. Social Media Aktion

ALS-Ambulanz der Charité profitiert von "Ice Bucket Challenge": 2.000 Spenden täglich

Die "Ice Bucket Challenge" ist aktuell ein Renner in den sozialen Netzwerken. Der ALS-Ambulanz an der Berliner Charité hat die Aktion bislang rund 250.000 Euro eingebracht – täglich kommen bis zu 2.000 neue Spenden hinzu.
ALS-Ambulanz der Charité profitiert von "Ice Bucket Challenge": 2.000 Spenden täglich

Ice Bucket Challenge: Auch der Charité nutzt die Benefizaktion im Kampf gegen Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)

Die skurrile Ice Bucket Challenge zieht seit einigen Wochen ihre Kreise durch die Sozialen Medien. Bill Gates, Mark Zuckerberg, Justin Timberlake und viele andere Prominente und Nicht-Prominente haben bereits eine Eiskübeldusche genommen, um Aufmerksamkeit auf die seltene Erkrankung Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) zu lenken, vor allem aber um Spenden zu sammeln. Vor kurzem ist die die Welle auch nach Deutschland geschwappt.

An der ALS-Ambulanz der Charité kann man sich über die Aktion nur freuen. Seit 18. August hat sich das Spendenaufkommen vervielfacht. „Wir registrieren bis zu 2.000 Spenden täglich“, freut sich Angela Steger, Teamassistentin der ALS-Ambulanz. „Bis Mittwoch sind rund 250.000 Euro auf dem Spendenkonto eingegangen.“ Das sei ein außergewöhnlicher Erfolg.

Kassen vergüten die Arbeit des multiprofessionellen ALS-Teams nur zu einem geringen Teil

Die Spezialambulanz kann das Geld gut gebrauchen. Die Krankenkassen übernehmen nur 30 Prozent der realen Kosten der ALS-Ambulanz. Die Einrichtung ist daher auf Spenden angewiesen. „Wir sind sehr dankbar dafür, dass Spenden zum Ice Bucket Challenge nun auch die ALS-Ambulanz der Charité erreichen“, erklärte der Leiter der Ambulanz Prof. Dr. Thomas Meyer. Das Geld soll für die Medikamentenforschung und Patienten eingesetzt werden.

Inzwischen soll auch Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja von einer Berliner Seniorenresidenz nominiert worden sein. Die Nominierten sind herausgefordert, sich entweder einen Eimer mit Eiswasser über den Kopf zu schütten und davon ein Video online zu stellen oder Geld an ALS-Institutionen zu spenden. Viele tun beides. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sagte in einem in einem Youtube-Video, dass er die Krankheit viel zu ernst finde, um sich Eiswasser über den Kopf zu schütten, er aber der ALS-Ambulanz der Berliner Charité 1.000 Euro gespendet habe. Gabriel forderte andere ebenfalls zum Spenden auf.  Der SPD-Chef war von Fernsehmoderatorin Anne Will nominiert worden. In dem Video erklärte er, wenn Anne Will ebenfalls 1.000 Euro der Charité-Ambulanz spende, sei er bereit, die Eisdusche zu nehmen.

ALS – unheilbar und selten

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine meist sehr rasch fortschreitende neurodegenerative Erkrankung und wie alle neuromuskulären Erkrankungen selten. In Deutschland sind zwischen 4.000 und 6.000 Menschen betroffen. Betroffene müssen mit dem dramatisch raschen Verlust ihrer Bewegungsfähigkeit bis hin Sprachverlust und Atmungsproblemen rechnen, wodurch letztendlich ein frühzeitiger Tod binnen weniger Jahre nach Diagnose eintritt. Der bekannte Physiker Stephen Hawking ist eine absolute Ausnahme. Er lebt schon seit über 40 Jahren mit der unheilbaren Nervenerkrankung.

Hauptkategorien: Berlin , Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: ALS-Krankheit , Charité

Weitere Nachrichten zum Thema ALS

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Die Zika-Epidemie ist abgeflaut. In Süd- und Mittelamerika, die hauptsächlich betroffen waren, sind die Infektionsraten drastisch zurückgegangen. Experten rechnen mit einem baldigen Ende des Ausbruchs.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

Adlershof con.vent. - Veranstaltungszentrum, Rudower Chaussee 17, 12489 - Berlin
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.