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18.01.2020

Allergien und Asthma: Stadtkinder profitieren von Bauernhofbakterien

Dass Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, seltener unter Allergien leiden, ist bekannt. Nun konnten Forscher zeigen, dass auch Kindern in der Stadt profitieren, wenn ihre häusliche Umgebung bauernhoftypische Bakterien aufweist. Bei ihnen treten seltener Asthma und Allergien auf.
Bauernhofbakterien

Bauernhofbakterien können Kinder vor Asthma schützen

Asthma und Allergien bei Kindern nehmen immer weiter zu. Eine mögliche Begründung: Kinder leben heute unter „zu“ hygienischen Bedingungen – so lernt ihr Immunsystem nicht, sich auf eigentlich harmlose äußere „Reizstoffe“ einzustellen. Zu dieser These passt, dass Kinder, die auf dem Land aufwachsen, seltener unter Allergien und Asthma leiden. Das wurde in mehreren Studien gezeigt. Experten vermuten, dass dies unter anderem an der größeren Nähe zu Tieren liegt. Das kindliche Immunsystem wird dadurch stärker an eine Vielzahl unterschiedlicher Keime gewöhnt. In diesem Zusammenhang spricht man auch von der sogenannten „Bauernhofhypothese“.

Finnische Forscher konnten nun zeigen, dass auch Kinder in der Stadt ein geringeres Asthma-Risiko haben, wenn sie mit mehr „bäuerlichen“ Bakterien in ihrer häuslichen Umgebung konfrontiert sind. Die Ergebnisse wurden im Fachzeitmagazin „Nature Medicine“ veröffentlicht.

Auf den Hausstaub kommt es an

Die Forscher untersuchten in ihrer Studie die genaue Zusammensetzung der Mikroorganismen im Hausstaub von alten Bauernhöfen und sogenannten Vorstadthäusern. Dazu analysierten sie den Staub des Wohnzimmerbodenstaubs, dem dort lebende Kleinkinder ausgesetzt waren. Durch das Krabbeln kommen die Kinder über Atemwege, Haut und Mund ständig mit dem Bodenstaub in Kontakt. 

Es zeigte sich, dass in Bauernhöfen viele verschiedene Bakterien zu finden waren, darunter häufig solche, die auch in Ställen vorhanden sind. In Stadtwohnungen fehlten diese Bakterien hingegen. Dafür gab es dort mehr Bakterien, die typisch für eine menschliche Besiedelung sind, darunter Staphylokokken und Streptokokken.

 

„Bauernhof-Bakterien“ scheinen vor Asthma zu schützen

Dennoch gab es auch im städtischen Umfeld Häuser, in denen die Zusammensetzung der Bakterien derjeningen in Bauernhöfen ähnelte. Häufig waren dies ältere Häuser mit einer höheren Luftfeuchtigkeit. Auch trugen Familien dort häufiger Straßenschuhe im Wohnbereich. Bei der Untersuchung des Asthma-Risikos zeigte sich, dass Stadtkinder, die in einer solchen „bauernhofähnlichen“ Umgebung aufwuchsen, seltener an Asthma bronchiale erkrankten als Kinder, die in Häusern mit „städtischem“ Hausstaub lebten.

Die Forscher konnten dieses Ergebnis auch anhand einer weiteren Kohortenstudie mit über eintausend Kindern aus Deutschland bestätigen. Eindeutig bewiesen ist dadurch zwar nicht, dass die „bauernhoftypischen“ Bakterien im Hausstaub für den Asthma-Schutz verantwortlich sind. Doch die Ergebnisse deuten einmal mehr darauf hin, dass der Kontakt mit solchen Bakterien in der frühen Kindheit das Asthma-Risiko reduzieren könnte. Weitere Studien sollen diese Resultate nun bestätigen.

Foto: © stefano - Fotolia.com

Autor: anvo
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