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07.06.2017

Ambrosia könnte noch aggressiver werden

Die Pollen der Ambrosia-Pflanze weisen mehr Allergene auf, wenn die Pflanze Stickstoffdioxid-haltigen Abgasen ausgesetzt ist. Daher könnte Ambrosia in Zukunft auf Allergiker noch aggressiver wirken.
Allergie

Ambrosia breitet sich immer weiter aus

Für Allergiker sind sie eine Qual: die Pollen der Ambrosia-Pflanze. Ihr allergenes Potenzial ist stärker als das von Gräsern und Birken und Millionen Menschen leiden jedes Jahr an den dadurch ausgelösten Symptomen wie Heuschnupfen, allergischem Asthma und Bindehautreizungen. Das bis zu 1,80 Meter hohe Unkraut blüht zudem erst ab etwa Mitte Juli, und die Pollen fliegen von August bis Oktober. Für Allergiker bedeutet das unter Umständen eine Verlängerung der üblichen Heuschnupfenzeit bis in den Herbst hinein.

Abgase verstärken allergene Wirkung von Ambrosia

Ein weiteres Problem: Stickstoffdioxid-haltige Abgase verändern die Proteinzusammensetzung der Pollen so, dass sie stärker an menschliche Antikörper binden, welche dann die Allergie auslösen. Das haben Forscher des Helmholtz-Zentrums München festgestellt. Matthias Werchan von der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst macht auf einen weiteren problematischen Faktor aufmerksam: „An den Autobahnen werden regelmäßig die Grünstreifen gemäht. Dann werden die Pflanzen mitgezogen und die Samen verteilen sich im Boden.“ Dort könnten sie noch Jahre später auskeimen. So verbreitet sich Ambrosia in Deutschland rasant weiter.

Das Gesundheitsministerium in München empfiehlt jetzt, die Pflanzen auszureißen – und zwar nur mit Handschuhen und bei blühenden Pflanzen sogar mit Mundschutz. Danach sollten sie in einer Plastiktüte mit dem Hausmüll entsorgt werden. Bei Beständen ab rund 100 Pflanzen sollten Behörden eingeschaltet werden. In Deutschland ist Ambrosia vor allem im wärmeren Süden vertreten. Aber auch in Brandenburg gibt es große Flächen mit der aggressiven Pflanze, so Werchan.

 

Ausbreitung stärker bekämpfen

Um die Ausbreitung der Ambrosia-Pflanze einzudämmen, gehen Bayern sowie bundesweit das Julius-Kühn-Institut mit Aktionsprogrammen gegen Ambrosia vor. „Insgesamt konnte bislang eine unkontrollierbare Ausbreitung wie in anderen Staaten verhindert werden“, sagt Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Werchan ist hingegen der Meinung, in Deutschland werde noch viel zu wenig getan. Er verweist zudem auf die Schweiz, wo gesetztlich verankert ist, dass Ambrosia bekämpft werden muss. Dort sei die Pflanze mittlerweile auch fast ausgerottet. Nach Angaben von Huml wird nun auch in Bayern die Entwicklung dahingehend beobachtet, ob eine gesetzliche Melde- und Bekämpfungspflicht für Ambrosia-Pflanzen notwendig werden könnte. Bisher gibt es bundesweit nur 40 Mess-Stationen, die den Flug der Ambrosia-Pollen aufzeichnen.

Foto: © stadelpeter - Fotolia.com

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Hauptkategorie: Medizin
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