Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
28.08.2014

ALS-Ambulanz der Charité profitiert von "Ice Bucket Challenge": 2.000 Spenden täglich

Die "Ice Bucket Challenge" ist aktuell ein Renner in den sozialen Netzwerken. Der ALS-Ambulanz an der Berliner Charité hat die Aktion bislang rund 250.000 Euro eingebracht – täglich kommen bis zu 2.000 neue Spenden hinzu.
ALS-Ambulanz der Charité profitiert von "Ice Bucket Challenge": 2.000 Spenden täglich

Ice Bucket Challenge: Auch der Charité nutzt die Benefizaktion im Kampf gegen Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)

Die skurrile Ice Bucket Challenge zieht seit einigen Wochen ihre Kreise durch die Sozialen Medien. Bill Gates, Mark Zuckerberg, Justin Timberlake und viele andere Prominente und Nicht-Prominente haben bereits eine Eiskübeldusche genommen, um Aufmerksamkeit auf die seltene Erkrankung Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) zu lenken, vor allem aber um Spenden zu sammeln. Vor kurzem ist die die Welle auch nach Deutschland geschwappt.

An der ALS-Ambulanz der Charité kann man sich über die Aktion nur freuen. Seit 18. August hat sich das Spendenaufkommen vervielfacht. „Wir registrieren bis zu 2.000 Spenden täglich“, freut sich Angela Steger, Teamassistentin der ALS-Ambulanz. „Bis Mittwoch sind rund 250.000 Euro auf dem Spendenkonto eingegangen.“ Das sei ein außergewöhnlicher Erfolg.

Kassen vergüten die Arbeit des multiprofessionellen ALS-Teams nur zu einem geringen Teil

Die Spezialambulanz kann das Geld gut gebrauchen. Die Krankenkassen übernehmen nur 30 Prozent der realen Kosten der ALS-Ambulanz. Die Einrichtung ist daher auf Spenden angewiesen. „Wir sind sehr dankbar dafür, dass Spenden zum Ice Bucket Challenge nun auch die ALS-Ambulanz der Charité erreichen“, erklärte der Leiter der Ambulanz Prof. Dr. Thomas Meyer. Das Geld soll für die Medikamentenforschung und Patienten eingesetzt werden.

Inzwischen soll auch Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja von einer Berliner Seniorenresidenz nominiert worden sein. Die Nominierten sind herausgefordert, sich entweder einen Eimer mit Eiswasser über den Kopf zu schütten und davon ein Video online zu stellen oder Geld an ALS-Institutionen zu spenden. Viele tun beides. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sagte in einem in einem Youtube-Video, dass er die Krankheit viel zu ernst finde, um sich Eiswasser über den Kopf zu schütten, er aber der ALS-Ambulanz der Berliner Charité 1.000 Euro gespendet habe. Gabriel forderte andere ebenfalls zum Spenden auf.  Der SPD-Chef war von Fernsehmoderatorin Anne Will nominiert worden. In dem Video erklärte er, wenn Anne Will ebenfalls 1.000 Euro der Charité-Ambulanz spende, sei er bereit, die Eisdusche zu nehmen.

 

ALS – unheilbar und selten

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine meist sehr rasch fortschreitende neurodegenerative Erkrankung und wie alle neuromuskulären Erkrankungen selten. In Deutschland sind zwischen 4.000 und 6.000 Menschen betroffen. Betroffene müssen mit dem dramatisch raschen Verlust ihrer Bewegungsfähigkeit bis hin Sprachverlust und Atmungsproblemen rechnen, wodurch letztendlich ein frühzeitiger Tod binnen weniger Jahre nach Diagnose eintritt. Der bekannte Physiker Stephen Hawking ist eine absolute Ausnahme. Er lebt schon seit über 40 Jahren mit der unheilbaren Nervenerkrankung.

Hauptkategorien: Berlin , Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: ALS-Krankheit , Charité
 

Weitere Nachrichten zum Thema ALS

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten

Noch nie haben sich in Deutschland so viele Menschen nach Zeckenbissen im Grünen mit Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) angesteckt wie 2020 – und Experten befürchten eine weiter steigende Tendenz. Neu ist: Die nur durch Zecken übertragene und im schlimmsten Fall tödliche Form der Hirnhautentzündung wandert Richtung Norden – und tritt in der Natur verstärkt in größeren Höhen auf.

Der Corona-Lockdown bremst uns bei sportlichen Aktivitäten aus und verändert unsere Ernährungsgewohnheiten. Das zeigt eine Umfrage unter Studenten in Bayern. Fast jeder Dritte aß mehr als in der Vor-Corona-Zeit – und viele aßen mehr „Ungesundes“. Die Zahl der Schritte, die man pro Tag geht, sank um eine Zahl in vierstelliger Größe.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin