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Anästhesisten senden Hilferuf aus dem Kriegsgebiet

Dienstag, 1. März 2022 – Autor:
In einer eindringlichen Botschaft haben sich ukrainische Anästhesisten an ihre Kollegen weltweit gewandt. Die deutschen Fachgesellschaften kündigen ihre Unterstützung an. Es wird mit Transporten von Verletzten und anderen Patienten aus der Ukraine nach Deutschland gerechnet.
Anästhesisten und Notfallmediziner erwarten Verletzte aus der Ukraine

Anästhesisten und Notfallmediziner erwarten Verletzte aus der Ukraine – Foto: © Adobe Stock/ Sebastiano Fancellu

Es ist ein dramatischer Appell, den Anästhesisten aus der Ukraine an Kollegen in der ganzen Welt gesendet haben. Professor Oley Loskutov von der medizinischen Fachgesellschaft der Anästhesisten in der Ukraine schreibt in einer E-Mail: "Zivilisten, Kinder und Ältere sterben." Man bitte darum, „alle möglichen Maßnahmen umzusetzen, damit die Unabhängigkeit und die Freiheit der Ukraine verteidigt und Menschenleben bewahrt werden.“

Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) betonen in einer gemeinsamen Mitteilung ihre Solidarität und kündigen Unterstützung an. Die Kollegen müssten unter Einsatz von Leib und Leben ihre Arbeit fortsetzen, in den Operationssälen und auf den Intensivstationen rund um die Uhr Verwundete versorgen. „In diesen Tagen stehen wir ganz eng an der Seite der Menschen in der Ukraine und der Ärztinnen und Ärzte dort", erklärt DGAI-Präsident Prof. Frank Wappler.

Warten auf Anforderungen aus der Ukraine

Man berate bereits, wie die deutschen Anästhesisten ihren Kolleginnen und Kollegen in der Ukraine wirksam helfen könnten. Denkbar seien zum Beispiel Spenden von Verbrauchsmaterial, Medikamenten und Geräten. „Wir stehen mit den ukrainischen Kollegen in Kontakt und versuchen zu helfen, wo immer es nötig ist", sagt BDA-Präsident Geldner. „Hier warten wir im Moment auch auf Rückmeldungen und Anforderungen.“ Jetzt müsse man schauen, welche Hilfe gebraucht werde und dann gezielt reagieren.

 

Bald Verletzte in Deutschland versorgen

Die Anästhesistenverbände aus Deutschland rechnen damit, dass bald Verletzte und andere Patienten aus der Ukraine nach Deutschland gebracht und hier weiterversorgt werden. In diesem Fall könnten die deutschen Kolleginnen und Kollegen mit ihren Erfahrungen als Notärzte und Intensivmediziner Unterstützung leisten, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung.

An die Politik und die Weltgemeinschaft appellieren BDA und DGAI „alles Erdenkliche zu tun, um weiteres Blutvergießen, Verletzte und Tote in der Ukraine zu verhindern und zu Frieden und Sicherheit in Europa und der Welt zurückzufinden.“

Der Rat der Europäischen Anästhesisten zeigt sich einer Stellungnahme „beeindruckt von dem Engagement und dem Heldentum der ukrainischen Kolleginnen und Kollegen, während sie ihr eigenes Leben riskierten. In Gedanken sei man beieinander.“

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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