. Amyotrophe Lateralsklerose

ALS: Hoffnung auf Stammzellen

Die Amyotrophe Lateralsklerose - kurz ALS - gehört zu den seltenen, unheilbaren Erkrankungen. Die Transplantation von Stammzellen bzw. Vorläuferzellen könnte ein neuer vielversprechender Behandlungsansatz sein. Eine Arbeit auf diesem Gebiet wurde gerade mit dem "Christa Lorenz-ALS-Forschungspreis 2013“ ausgezeichnet.
ALS: Hoffnung auf Stamm- und Vorläuferzellen

ALS: Betroffene hoffen auf neue Behandlungsansätze - auch mit Stammzellen

Die Amyotrophe Lateralsklerose ist eine chronische Erkrankung des Nervensystems. Durch die fortschreitende Schädigung von Nervenzellen kommt es zu Muskellähmungen, die zu Bewegungs-, Sprech- und Schluckstörungen führen, was die Betroffenen bei der Ausübung der Aktivitäten ihres täglichen Lebens zunehmend einschränkt. Die Erkrankung ist nicht heilbar, da die Ursachen für die Entstehung noch unbekannt sind. In Deutschland sind schätzungsweise 6000 Menschen an Amyotrophe Lateralsklerose erkrankt.

Therapeutisches Potenzial humaner mesenchymaler Stromazellen überzeugend dargelegt

Umso wichtiger ist es, neue Behandlungsansätze für diese seltene neurodegenerative Erkrankung zu finden. Hoffnung machen jetzt die Arbeiten von Prof. Susanne Petri von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Der Forschergruppe um Prof. Petri gelang es, humane mesenchymale Stammzellen zur Neuroprotektion bei ALS erfolgreich einzusetzen. In mehreren wissenschaftlichen Publikationen konnte Petri das therapeutische Potenzial humaner mesenchymaler Stromazellen (MSC) darlegen. „Die zelltherapeutischen Arbeiten und restaurativen Effekte erwiesen sich als effektiver translationaler Ansatz und knüpfen nahtlos an Pilotvorhaben bei Menschen mit dieser bislang unheilbaren Erkrankung an“, so Prof. Susanne Petri.

Dafür hat die Wissenschaftlerin am 18. Juni den "Christa Lorenz-ALS-Forschungspreis 2013" von der Stiftung für medizinische Wissenschaft verliehen bekommen. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. „Nach dem weitgehenden Versagen bisheriger pharmakologischer Therapien erscheint die Transplantation von Stamm-/Vorläuferzellen als neuer vielversprechender Behandlungsansatz neurodegenerativer Erkrankungen“, heißt es in einer Mitteilung der Stiftung für medizinische Wissenschaft.

ALS ist eine Modellerkrankung für andere neurodegenerative Erkrankungen

Die Stiftung wurde 1999 von Christa Lorenz gegründet, die selber Betroffene mit einer ALS war und daran verstarb. Der Zweck der Stiftung ist die Förderung der Forschung bei dieser neurodegenerativen Erkrankung, die auch als Modellerkrankung für andere altersgebundene Erkrankungen mit selektiven Zelltod wie den Demenzen angesehen wird.

Die Preisträgerin Susanne Petri beschäftigt sich seit Jahren mit der Charakterisierung und Modulation zellbiologischer Mechanismen bei der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS). Die ALS-Expertin hat eine Schwerpunktprofessur für Muskelerkrankungen und leitet die Spezialambulanz sowie die klinische Forschergruppe für Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Die Einrichtung in Hannover ist auch ein bedeutender Kooperationspartner des Deutschen Zentrums für Neurodegenerativen Erkrankungen (DZNE) in Magdeburg und ebenfalls Standort eines Muskelzentrums der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM).

© Photographee.eu - Fotolia.com

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Seltene Erkrankungen , ALS-Krankheit , Forschung

Weitere Nachrichten zum Thema Seltene Erkrankungen

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Die Leber ist das wichtigste Organ für den Stoffwechsel und die Entgiftung des Körpers. Ungesunde Ernährung, Übergewicht, zu wenig Bewegung und übermäßiger Alkoholkonsum können die Leber jedoch nachhaltig beeinflussen – eine Fettleber droht.
Immer mehr Menschen und Waren reisen um die Welt – und mit ihnen Krankheitserreger. Auch in Industrieländern sind scheinbar überwundene Infektionskrankheiten wieder auf dem Vormarsch. Ein Netzwerk deutscher Wissenschaftler warnt vor einer „post-antibiotischen Ära“, in der harmlose Krankheiten tödlich enden können, weil Antibiotika nicht mehr wirken, und fordert eine Intervention der Politik.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

KZV Berlin, großer Sitzungssaal, Georg-Wilhelm-Straße 16, 10711 Berlin
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.