. Aktionswoche gegen Alkoholmissbrauch gestartet

„Alkohol? Weniger ist besser!“

Fast zehn Liter reinen Alkohol trinkt jeder Deutsche im Durchschnitt pro Jahr. Das geht aus dem Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung hervor. Die Gefahren eines übermäßigen Alkoholkonsums werden oft unterschätzt. Davor warnt die Aktionswoche Alkohol, die unter dem Motto „Alkohol? Weniger ist besser!“ am heutigen Samstag startet.
Vor allem Frauen müssen immer öfter wegen Alkoholmissbrauch ins Krankenhaus

Immer mehr Frauen werden wegen Alkoholproblemen im Krankenhaus behandelt.

Freiwillige aus verschiedenen Berufsgruppen und Selbsthilfeorganisationen sprechen bei verschiedenen Aktionen im Rahmen Präventionswoche Menschen auf der Straße auf das Thema Alkohol an. „Wir wissen aus der Forschung, dass man schon regelmäßigen Alkoholkonsum so früh wie möglich ansprechen sollte. Ein Gespräch motiviert viele Betroffene, ihren Alkoholkonsum zu verringern oder sogar zu beenden. Damit steigt ihre Lebensqualität und die Chance, gesund alt zu werden“, sagt der Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), Dr. Raphael Gaßmann.

Die DHS organisiert die Aktionswoche bereits zum fünften Mal. Die BarmerGEK und die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) fördern die Aktionswoche unter der Schirmherrschaft der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler. Weitere Kooperationspartner sind unter anderem  Landesstellen für Suchtfragen und regionale Netzwerke der Suchthilfe und -prävention.

Die Barmer warnt vor den Begleiterkrankungen einer Alkoholabhängigkeit. Vor allem Depressionen und andere psychische Erkrankungen sind in Kombination mit Alkoholsucht laut BarmerGEK-Chef Christoph Straub keine Seltenheit. „Eine gezielte Suchtbehandlung muss dies berücksichtigen. Andernfalls drohen den Betroffenen schnellere Rückfälle“, erklärte er.

Alkoholbedingte Klinikaufenthalte nehmen zu

Im Jahr 2013 waren psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol dem Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung zufolge für 338.200 Krankenhausfälle verantwortlich. Alkoholbedingte Störungen lagen damit an zweiter Stelle in der Häufigkeit der Krankenhausdiagnosen. Die Zunahme alkoholbedingter Krankenhausaufenthalte zwischen den Jahren 2000 und 2012 beziffert der Bericht bei Männern auf 16 Prozent, bei Frauen gar auf 38 Prozent. Dabei stellt er seit 2009 rückläufige Tendenzen bei Jugendlichen fest. Die DRV hat im vergangenen Jahr insgesamt 81.710 Leistungen zur medizinischen Rehabilitation Abhängigkeitskranker bewilligt. Auch hier verzeichnet der Drogen- und Suchtbericht einen deutlichen Anstieg (1997: 51.448 Rehaleistungen). Rund 74.000 Menschen sterben demnach in Deutschland jedes Jahr an den Folgen ihres Alkoholmissbrauchs.

 

Vorsicht mit Alkohol in der Schwangerschaft!

Die Bundesregierung warnt seit Jahren besonders eindringlich vor den Gefahren des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft. Dennoch scheinen sich die Gefahren noch immer nicht herumgeprochen zu haben. Das zeigt eine repräsentative Studie im Auftrag der Fachstelle für Suchtprävention Berlin von 2014. Nur gut die Hälfte der Befragten (56%) wussten, dass Alkoholkonsum in der Schwangerschaft schlimmstenfalls zu lebenslangen schweren Behinderungen beim Kind führen kann.

Foto: kmiragaya – fotolia.com

Autor: Angela Mißlbeck
 

Weitere Nachrichten zum Thema Prävention

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Mehr als 700 Tonnen Antibiotika werden in Deutschland pro Jahr an Tiere verfüttert. Über das Düngen mit Gülle gelangen die Medikamente dann in die Böden. Biogasanlagen können das offenbar nicht verhindern, wie eine aktuelle Untersuchung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) zeigt.
Seit Monaten wird das neue Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) heftig diskutiert. Unter anderem steht die geplante Erhöhung der Mindestsprechzeiten bei niedergelassenen Ärzten in der Kritik. Das Bundesgesundheitsministerium will jedoch daran festhalten.
Bei etwa jedem fünften krebskranken Kind greifen die Standardtherapien nicht. Für diese Kinder soll es bald neue Therapiemöglichkeiten geben. In Heidelberg ging soeben das Forschungsprojekt Compass an den Start.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.