt KI dazu bei, Krankheiten effizienter zu diagnostizieren, Medikamente zu entwickeln und Gene zu editieren.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin Mehrzweckraum, EG
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.
Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners hat in diesem Jahr bei besonders vielen Menschen zu allergischen Reaktionen der Haut führt. Die giftigen Brennhaare der Raupen können aber auch sprichwörtlich ins Auge gehen. Am Universitätsklinikum Münster mussten diese Woche sechs Menschen am Auge operiert werden. Dr. Lamis Baydoun, Oberärztin der UKM-Augenklinik, berichtet, was vorgefallen ist.