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Alzheimer: So macht man die Wohnung sicherer

Samstag, 27. August 2022 – Autor:
Nachlassender Orientierungssinn, erhöhte Sturzgefahr, vergessene Herdplatten: Wenn Alzheimer-Patienten zu Hause sind, kann das gefährlich sein – für sie selbst wie für andere. Ratschläge der „Alzheimer Forschung Initiative“ für mehr Sicherheit.
Mutter mit (älterer) Tochter auf dem Balkon einer Wohnung neben einem gelben Sonnenschirm.

Viele Alzheimer-Patienten werden von Angehörigen zu Hause gepflegt. – Foto: AdobeStock/pikselstock

Alzheimer ist die häufigste Form von Demenz-Erkrankung im Alter. Rund zwei Drittel aller Menschen mit Alzheimer werden zu Hause von Angehörigen gepflegt. Dabei lassen sich Gefahrensituationen nicht immer vermeiden, denn die Alzheimer-Krankheit führt zu einem nachlassenden Gedächtnis, einer Verschlechterung der Alltagsfähigkeiten und der Orientierung sowie einem zunehmenden Bewegungsdrang. Deshalb ist es ratsam, den Wohnraum an die Bedürfnisse des oder der Erkrankten anzupassen, um Verletzungen zu vermeiden.

Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative (AFI) hat eine Ratgeberbroschüre aufgelegt mit Ratschlägen für die Angehörigen von Alzheimer-Patienten. Darin finden sich Tipps, die dazu beitragen können, die Wohnung an die Krankheit anzupassen und die Sicherheit zu erhöhen. Hier einige zentrale Punkte daraus:

Teppiche, Stufen, Kabel: Vorsicht, Stolperfallen!

Menschen mit Alzheimer sollten in ihrem Zuhause genügend Raum für Bewegung haben. Stolperfallen wie hohe Teppiche oder Elektrokabel auf dem Boden sollten vermieden werden. Die Sicherheit auf Treppen kann durch Markierungen der Treppenstufen mit breitem gelbem Klebeband oder die Montage eines zusätzlichen Handlaufs erhöht werden.

 

Kindersichere Türgriffe, Alarmmatten vor Türen

Eine häufig auftretende Verhaltensweise bei Menschen mit Alzheimer ist das Weg- beziehungsweise Hinlaufen. Da der Orientierungssinn bereits früh gestört ist, ist es für Patienten gefährlich, alleine unterwegs zu sein. Abhilfe schaffen können kindersichere Türgriffe und Alarmmatten vor den Türen. Es kann auch sinnvoll sein, eine Tür zu verbergen – zum Beispiel mit dem Bild eines Bücherregals. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass sich Patienten nicht eingesperrt fühlen.

Wichtig: Sicherheitsvorkehrungen im Badezimmer

Im Badezimmer verhindern Gummimatten oder rutschfeste Streifen am Dusch- oder Wannenboden Stürze genauso wie Haltegriffe an der Wand. Ein Stuhl oder Hocker in der Dusche sorgt für zusätzliche Sicherheit. Durch Markieren der Wasserhähne – rot für „heiß“, blau für „kalt“ – und einer Heißwassertemperatur von unter 45 Grad können Verbrühungen verhindert werden. Ein erhöhter Sitz kann den Toilettengang erleichtern.

Sicherheit in der Küche: Messer wegschließen, Feuerlöscher installieren

Für die Küche gilt: Messer, Scheren und andere Utensilien, die gefährlich werden könnten, sollten weggeschlossen werden. Topf- und Pfannengriffe können bei Nutzung zur Rückseite des Herdes gedreht werden. Ein Brandmelder und ein Feuerlöscher sorgen für zusätzlichen Schutz.

Sicherheitsmaßnahmen: Pflegeversicherung zahlt bis zu 4.000 Euro

Entsprechende Kosten für sogenannte wohnumfeldverbessernde Maßnahmen können von der Pflegeversicherung bezuschusst werden. Hierfür muss ein Pflegegrad vorliegen. Pro Maßnahme stehen dann bis zu 4.000 Euro zur Verfügung.

Hier kann man den Alzheimer-Ratgeber gratis bestellen

Der Ratgeber „Leben mit der Diagnose Alzheimer" kann kostenlos bestellt werden bei:
Alzheimer Forschung Initiative e.V., Kreuzstr. 34, 40210 Düsseldorf; Tel. 0211 86 20 66-0;
Website: www.alzheimer-forschung.de/leben-mit-alzheimer.

Hauptkategorie: Medizin
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