Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Alzheimer-Gesellschaften fordern weniger Fixierungen bei Patienten

Demenzpatienten werden nach wie vor zu oft fixiert - das monieren Vertreter der Alzheimer-Gesellschaften. Es gebe mittlerweile Alternativen zu Gurten und Gittern, die jedoch bisher zu wenig umgesetzt werden, so die Kritik.
Versorgung von Demenzpatienten

Demenzkranke werden in Pflegeheimen nicht immer angemessen versorgt

Mitarbeiter in Pflegeheimen sind mit Demenzpatienten häufig überfordert. Diese Patienten benötigen mehr Zeit und Beaufsichtigung als andere, um sie vor Gefahren zu schützen und ihnen Orientierung zu geben. Vor allem nachts, aber auch an den Wochenenden macht sich dann auch noch der Personalmangel bemerkbar. Die überforderten Pflegekräfte verabreichen dann nicht selten mehr Schlafmittel und fixieren die Patienten mit Gurten oder Gittern in ihren Betten – für die Betroffenen eine Qual.

Fixierungen beeinträchtigen die Lebensqualität enorm

Die Alzheimer-Gesellschaften fordern nun, das Fixieren durch Gurte und Bettgitter bei den Kranken deutlich zu verringern. „Es wird viel zu viel festgegurtet“, erklärt Regina Schmidt-Zabel, Vorsitzende des Landesverbandes der Alzheimer Gesellschaft NRW. Meist sei ein Sturz der Anlass für eine Fixierung. Doch es gebe Alternativen. So könnten etwa niedrige Betten mit Matratzen davor vor Verletzungen schützen.

Schmidt-Zabel betont zudem, dass die Betroffenen durch das ständige Festgurten das Laufen verlernen können, weil ihre Muskeln nicht mehr trainiert werden. So fallen Patienten, die fixiert wurden, danach noch häufiger als solche, die sich regelmäßig bewegen. Das Fixieren hat auch starke negative Auswirkungen auf die Psyche der Patienten und kann zu Depressionen führen. Im schlimmsten Fall kommt es durch die Fixierungen sogar zu lebensbedrohlichen Unfällen, wenn die Patienten versuchen, sich aus der Gefangenschaft zu befreien, und sich an den Gurten selbst strangulieren.

 

Alternativlösungen werden bisher zu wenig umgesetzt

Auch in Krankenhäusern gibt es gravierende Mängel bei der Versorgung von Demenzkranken. Viele Kliniken haben nicht genug Personal, um die gestiegene Anzahl älterer und dementer Patienten zu betreuen. Nicht selten sind unnötige Sedierungen und Fixierungen die Folge. Das hat unter anderem das Pflege-Thermometer 2014, die bislang größte Befragung in der Pflege zur Versorgung von Menschen mit Demenz im Krankenhaus, ergeben.

Aber nicht nur der Personalmangel ist schuld an der Misere. Auch neue Konzepte zur Demenzversorgung werden bisher noch zu wenig umgesetzt. So gibt es mittlerweile beispielsweise Sender, die der Patient am Körper trägt und die ein akustisches Signal beim Personal abgeben, sobald der Betroffene den geschützten Bereich verlässt. Solche Alarmsysteme gibt es auch für den häuslichen Bereich.

Foto: © alephnull - Fotolia.com

Autor: red
 

Weitere Nachrichten zum Thema Versorgung bei Demenz

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin