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16.10.2018

Am Neuköllner Hermannplatz geben Ärzte direkt Rat und Hilfe zu HIV

In Berlin startet ein neuartiges Projekt zur HIV-Prävention. Im „Checkpoint BLN“ am Neuköllner Hermannplatz bieten Ärzte direkt Rat und medizinische Hilfe an, vom HIV-Test bis zu PrEP.
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In Neukölln können Ratsuchende zum Thema HIV direkt Hilfe und Medikamente bekommen

In Berlin startet ein bundesweit bislang einzigartiges Projekt zur HIV-Prävention. Noch in diesem Herbst öffnet der "Checkpoint BLN" am Neuköllner Hermannplatz. Hier bekommen Ratsuchende medizinische Hilfe durch auf HIV spezialisierte Ärzte. Sie können HIV-Tests machen oder Impfungen zum Beispiel gegen Hepatitis A oder B erhalten.

Auch die Präexpositions-Prophylaxe - ein Medikament, das vor einer HIV-Ansteckung schützt - wird den Klienten dort angeboten. Für Bedürftige, also für Berliner mit dem Berlin-Pass, ist die PrEP kostenlos. Zielgruppe des "Checkpoint" sind vor allem Männer, die Sex mit Männern haben und Transmenschen.

Aids soll bis 2030 beendet sein

Das niedrigschwellige Angebot wird nach und nach ausgebaut und soll schließlich an sieben Tagen in der Woche für jeweils einige Stunden geöffnet sein. Über die medizinische Hilfe hinaus gibt es auch psychosoziale Beratung. Sprachmittler werden dazugezogen, wenn es Verständigungsprobleme gibt.

"Wir wollen, können und werden AIDS bis zum Jahr 2030 beenden", erklärte dazu Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) in einer Pressemitteilung. Berlin hat sich der Fast Track Cities Initiative angeschlossen, an der weltweit 97 Städte teilnehmen, die AIDS eliminieren wollen. Das gemeinsame Ziel lautet 90-90-90-0.

 

Menschen mit HIV dürfen nicht diskriminiert werden

Das heißt: 90 Prozent der HIV-Infizierten sollen von ihrer Infektion wissen, davon 90 Prozent in Behandlung sein und davon wiederum 90 Prozent eine Viruslast unter der Nachweisgrenze haben, sodass HIV selbst beim Sex ohne Kondom nicht mehr übertragen werden kann.

Die Null steht für die Diskriminierung von Menschen mit HIV. „Wenn wir diese Ziele erreichen wollen, müsssen wir dafür sorgen, dass es null Diskriminierung von Menschen mit HIV gibt. Diese Schwellenwerte haben wir schon fast erreicht. Der 'Checkpoint' wird eine wichtige Säule unserer Strategie gegen Aids sein“, so die SPD-Politikerin weiter.

In Neukölln geben Ärzte direkt Rat und Hilfe zu HIV

Betrieben wird der "Checkpoint BLN" von der Schwulenberatung Berlin und der Berliner Aids-Hilfe gemeinsam mit niedergelassenen HIV-Ärzten. Finanziert wird die Einrichtung, in der Ärzte direkt Rat und Hilfe zu HIV geben, von der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung mit insgesamt 2,15 Millionen Euro in diesem und im kommenden Jahr.

2018/19 stehen insgesamt rund 9,4 Millionen Euro für das Handlungsfeld HIV/Aids zur Verfügung, für den "Checkpoint", PrEP und weitere Strategien im Kampf gegen Aids und die Diskriminierung von Menschen mit HIV.

Foto: jaruek/fotolia.com

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